Kiersper Gastronom freut sich auf Öffnung seines Restaurants

Kein Stillstand im Lockdown: Gastronom mit großen Plänen

Freuen sich, dass es jetzt auch im Innenbereich des Hauses Berkenbaum wieder losgeht: Ernst Willi Funke, Christian Funke, Stefanie Pieper, Renate Funke und Gayane Sargsyan (von links).
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Freuen sich, dass es jetzt auch im Innenbereich des Hauses Berkenbaum wieder losgeht: Ernst Willi Funke, Christian Funke, Stefanie Pieper, Renate Funke und Gayane Sargsyan (von links).

Ein bisschen aufgeregt sind die Eigentümer und Mitarbeiter des Hauses Berkenbaum schon, denn an diesem Freitag startet auch wieder der Restaurantbetrieb im Gebäude. Möglich wird das, weil die Stufe 2 nach dem Infektionsschutzgesetz im Kreis erreicht wurde.

Kierspe - Bereits in den vergangenen Wochen war eine Bewirtung im Biergarten möglich. „Das war aber für uns eine zwiespältige Angelegenheit. Denn bei einem Wetterwechsel hätten die Gäste nicht ins Restaurant gedurft. Geschäftsreisende, die bei uns wohnen, durften aber im Innenraum essen. Das war nur schwer bis gar nicht zu vermitteln“, erzählt Ernst Willi Funke, der Haus Berkenbaum gemeinsam mit seiner Frau Renate und seinen Kindern Christina Gerke und Christian Funke betreibt.

Allerdings wird der Restaurantbetrieb nach wie vor von den Regeln des Infektionsschutzes geprägt. So müssen Gäste, die dort speisen wollen, entweder einen negativen Coronatest vorweisen, als genesen gelten oder vollständig geimpft sein. Funke: „Den Test dürfen wir zwar bei unseren Mitarbeitern überwachen, nicht aber bei Gästen unseres Hotels oder Restaurants, deshalb müssen diese nach wie vor zu einem Testzentrum.“

Doch trotz der Einschränkungen und mit dem Wissen, dass diese Vorgaben nicht sofort von allen Besuchern verstanden werden, freuen sich die Kiersper Gastronomen, dass es jetzt endlich wieder losgeht. Und die Gäste können sich auf ein teilweise neues Ambiente freuen. Denn Funkes haben die lange Zeit des Lockdowns genutzt, um geplante Umbauarbeiten vorzuziehen. „Wir haben bei allen Arbeiten darauf geachtet, dass wir die sowieso schon hohen Hygienestandards noch weiter steigern“, erklärt Juniorchefin Christina Gerke. So habe man für die Versieglung der Fliesen ein entsprechendes Material verwendet. Auch die neu gepolsterten Stühle lassen sich jetzt leichter und noch gründlicher reinigen. Beim Umbau der Theke wurde darauf geachtet, dass die Mitarbeiter leichter Abstand halten können. Gerke: „Das sind auch alles Investitionen in die Zukunft, denn das Thema Corona wird uns sicher noch einige Zeit begleiten und auch danach profitieren sicher alle – Besucher und Mitarbeiter – von den Umbauten.“

„Als wir am 2. November schließen mussten, war mir klar, dass wir im Januar nicht wieder öffnen würden. Deshalb haben wir uns bemüht, die Arbeiten in den Zeitraum der Schließung zu legen“, so Funke.

Die Zeit der Schließung genutzt: Im Restaurant wurde ein neuer Boden verlegt und die Stühle wurden neu gepolstert.

Während der vielen Monate, in denen eine Bewirtung der Gäste im Haus nicht möglich war, hat auch Haus Berkenbaum ein Außer-Haus-Geschäft aufgebaut und will es auch in Zukunft weiter anbieten. „Viele unserer Gäste haben sich sehr über unsere Angebote gefreut und auch schon gefragt, ob es diese weiterhin geben wird“, berichtet Küchenchefin Stefanie Pieper. Mittlerweile sei man auch so weit, dass ein Großteil der Verpackungen im Mehrwegsystem angeboten werden könne, aber auch bei den Einwegverpackungen setze man bei den verwendeten Materialien auf Nachhaltigkeit.

Die langjährige Mitarbeiterin ist gespannt, wie das Geschäft wieder anläuft. Denn auch, wenn das Restaurant wieder öffnen kann, so wie es war, wird es in diesem Jahr wohl nicht wieder werden. „Viele Feiern, die vom vergangenen Jahr auf dieses Jahr verschoben wurden, sind nun bereits erneut umgebucht. Ich denke nicht, dass es noch viele große Feiern in diesem Jahr geben wird“ sagt Ernst Willi Funke. Doch seinen Optimismus trübt das nur wenig. Mit vier Familienmitgliedern und vier Festangestellten geht es in die Zukunft. „Ich bin froh, dass wir alle halten konnten und vor allem, dass alle bei uns geblieben sind“, sagt der Chef.

Einer wird aber bald gehen. Lucas Steinhauer, der in den vergangenen drei Jahren seine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert und mit der (bestandenen) praktischen Prüfung am Mittwoch abgeschlossen hat. Der junge Mann wäre aber auch gegangen, wenn es kein Corona gegeben hätte, will er doch als Zeitsoldat zur Bundeswehr.

„Bei weiteren Einstellungen sind wir aber zurückhaltend“, sagt Ernst Willi Funke. So habe man im vergangenen Jahr keinen Azubi genommen und auch in diesem Jahr sei es eher wahrscheinlich, auf einen Auszubildenden zu verzichten. „Das tut uns so leid, wir haben einen tollen Kandidaten, aber da niemand weiß, wie es weitergeht, werden wir sehr vorsichtig sein“, ergänzt Pieper.

In Zukunft soll es aber wieder Auszubildende geben. „Wir wollen unseren Standard halten und uns weiter verbessern. Dazu gehört die Ausbildung junger Menschen“, sagt Funke. Aber sicher auch die erneute Klassifizierung, die sein Kiersper Hotel gerade für die kommenden Jahre vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) bekommen hat.

Und ganz zum Schluss sagt Ernst Willi Funke dann noch einen Satz, den man nicht zwingend erwartet hätte: „Ich bin so froh, in Deutschland zu leben und hier einen Betrieb zu führen. Es dauert sicher manchmal länger als gewünscht, bis die Hilfen kommen. Aber man kann sicher sein, dass sie kommen. Das sieht in anderen Ländern ganz anders aus.“

Die neuen Regeln im Restaurant und im Hotel

Gäste, die das Restaurant im Innenraum besuchen möchten, benötigen einen negativen Corona-Test, müssen als genesen gelten oder brauchen eine Bescheinigung über die vollständige Impfung. Gleiches gilt für Übernachtungsgäste, die aus touristischen Gründen die Nächte im Hotel verbringen (alle 48 Stunden). Geschäftsreisende sind davon ausgenommen. Auch das Personal muss getestet werden. So müssen alle Mitarbeiter, die Kontakt zu den Gästen haben und noch nicht vollständig geimpft sind, alle 48 Stunden einen neuen Test vorlegen. Durch eine Schulung ist unter anderem Ernst Willi Funke berechtigt, diese Mitarbeitertests zu „beaufsichtigen“ und darf auch eine sogenannte Arbeitgeberbescheinigung ausstellen. Gäste, die in seinem Haus speisen oder übernachten, können diesen Service aber nicht nutzen, sie müssen in ein Testzentrum.

Weiterhin bestehen bleiben alle übrigen Hygieneregeln und auch der größere Abstand zwischen den Tischen, an denen Gäste Platz nehmen.

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