Kiersper Gemeinden bereiten sich vor

Kleiner, kälter und digitaler: Außergewöhnlicher Heilig Abend steht an

Ein Krippenspiel wie noch im vergangenen Jahr wird es dieses Jahr in der Kirche St. Josef nicht geben. In allen Kirchen werden die Gottesdienste am Heiligen Abend ganz anders aussehen als in den Vorjahren.
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Ein Krippenspiel wie noch im vergangenen Jahr wird es dieses Jahr in der Kirche St. Josef nicht geben. In allen Kirchen werden die Gottesdienste am Heiligen Abend ganz anders aussehen als in den Vorjahren.

Wie es genau wird, weiß noch niemand, doch dass es anders wird, ist schon jetzt sicher. 

Kierspe – Normalerweise sind die Kirchen am Heiligen Abend bis auf den sprichwörtlichen letzten Platz gefüllt. Drangvolle Enge, Kerzenduft und bekannte Lieder stimmen auf das beginnende Weihnachtsfest ein – doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist genau das alles nicht erwünscht.

Evangelische Gemeinde Kierspe

„Wir sind noch dabei, die Weihnachtsgottesdienste zu planen. Sicher ist aber schon, dass wir auch wieder einen Video-Gottesdienst ins Netz stellen, da mit Sicherheit nicht alle, die sonst kommen, einen Platz finden werden“, sagt George Freiwat auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung.

Im Gespräch seien mehrere Präsenzgottesdienste, dann auch in der Christuskriche, die derzeit für die sonntäglichen Gottesdienste nicht genutzt wird, da ein Schutzkonzept für beide Kirchen in Kierspe der Gemeinde zu anfordernd ist und auch so die maximale Kapazität der Margaretenkirche nicht ausgeschöpft wird.

„Derzeit kommen immer rund 60 bis 80 Besucher in den sonntäglichen Gottesdienst. Nach unserem Schutzkonzept könnten aber bis zu 110 Gemeindemitglieder einen Platz finden“, erklärt Freiwat. Das sei, als man mit den Gottesdienst nach den strengen Kontaktbeschränkungen wieder begonnen habe, anders gewesen. Freiwat: „Doch mittlerweile dürfen auch Menschen, die nicht in einem Haushalt zusammenleben, nebeneinander sitzen. Allerdings nur, wenn wir die Nachverfolgung sicherstellen.“

Ansonsten müssen sich die Besucher zwar nicht anmelden, aber sie müssen in Besucherlisten eingetragen werden. „Bei denen, die regelmäßig kommen, machen wir nur noch ein Häkchen, alle anderen müssen sich eintragen“, so Freiwat.

Lediglich bei Taufen könne es etwas enger werden. Damit dann aber die Verwandten und Eltern des Täuflings genügend Raum haben, finden die Taufen jetzt immer nach dem Gottesdienst statt. Morgen ist es wieder so weit, dann werden gleich zwei Kinder getauft.

Gleich neben der Kirche befindet sich das Lutherhaus, in dem sich ein Großteil des Gemeindelebens abspielt. Das sei mittlerweile auch weitestgehen wieder so, teilt der Pfarrer mit. Nur die Seniorenkreise würden auf eine Zusammenkunft verzichten, da deren Mitglieder ausnahmslos zur Risikogruppe gehören würden. „Bislang haben sich nur die Mitglieder einer Gruppe getroffen, allerdings in der Margarethenkirche und mit weitem Abstand. Ein gemeinsames Kaffeetrinken war da natürlich auch nicht möglich. Allerdings merken wir auch, dass die Älteren darunter leiden, sich nicht mehr regelmäßig sehen zu können“, erzählt Freiwat. Man habe deshalb in der Vergangenheit alle Mitglieder des Seniorenkreise einmal aufgesucht und einen „kleinen Gruß“ vorbeigebracht. „Das wollen wir auch noch einmal machen“, verspricht der Pfarrer.

Katholische Gemeinde Kierspe

„Für Weihnachten sind wir noch in der Planung, da ist noch vieles unklar“, erzählt Pfarrer Gregor Myrda von der Katholischen Gemeinde. Sicher sei, dass es kein Krippenspiel für die jungen Gemeindemitglieder geben werde, aber einen zusätzlichen Gottesdienst am ersten Weihnachtstag um 9.30 Uhr. Wie der Gottesdienst am Heiligen Abend aussehe, wisse er noch nicht, so Myrda.

Insgesamt stehen in der Kirche St. Josef derzeit 64 Plätze zur Verfügung, die, so Myrda, auch immer ausgebucht seien.

Taufen würden den Rahmen vollends sprengen, deshalb finden diese nach Absprache mit den Familien des Täuflings zu anderen Zeiten statt.

Gregor Myrda. Pfarrer

Wobei das ausgebucht wörtlich zu nehmen ist, da sich die Gottesdienstbesucher anmelden müssen. Um möglichst vielen Gläubigen ein Angebot machen zu können, gibt es nun auch immer am Samstagabend eine zusätzliche Messe um 18.30 Uhr, die gut besucht sei. Die Messen am Dienstag- und Freitagabend würden von rund zehn Besuchern wahrgenommen, die sich dafür dann auch nicht anmelden müssen.

„Taufen würden den Rahmen vollends sprengen, deshalb finden diese nach Absprache mit den Familien des Täuflings zu anderen Zeiten statt, gerne auch nach dem Gottesdienst“, führt der Pfarrer weiter aus.

Evangelische Gemeinde Rönsahl

In Rönsahl wird es am Heiligen Abend wohl frisch. Denn nach Mitteilung von Pfarrer Martin Spindler soll es eine Open-Air-Veranstaltung geben, da die Servatiuskirche bei weitem nicht ausreichen würde.

Ansonsten beteilige man sich an einer Videoproduktion, die gemeinsam mit der Kiersper Gemeinde stattfinde, an der neben den drei Pfarrern auch weitere Akteure aus Kierspe und Rönsahl mitwirken würden. „Möglich ist das, weil uns die beiden Fördervereine sehr stark unterstützen“, so Spindler.

An normalen Sonntagen komme man, so der Rönsahler Pfarrer, mit den möglichen rund 40 Plätzen in der Servatiuskirche gut hin. „Selbst beim Erntedank-Gottesdienst musste hier niemand abgewiesen werden. Da wird auch deutlich, dass die Menschen nach wie vor sehr vorsichtig sind“, sagt Spindler.

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