Personalmangel an Grundschulen ist auch in Kierspe ein Thema

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Der Lehrerverband VBE äußert massive Kritik an der mangelnden Personalausstattung in Grundschulen.

Kierspe - Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) beklagt einen Personalmangel an Grundschulen. Laut einer Studie habe fast jede vierte Einrichtung in NRW Anfang November Stellen ausgeschrieben. Auch an den betroffenen Schulen in Kierspe spiegelt sich dieses Problem zum Teil wider.

 „Wir haben bereits zum dritten Mal eine Stelle für einen Sonderpädagogen ausgeschrieben“, so Thomas Block, Schulleiter Pestalozzi- und Schanhollenschule. „Das ist momentan meine größte Sorge.“ Seit einigen Monaten sei die Stelle nicht besetzt. „Es gibt sehr wenige Sonderpädagogen auf dem Markt“, weiß Block.

Und auch die VBE bestätigt das Problem der Plätze für die sonderpädagogische Förderung: Nur jede fünfte Stelle sei besetzt. „Ansonsten sind wir aber ausgeglichen besetzt“, sagt Block. Was immer aktuell sei, wären sogenannte Vertretungsverträge für unterschiedliche Zeiträume. Die kämen zum Einsatz, wenn beispielsweise jemand ein Kind bekomme. „Aber da ist momentan nichts offen. Es ist alles besetzt“, erklärt der Schulleiter.

An der Freien Schule Kierspe gibt es laut Geschäftsführer Heiko Kositzki keine Probleme. Eine Stelle sei zwar ausgeschrieben, „aber die halten wir in Reserve“, sagt er. Seiner Meinung nach sei der Lehrermangel an Grundschulen ein politischen Problem. Vor allem Schulen mit angestellten Lehrern werden es nach seinen Angaben in der Zukunft nicht leicht haben. An seiner Schule habe er nur Lehrer mit Planstellen.

Zu wenige Nachwuchs an Lehrkräften

Ekkehard Haas, Schulleiter der Bismarck- und Servatiusschule, stimmt dem Problem, das der VBE in seiner Studie aufzeigt, zu. „Es mangelt deutlich an Lehrkräften“, sagt Haas. Das Geld sei da, aber es gebe zu wenig Nachwuchs. Nach seinen Angaben sei das seit rund zwei bis drei Jahren ein Problem. „Es sind zu wenig Menschen, die ein Lehramtsstudium absolvieren“, meint er. Bei dieser Aussage bezieht Haas sich auf Lehrkräfte für die Primarstufe.

„In beiden Häusern sind wir befriedigend besetzt“, erklärt der Schulleiter. Das heiße, dass die vom Ministerium vorgesehene Stundentafel erfüllt werde. Für den Standort Servatius warte er aktuell auf die Zuweisung einer 15-Stunden-Kraft. „Wir gehen davon aus, dass wir sie bekommen.“ Die Stelle sei nötig, um das Extraangebot zu erweitern. Darunter fallen beispielsweise Arbeitsgemeinschaften (AG), die derzeit an diesem Standort „etwas reduziert“ angeboten werden können, so Haas. Er könne sich den Mangel an Lehrkräften nicht erklären und äußert nur einige Hypothesen wie die Belastung im Beruf oder die Angst vor der Inklusion als Gründe. Doch letzteres sei nicht begründet.

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