DRK leistet seit 2006 Betreuungsdienst

Seit 2006 können die Rotkreuzzhelfer in Kierspe auch Katastrophenschutz leisten. DRK-Leiter Christian Bendt und Cedrick Berges (von links) kontrollieren das Material ihres Einsatzfahrzeuges. Foto: DRK Kierspe

Kierspe - Bei einem Großeinsatz des Deutschen Roten Kreuzes denkt man im ersten Moment an Unfälle, Verletzte und Kranke. „In den meisten Fällen geht es aber viel mehr um Betroffene, also um nicht verletzte Menschen, die dennoch Hilfe brauchen“, erklärt Alexander Kalcher, stellvertretender Leiter des heimischen DRK. Der Betreuungsdienst ist ein fester Bestandteil des Katastrophenschutzes, den die Kiersper Helfer seit 2006 leisten können.

Von Martin Meyer

Bei größeren Schadenslagen, etwa bei längeren Evakuierungen oder Erdbeben, rücken Alexander Kalcher und seine Kollegen zum Einsatz aus. Die Aufgabe des Katastrophenschutzes wird dabei vom Land Nordrhein-Westfalen koordiniert. „Der ländliche Bereich ist zu groß, als dass wir ihn alleine abdecken könnten. Deshalb sind wir mit den Rotkreuzlern aus Meinerzhagen, Herscheid und Plettenberg zu eine sogenannten Einsatzeinheit kombiniert“, so Kalcher, der auch gleichzeitig Leiter der Betreuungsgruppe ist. Das Material und die Wagen werden dabei von der Landesregierung bereitgestellt.

Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist auch das DRK in Kierspe im Besitz eines Einsatzfahrzeuges, das alle Gebrauchsgegenstände für Betreuungseinsätze geladen hat. Von Regencapes über Decken bis hin zu Tellern und Besteck – im Ernstfall können die Helfer eine Feldküche für 200 Personen aufbauen und eine reibungslose Versorgung der Betroffenen auf die Beine stellen. Die Kollegen aus Plettenberg etwa liefern technische Unterstützung, ausgerüstet mit Heizgeräten, Zelten, Lampen, Notstromerzeuger und Werkzeug. Alexander Kalcher: „Man fühlt sich dabei gebraucht. Wir sind ein Teil eines großen Ganzen. Auf Knopfdruck können wir autark viel erreichen.“ Neben der Betreuung und der technischen Hilfe können die Rotkreuzler auch Sanitätsdienst leisten – so ist die Gruppe im Katastrophenschutz multifunktional einsetzbar.

Mit sechs Helfern – so schreibt es das Land NRW vor – rücken die Kiersper mit ihrer Einsatzeinheit vom gemeinsamen Bereitsstellungs-raum in Meinerzhagen zu einem Großeinsatz aus. Dabei werden die Helfer nicht immer direkt am Unglückort eingesetzt. „Katastrophenschutz heißt eigentlich immer warten. Im Notfall werden so viele Reserven wie möglich gebildet“, sagt Kalcher. Bei der Loveparade-Tragödie vor vier Jahren waren auch Rotkreuzhelfer wie Jan Schwarze und seine Mitstreiter in Bereitschaft. „Um 20 Uhr wurden wir alarmiert. Wenig später befanden wir uns auf dem Uni-Parkplatz in Dortmund – insgesamt 450 Einsatzkräfte waren vor Ort“, erinnert sich Schwarze. Die Helfer dienten als Bereitstellung für Rückreisende aus Duisburg. Doch es passierte glücklicherweise nichts – um drei Uhr nachts rückte der Kiersper Trupp wieder ab.

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