Integrationsarbeit: Verstärkung für Grundschulen in Aussicht

+
Für das kommende Schuljahr können sich die vier Kiersper Grundschulen Verstärkung ins Kollegium holen, um besser für die Integrationsarbeit aufgestellt zu sein. Hierzu müssen sie einen Antrag beim Land stellen.

Kierspe - Unter dem Stichwort „Integration durch Bildung“ haben die vier Kiersper Grundschulen die Chance, sich Verstärkung ins Kollegium zu holen und so besser aufgestellt zu sein für die Herausforderungen, die durch die Einschulung der zahlreichen Flüchtlingskinder im Stadtgebiet entstanden sind.

Das Unterrichten von Seiteneinsteigern und integrativen Kindern beschäftigt die Schulen schon länger. Vor allem der Personalaufwand stellt ein Problem dar. Anfang Juni wurde in einer entsprechenden Ausschusssitzung die Stadtverwaltung gefragt, ob es Möglichkeiten gebe, beim Schulamt des Märkischen Kreises für alle Grundschulstandorte zusätzliche Stellen zu beantragen. Das Ziel: Die Kollegien sollen bei der Inklusionsarbeit entlastet werden.

Ende Juli nahm die Stadt Kontakt zum Schulamt auf. Dieses teilte mit, dass das Land Veränderungen zu dem Thema vorgenommen habe und zusätzliche Ressourcen in Aussicht stelle. Bereits in der Vergangenheit hatte die Landesregierung auf den Flüchtlingszug reagiert und einmalig Stellen zur Verfügung gestellt. Einige davon wurden auch dem Kreis zur Verteilung zugewiesen und waren zum Schuljahr 2015/16 auf Grundschulen mit hohem Flüchtlingsanteil verteilt worden – auch Kierspe wurde damals berücksichtigt. Für das laufende Schuljahr standen aber keine Stellen zur Verfügung.

Das soll im kommenden und im darauffolgenden Jahr anders sein, wie Christa Sacher von der Schulaufsicht am Mittwoch den Mitglieder des Ausschusses für Schule und Kultur mitteilte. Die bisher für Sprachförderkurse an weiterführenden Schulen genutzten Integrationsstellen können nun auch von Grundschulen beantragt werden – in einem vereinfachten Antragsverfahren bis zum 31. Dezember für das Schuljahr 2017/18. Es reiche eine formlose Mitteilung an das Schulamt, erklärt Sacher, die sich sicher ist, dass sich keine der vier Grundschulen diese Chance entgehen lassen wird.

Informationen liegen Schulleitungen seit Herbstferien vor

Informationen zu den Anträgen seitens des Schulamtes an die Schulleitungen lägen seit den Herbstferien dort vor, so Sacher. Die kommunalen Schulträger würden über diese und weitere Maßnahmen in einem Gespräch bei der Bezirksregierung Anfang November weitere Informationen erhalten.

Für Schulen, die nur vereinzelt geflüchtete Kinder aufnehmen und daher keine größeren Stellenanteile erhalten können, stehen zusätzliche Haushaltsmittel für Aushilfen in Form von Honorarverträgen zur Verfügung, informiert die Schulamtsmitarbeiterin, die die Meldungen der Schulen entgegennimmt.

Stadtverwaltung und Schulamt empfehlen Antrag zu stellen

Die Stadtverwaltung und auch das Schulamt empfehlen den Schulen, einen Antrag zu stellen. Antragsberechtigt sind Schulen, die innerhalb von zwei Jahren mehr als 15 neu zugewanderte Kinder unterrichten (15 Kinder = 0,5 Stellen). Das Schulamt wird die Meldungen an die Bezirksregierung zur Abstimmung mit dem Ministerium weiterleiten und nach entsprechender Stellenzuweisung von dort eine Aufteilung auf die Schulen vornehmen.

 „Es handelt sich um Stellenanteile, die auf die Budgets der Schulen aufgeschlagen und dann in der Stellenbewirtschaftung berücksichtigt werden können. Als Schulaufsicht schauen wir dann, ob die Stellen besetzt werden können.“ Es sei damit zu rechnen, dass aufgrund des hohen Bedarfs nicht alle Anträge berücksichtigt werden können und mehrere Schulen eine Zuweisung erhalten und zusammengefasst werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare