Grundschulen stehen wieder allen Schülern offen

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Der Dino trägt noch Mundschutz. Ansonsten müssen in den Klassenräumen keine Masken getragen werden – und seit gestern muss dort auch nicht mehr der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Kierspe – Woher weiß so ein Virus, wann es sich in einem Klassenraum befindet und wann auf dem Flur einer Schule?

Diese Frage drängt sich beim Betrachten der momentanen Situation in Grundschulen auf. Denn während auf dem Schulhof, den Fluren und anderen Innenräumen nach wie vor ein Mund-Nase-Schutz getragen werden muss, entfällt das in den Klassenräumen – und das, obwohl diese seit gestern wieder voll besetzt sind und kein Abstand von 1,5 Metern mehr eingehalten werden kann.

„Wir entzerren da, wo es geht“, hält der Rektor der Pestalozzischule Thomas Block dagegen. So nutze man derzeit auch Notausgänge zum Einlass der Schüler, damit jeder Jahrgang durch einen eigenen Eingang ins Gebäude komme. Damit hat man den Haupteingang als Nadelöhr beseitigt, denn an den Schulzeiten hat sich nichts verändert. Block: „Da viele unserer Schüler mit dem Bus kommen, wäre ein gestaffelter Schulstart zu aufwendig gewesen.“

Nach dem Betreten des Gebäudes werden nach wie vor die Hände desinfiziert. Ob sich das regelmäßige Händewaschen bei vollen Klassen weiterhin durchhalten lässt, kann Block derzeit noch nicht sagen, doch der Wunsch besteht, auch diesen Aspekt der Hygiene weiterhin zu beachten.

Auch wenn in den Klassen weder Abstands- noch Maskenpflichten bestehen, außerhalb dieses Raumes hat sich nichts geändert. So wird auch an der Schule am Haunerbusch weiterhin der Mund-Nase-Schutz auf den Fluren und während der Pause getragen. Jenseits des eigenen Klassenraums sollen die Schüler auch nach wie vor Abstand halten. Damit das gut gelingt, wird an der Pestalozzischule nun auch der Jahnplatz als Schulhof von den Viertklässlern genutzt. Betreut werden die Kinder während dieser Zeit auch von ihrem jeweiligen Klassenlehrer beziehungsweise ihrer Klassenlehrerin.

Dadurch soll eine Durchmischung der Schüler verhindert werden. Das bedeute aber auch, dass derzeit auch kein Religions-, Schwimm- oder Förderunterricht angeboten werde. „Die Stunden fallen aber nicht aus, sondern werden in Klassenunterricht umgewandelt“, erklärt der Rektor.

Ein Ausfall wird auch beim Sport verhindert. Zwar soll dieser nicht in geschlossenen Räumen stattfinden und macht damit die Sporthalle unbrauchbar, aber ein Angebot unter freiem Himmel ist erlaubt. An der Pestalozzischule sind das dann Bewegungsspiele auf den Schulhöfen.

„Damit bieten wir fast den kompletten Unterricht an, den wir auch vor den Beschränkungen anboten“, so Block, der allerdings nach wie vor auf einige Kollegen verzichten muss, die aufgrund von Vorerkrankungen nicht für den Präsenzunterricht eingesetzt werden können.

Nach wie vor genutzt wird eine spezielle Kommunikationssoftware, die das Kontakthalten zu Schülern und Eltern erleichtert. „School Fox“, so der Name der Software, wurde auch genutzt, um die Elter darüber zu informieren, dass es nun wieder einen „normalen“ Unterricht gibt. Mittlerweile dürfen auch Eltern in begründeten Fällen wieder ins Gebäude. „Wir möchten diese Besuche im Schulgebäude aber auf das absolut notwendige Minimum beschränken. Außerdem muss sich jeder Besucher in eine Liste eintragen, um eine Nachverfolgung gewährleisten zu können. Da ist es dann schon einfacher, wenn wir den vergessenen Turnbeutel oder das Pausenbrot an der Tür entgegennehmen und dem Kind in die Klasse bringen“, sagt Block abschließend.

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