Nach halbem Tag grummelt der Magen

Gesamtschüler beteiligen sich an der Aktion „Hunger24"

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„No lunch bag“ (Keine Essenstüte) steht auf dem Papierbeutel und soll verdeutlichen, dass es an diesem Tag kein Essen gibt. Die Gesamtschüler zeigen auch das Plakat des Kinderhilfswerks World Vision, das die Aktion initiiert hatte.

Kierspe - „Bei mir grummelt der Magen!“, meint eine Schülerin kurz vor dem Mittagessen. „Bei mir auch“, fügt eine andere hinzu. Doch das Magenknurren wurde am Mittwoch weder von den Zehnt- noch von den Sechtsklässlern der Gesamtschule beseitigt, sie blieben bewusst der Mensa fern. Der Grund: Die insgesamt 58 Gesamtschüler haben freiwillig an der Aktion „Hunger24“ des Kinderhilfswerks World Vision teilgenommen.

Was bedeutete, dass die Schüler für 24 Stunden auf feste Nahrung oder auf eine Mahlzeit verzichten, um selbst zu erleben, wie es ist zu hungern. Gleichzeitig wurden die Eltern gefragt, das Geld, was das Essen gekostet hätte, zu spenden. In diesem Fall für das Kenya Economic Empowerment Project von World Vision. Dem Kinderhilfswerk geht es dabei nicht nur um den Kampf gegen den Hunger der Kinder in Kenia, sondern letztlich auch um eine Ausbildung der Mädchen und Jungen dort.

Das hatten die Schüler der Klassen 6.3 und 10.7 bereits im Januar erfahren, als Vertreter von World Vision aus Berlin in die Gesamtschule kamen und ihnen in verschiedenen Formen die Hilfsprojekte vorstellten - natürlich auch in dem ganz konkreten Beispiel von Samuel, der für seine vielen Geschwister sorgen muss, und dem als Hilfe zur Selbsthilfe Hühner vom Hilfswerk gespendet wurden, um dadurch eine Hühnerfarm aufbauen zu können. World Vision will mit solchen Projekten berufliche Perspektiven schaffen und jungen Menschen ermöglichen, aus dem Teufelskreislauf von Armut und Hunger auszubrechen.

Auch in der Folgezeit erhielten die Gesamtschüler immer wieder neue Informationen von Samuel und diesem Projekt in Kenia. Um die Kinder und Jugendlichen aus den Klassen von Imke Metzner und Simone Mienack-Löffler noch stärker für das Thema Hunger zu sensibilisieren, gab es gestern den „Hunger24“-Tag. „Freiwillig“, betont Simone Mienack-Löffler, die zwar auf diese Aktion aufmerksam geworden war und die Initiative ergriffen hatte. Doch sie ließ in den Klassen abstimmen - mit dem Ergebnis, dass alle gestern mitmachten. Das hieß aber auch, wenn das Grummeln im Magen zu groß wurde, konnte die- oder derjenige natürlich abbrechen und etwas essen. Schließlich hatten die Gesamtschüler bis dahin erfahren, was es heißt, Hunger zu haben. Und dass die Energie viel schneller weg ist, wenn man hungrig ist, fügte Imke Metzner hinzu. Die Lehrerin hatte wie ihre Kollegin die Aktion im Unterricht besprochen. Eine Nachbereitung wird es heute oder in den folgenden Tagen ebenfalls geben. Und das Geld für das Essen, das nicht gegessen wurde, wird eingesammelt und gespendet - denn auf Seiten der Eltern habe es durchweg positive Reaktionen gegeben.

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