Umgehungsstraße durch den Wald?

Umgehungsstraße Kierspe B 54n - Trasse - Grüne
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Hier könnte sie entlangführen: Die Kiersper Grünen erkundeten die mögliche Trasse der B54n.

„Immer nur über mögliche Trassen zu reden, ist zu wenig. Es ist wichtig sich ein Bild von der Gegend und den Einschnitten in die Natur zu machen“, war nicht nur für Thomas Nies, Sprecher des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, ein Grund für eine besondere Wanderung.

Kierspe - So machte sich eine kleine Gruppe der Grünen, begleitet von Mitgliedern des BUND Kierspe und von „Kierspe for Future“ am vergangenen Donnerstag unter der fachkundigen Führung von Gerhard Holthaus auf, um eine mögliche Trasse der Umgehungsstraße, welche die Bezeichnung B 54n trägt, zu erkunden.

Gestartet wurde am Volme-Freizeitpark. Von dort ging es zu der Stelle im Volmetal, wo eine angedachte Trasse der Umgehungsstraße von der B 54 abzweigt und wo ein Brückenbauwerk entstehen müsste. Weiter führte der Erkundungsweg über den Bahnhof, die Straße Berkesfeld zum Lauseberg hinaus nach Hohenholten und weiter bis zu einem möglichen Anschlusspunkt der B54n an die Landesstraße 528 oberhalb der Serpentinen (Eierkurven) im Bereich der Einmündung der Kreisstraße 25 (Handweiser).

Dabei konnten die Grünen feststellen, dass sich offensichtlich in einigen Ortschaften nahe einer möglichen Trasse Widerstand regt. Umso mehr halten es die Grünen für wichtig, dass sich alle betroffenen Bürger mit dem Thema und den Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzen. Zumal es für die Partei fraglich sei, ob eine B54n die Kölner- und die Friedrich-Ebert-Straße wirklich stark entlasten. „Aufgrund des Andienungsverkehrs (Netto, Rewe, Aldi, Fachmarktzentrum, Industriegebiete, Baumarkt, et cetera) werden auch weiterhin Lkw durch Kierspe fahren müssen“, erklärt Thomas Nies.

Für die Grünen ein Zeichen, dass sich entlang einer möglichen Trasse für die B 54n Widerstand regt.

„Wie groß die Einschnitte in die Natur und in die Erholungsbereiche der Kiersper in naher Umgebung sind, kann man erst erfassen, wenn man es wirklich gesehen hat. Wir werden, wenn es die Coronazahlen erlauben, demnächst eine Wanderung anbieten, damit jeder sich ein Bild darüber machen kann“, fügte Ratsfrau Anke Pies hinzu. Die Wanderung entlang der Wanderwege war zwar „nur“ sechs Kilometer lang, dauerte jedoch rund 2,5 Stunden, da sich viele Fragen direkt vor Ort ergaben – damit war für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Unbeantwortet bleiben musste natürlich, ob es diese Trasse für die Bundesstraße – die dann etwa 3,7 Kilometer lang sein würde – werden wird, ebenso, welche Brücken- und anderen Bauwerke eingeplant werden müssen. Mit der Volmetalbrücke, so schätzen die Grünen, seien das vier. Es sei auf jeden Fall ein immenser Eingriff, bei dem auch viel Erde bewegt werden müsse, hieß es weiter im Resümee von Bündnis 90/Die Grünen nach der Trassen-Erkundungstour.

Infomesse am 24. Juni nun doch digital

Die Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW hat im Zuge der Planungen für die B54-Ortsumgehung Kierspe eine Öffentlichkeitsbeteiligung gestartet. Am 24. Juni findet die erste Info-Messe statt – aufgrund der Pandemielage ist sie allerdings doch nicht, wie von der Stadtverwaltung zunächst angekündigt, als Präsenzmesse mit verschiedenen Standorten im Stadtgebiet, sondern als digitale Online-Veranstaltung ab 17 Uhr geplant. Alle Interessierten sollen dann ihre Fragen, Hinweise und Anregungen mit den Verantwortlichen besprechen können. Da sich die Planung aktuell in einer sehr frühen Anfangsphase befinde, liege der Fokus der ersten Info-Messe zunächst auf den Themen Verkehrsgutachten und Umweltverträglichkeit. Die Bürger gelangen am Veranstaltungstag über die Projektwebsite von Straßen.NRW zur Onlineplattform (www.strassen.nrw.de > Wir bauen für Sie > Bundesstraßen > B54 Ortsumgehung Kierspe). Bereits im Vorfeld der digitalen Info-Messe können sich Interessierte mit eigenen Stellungnahmen einbringen – bis zum 21. Juni können kurze Videos mit Fragen oder Anregungen per Whatsapp oder E-Mail eingereicht werden, die laut Straßen.NRW bei der Infomesse Berücksichtigung finden sollen.

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