„Fahrt“ auf Motorrad kommt Kiersper teuer zu stehen

Flucht vor der Polizei: „Mir ist die Sicherung durchgebrannt“

Straßenschild der Fritz-Linde-Straße in Kierspe
+
Fritz-Linde-Straße in Kierspe.

1200 Euro Geldauflage muss ein Kiersper für die vorläufige Einstellung seines Strafverfahrens im Amtsgericht Meinerzhagen zahlen.

Kierspe - Der Vorwurf: Fahren ohne Fahrerlaubnis. Am 23. März vergangenen Jahres wurde eine Polizeistreife auf der Fritz-Linde-Straße in Kierspe auf den Mann aufmerksam, da dieser auf einem Motorrad keinen Helm trug. Beim Anblick der Beamten versuchte der Angeklagte noch schnell, sein Gefährt hinter einem Auto zu verstecken - zu spät.

Der Streifenwagen hielt neben dem Mann und stellte ihn zur Rede. Dabei fiel auf, dass das Motorrad keine Kennzeichen hatte. Anlass genug für den Beifahrer im Streifenwagen, auszusteigen. In dem Moment ergriff der Angeklagte die Flucht. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Ein Lkw-Fahrer, der auf einem Betriebshof stand, gab den Beamten den Tipp, der Mann sei in eine Industriehalle geflüchtet. Einer der Polizisten begab sich in die Halle, während sein Kollege das Gelände außerhalb absuchte. Tatsächlich stieß er draußen auf den 26-Jährigen. Dem ging an der Friedrich-Ebert-Straße die Puste aus, und der Polizist konnte ihn festhalten.

Bremsvorgang genügt schon

Im Gericht erklärte der Angeklagte, er habe das Motorrad für einen Kumpel verkaufen und bis dahin in einer Garage unterstellen wollen. Dafür habe er es etwa 700 Meter weit schieben müssen, wobei ihm ein Nachbar geholfen habe. Auf der Fritz-Linde-Straße sei es bergab gegangen. Er habe einen Fuß auf den Steigbügel gestellt und die Bremsen am Lenkrad betätigt. Zu keinem Zeitpunkt habe er den Motor angehabt, beteuerte der 26-Jährige.

Für das Fahren ohne Fahrerlaubnis reiche aus, so der Richter, dass der Angeklagte technische Vorrichtungen, in dem Falle die Bremse, benutzt hatte, um das Motorrad zu bewegen. Einer der beiden damaligen Polizisten sagte im Gericht aus, dass er den Angeklagten auf dem Motorrad gesehen habe. Einen Motor habe er nicht gehört. Und als er das Zweirad etwa anderthalb Stunden später noch einmal in Augenschein genommen hätte, sei der Motor nicht warm gewesen.

Kein gutes Licht auf den Angeklagten warf jedoch der Umstand, dass er vor den Polizisten geflohen war. „Das war eine dumme Aktion“, gab der Kiersper zu. „Ich war unter Rauschmittel. Irgendwie ist mir die Sicherung durchgebrannt.“ Wegen dieser verbotenen Fahrten war dem Kiersper ein Strafbefehl über 1200 Euro Geldstrafe und einem Fahrverbot von zwei Monaten zugegangen. Dagegen hatte er jedoch Einspruch eingelegt. Durchaus mit Erfolg: Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Zwar muss der Angeklagte nach wie vor 1200 Euro dafür zahlen, das Fahrverbot ließ der Richter aufgrund des Zeitablaufs jedoch weg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare