Petition für eine albanische Familie

Abschiebung droht ab Freitag: Kiersper Gesamtschüler sammeln Unterschriften

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Das Schülersprecher-Team, (von links) Finja Hertrampf, Torben Kukkel, Justus Engstfeld, Dina Dittmann und Cara Brüggendieck, überreichen die Unterschriften gegen die Abschiebung der albanischen Familie an den Ersten Beigeordneten Olaf Stelse.

Kierspe - In einer spontanen Aktion haben die Schüler der Kiersper Gesamtschule Unterschriften gegen die Abschiebung einer Flüchtlingsfamilie aus Albanien, die seit einem Jahr in der Volmekommune lebt und ab Freitag ausgewiesen werden soll, gesammelt. Am Donnerstag wollen sie weitere sammeln.

Erst am Mittwoch haben die Schüler von der drohenden Ausweisung der Familie erfahren. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Team der Schülersprecher und die gesamte Schülervertretung der Gesamtschule dazu entschieden, etwa dagegen zu tun. 

"Wir haben bereits 600 Unterschriften gesammelt", sagt Schülersprecher Justus Engstfeld. Und die Resonanz unter den Mitschülern sei groß, ergänzt seine Mitstreiterin Finja Hertrampf, die sich sicher ist, dass noch mehr Mitschüler unterschreiben werden. 

Bereits am Mittwochabend haben sich Lehrer und auch Eltern während der Theateraufführung der Schule in die Unterschriftenliste eingetragen. Hertrampf: "Auch andere Flüchtlinge haben unterschrieben."

Den ganzen Donnerstag über wollen die Schüler weiter Unterschriften an der Schule sammeln. Unterstützt werden sie dabei von den Lehrern und von Fritz Schmid vom Kiersper Verein "Menschen helfen".

Das Schicksal von Rexhart M. und seiner Schwester Eralda sowie der ganzen Familie geht den Gesamtschülern nahe. "Die beiden sind sehr gut integriert. Sie haben viele Freunde. Sie haben genauso das Recht hier zu sein, wie andere auch", so Hertrampf. Die Geschwister besuchen seit einen Jahr die 8. und 9. Klasse der Gesamtschule.

Ausweisung in ungewisse Zukunft

Die Abschiebung nach Albanien wäre für die Familie M. ein Alptraum, da sind sich die Schülersprecher einig. "Dort können die beiden nicht zur Schule gehen, da ihre Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können", erklärt Engstfeld. "Man weiß ja nicht, was mit denen dort passiert", schildert Mitinitiatorin Dina Dittmann ihre Befürchtungen.

Die ersten Listen mit Unterschriften haben Engstfeld, Dittmann und Hertrampf zusammen mit den Schülersprechern Torben Kukkel und Cara Brüggendieck am Donnerstagmorgen im Rathaus abgegeben. 

Der Erste Beigeordnete Olaf Stelse nahm die Unterschriften entgegen und versprach, die zuständigen Stellen beim Märkischen Kreis zu informieren. Ob die Aktion etwas Positives bewirkten kann, konnte Stelse nicht sagen.

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