Herr Corona lässt schön grüßen

Kierspe - Eigentlich, sagt er, habe er einen schönen Nachnamen. Einen Namen, der auch auf Deutsch übersetzt gut klingt: Krone – Italienisch: Corona. „Dass die ganze Welt über mich redet, wird langsam anstrengend“, sagt Gioni Corona.

Dass sein Name im Gespräch ist – für den 51-jährigen Kiersper ist das nicht ganz ungewohnt. „Durch das Bier Corona kam es natürlich auch in der Vergangenheit schon öfter vor, dass Witze gemacht wurden.“ Der gebürtige Italiener versteht Spaß und hat das immer mit Humor genommen. Mittlerweile, sagt Gioni Corona, könne er aber nicht mehr lachen, wenn sich Leute über seinen Nachnamen in Verbindung mit dem Virus, das gerade die ganze Welt beherrscht, lustig machen. Er werde beispielsweise auch über Instagram angeschrieben. „Viele fragen mich auch, ob ich wirklich so heiße.“

Komisch sei es für ihn nicht, seinen Nachnamen zu nennen: „Und man weiß ja, wer gemeint ist, wenn ich mit Herr Corona angesprochen werde.“ In seinem Beruf werde ohnehin meist sein Vorname genannt. Gioni Corona arbeitet – normalerweise – als Friseur in Gummersbach, ein Beruf, bei dem der Kontakt mit Menschen trotz Hygiene und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unumgänglich ist. Doch ein mulmiges Gefühl hatte er vor der allgemeinen Schließung der Friseursalons durchaus. Die Maßnahmen, die Deutschland ergreift, um das Virus einzudämmen – aus seiner Sicht waren sie lange Zeit zu locker, findet der Kiersper – „verglichen mit Italien“. Die große Familie lebt im 2000-Einwohner-Dorf Lotzorai auf Sardinien. „Sie sind alle zuhause und dürfen nicht raus.“ Auch im Dorf gebe es eine Reihe Corona-Erkrankter. Über Skype unterhalte er sich mit seiner Mutter: „Sie sind schon alle besorgt und sagen, dass wir doch auch zuhause bleiben sollen.“ Seine Mutter sei 70 und auch er sorge sich um sie, erzählt Gioni Corona. „Aber sie hat viel eingekauft und hält sich an die Regeln, die die Regierung vorgegeben hat.“

Genau das wünscht sich der 51-Jährige auch für die Menschen in Deutschland: „Wichtig ist jetzt, dass sich alle an die Vorgaben halten – bleibt zuhause!“, lautet sein Appell. „Es geht ja um den Schutz aller – und auch um unseren.“

Zuhause bleiben – für Gioni Corona ist das mittlerweile möglich. Für seine Ehefrau, die in einem Kiersper Seniorenzentrum arbeitet, geht das jedoch nicht. Und bevor Gioni Corona beruflich zwangsweise pausieren musste, waren er und seine Frau froh über die 13-jährige Tochter Giada, die den fast vierjährigen Nachwuchs betreute. „Sie muss natürlich auch ihre Schulsachen machen, aber das klappt ganz toll“, lobt Gioni Corona seine Tochter.

In dieser Woche kommt außerdem ein weiteres Familienmitglied hinzu: Giadas großer Bruder Tommas. Der 22-Jährige ist ebenfalls Friseur und arbeitet in Düsseldorf. Eigentlich.

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