Kiersper Verein auf der dringenden Suche nach einem Mediziner

Ohne Arzt steht Sportgruppe vor Aus

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Die Herzsportgruppe des Vereins Reha und Gesundheitsport (ReGe) Oberes Volmetal

Kierspe - Alle Jahre wieder – so beginnt nicht nur eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Dies gilt ebenfalls für den Reha und Gesundheitssport (ReGe) Oberes Volmetal – und zwar für die Suche nach einem Arzt, der sich bereit erklärt, bei den Treffen der Herzsportgruppe in der Sporthalle am Felderhof beizuwohnen.

„Denn ohne einen Arzt können wir dichtmachen“, stellt Angelika Meis, Vorsitzende von ReGe Oberes Volmetal und Übungsleiterin, unmissverständlich klar.

Vor fast 29 Jahren ist diese Herzsportgruppe in Kierspe gergründet worden, um am Herzen erkrankte beziehungsweise operierte Menschen eine Rehabilitation (Reha) bieten zu können. Dabei wird unterschieden zwischen denjenigen, die ganz neu hinzukommen und nicht stark belastet werden dürfen. Da gehe es erst einmal um eine Verbesserung der Koordination. Bei den anderen, die länger dabei sind, stehen Übungen auf dem Plan, welche die Ausdauer trainieren. „Wir unterscheiden zwischen Übungs- und Trainingsgruppe“, erklärt Meis, die ebenso wie Monika Heßberg und Sabine Esser-Knautz die Kiersper Herzsportgruppe leitet.

Geübt oder trainiert werden darf aber nur, wenn ein Arzt zugegen ist. Waren es in den ersten Jahren Kiersper Allgemeinmediziner, welche die Herzsportgruppe betreuten, so hatte zuletzt der Halveraner Arzt Hans-Jochen Eversmann die Aufgabe übernommen, donnerstags in die Felderhofsporthalle zu kommen. Aus Altersgründen hört der Arzt jedoch zum Jahresende auf. „Wenn wir bis dahin keinen neuen finden, müssen wir mit der Herzsportgruppe aufhören.“

Auch wenn stets Helfer des Kiersper DRK bei den Trainingsabenden sind und sicherlich in vielen Fällen helfen könnten, sie dürfen es nicht, weil ihnen die entsprechende Qualifikation fehlt, erklärt Angelika Meis.

Diese Kooperation war entstanden, als für die Herzsportgruppe von der ReGe mithilfe von Spenden ein Defi (Defibillator) angeschafft werden musste. Auch dieser ist – wie die Anwesenheit eines Arztes – für die Treffen solch einer Reha-Gruppe vorgeschrieben. Die DRK-Helfer können den Defi in der Zeit außerhalb der Übungsstunden (donnerstags ab 19 Uhr) nutzen und warten gleichzeitig das Erste-Hilfegerät.

Angelika Meis hat sich längst auf die Suche nach einem oder auch mehreren Ärzten gemacht, welche die Herzsportgruppe betreuen. Doch außer der Zusage eines Mediziners aus der Sportklinik Hellersen, gelegentlich einspringen zu können – auch Jochen Eversmann würde ab und zu noch einmal aushelfen, solange es ihm möglich ist – , blieb die Suche erfolglos. Persönlich angeschriebene Ärzte hätten noch nicht einmal geantwortet, zeigt sich Angelika Meis enttäuscht.

Ebenso schlug der Versuch fehl, mittels Ebay-Kleinanzeige einen Mediziner für die Herzsportgruppe zu finden. „Da hat mir eine Frau angeboten, nette Männer zwischen 20 und 55 Jahre zu vermitteln“, vermutet die ReGe-Vorsitzende, dass in diesem Fall ihre Kleinanzeige zur Arzt-Suche völlig falsch interpretiert wurde.

Angelika Meis gibt noch nicht auf, sucht weiter nach Ärzten für den Donnerstagabend. Auch will sie es nochmal per Kleinanzeige probieren, „die ist ja kostenlos“. Sollte sich kein Mediziner finden, wird die ReGe Oberes Volmetal die Herzsportgruppe im neuen Jahr einstellen müssen.

Dann wird der Verein einen Teil seiner derzeit 225 Mitglieder – „davon sind rund 140 Reha-Leute“ – verlieren. Denn zur Herzsportgruppe gehören in der Regel circa 30 Mitglieder.

Bei den besonderen Aktivitäten des Vereins muss zwar kein Arzt anwesend sein, gleichwohl werden sie ebenfalls eingeladen. Beispielsweise zur Weihnachtsfeier, die in dieser Woche stattfindet und bei der etwa 80 Mitglieder erwartet werden, oder auch zum Sommerfest sowie zu den Fahrten, die in diesem Jahr nach Frankfurt und zum Weihnachtsmarkt in Velen führten.

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