Kiersper Feuerwehr klärt über Rauchgas und Kohlenmonoxid auf

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Schornsteinfegermeister Mike Budde (links) und Wehrleiter Georg Würth werben für den Rauchmeldertag, der am Freitag, 13. April, begangen wird. ▪

KIERSPE ▪ In diesem Winter starben in Deutschland etliche Menschen durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Und auch in Lüdenscheid wäre einer Familie dieses Gas fast zum Verhängnis geworden. Die Gefahr geht von defekten Heizungen und Öfen aus. Doch mit einem CO-Warner können Leben gerettet werden. Deswegen macht die Kiersper Feuerwehr die Warngeräte zum Thema beim Rauchmeldertag.

Seit Jahren ist die Kiersper Wehr aktiv, um den Volmestädtern die Gefahr durch Rauchgas näher zu bringen. Bundesweit sterben jedes Jahr immer noch rund 600 Menschen an den Folgen eines Brandes. Viele könnten gerettet werden, wenn in ihren Wohnungen oder Häusern Rauchwarnmelder installiert wären, die vor allem nachts vor der tödlichen Gefahr rechtzeitig warnen könnten. Mit einem Rauchmeldertag zeigen die Ehrenamtlichen einmal im Jahr, wie leicht sich die Geräte montieren lassen, wo sie hingehören und helfen sogar, wenn eine Montage den Wohnungsbesitzern nicht selbst möglich ist.

Am Freitag, 13. April, ist es wieder so weit. Dann stehen die Wehrleute mit ihrem Infostand von 9 bis 17.30 Uhr auf dem Parkplatz des Rewe. „In den vergangenen Jahren wurden wir immer wieder gefragt, ob es auch Warnmöglichkeiten für Gehörlose oder Schwerhörige gibt“, erklärt Schornsteinfegermeister Mike Budde, der mit den Bezirksschornsteinfegern aus Kierspe und Meinerzhagen die Aktion der Feuerwehr unterstützt. „In diesem Jahr zeigen wir am Stand das sogenannte Wi-Safe-System, dass aus Rauchmeldern, Kohlenmonoxidmeldern und verschiedenen Warngeräten besteht. Wird Rauchgas oder CO in erhöhter Konzentration festgestellt, geht sofort ein Signal an ein Gerät, das ein Stroboskoplicht aktiviert. Außerdem wird ein Vibrationsalarm, der beispielsweise am Bett befestigt werden kann, ausgelöst. Ein mobiles Handgerät wird ebenfalls aktiviert. Dieses kann im Notfall als Taschenlampe genutzt werden und weist den Rettungsmannschaften durch ein akustisches Signal den Weg zum Hausbesitzer, sollte dieser sich nicht mehr selbst retten können“, so Budde weiter.

Aber auch einfache CO-Warner, ohne Anschluss an ein System, werden auf dem Rauchmeldertag gezeigt. Natürlich erklären die Fachleute auch, wie diese Geräte zu montieren sind. Budde: „Da Kohlenmonoxid leichter als Luft ist, steigt es nach oben. Trotzdem dürfen die CO-Warner nicht wie Rauchwarnmelder unter der Decke montiert werden, sondern an der Wand, da sich unter der Decke auch heiße Luft sammeln und dadurch das Gas vom Melder fernhalten könnte.“

Auch in diesem Jahr bieten die Fachleute an, dass die Wohnungs- und Hausbesitzer einen Grundriss ihres Gebäudes oder der Wohnung mitbringen können. Dort zeichnen dann die Wehrleute oder Schornsteinfeger ein, wo am besten Rauch- und CO-Melder ihren Platz finden. Aber auch die Position für Feuerlöscher und Löschdecke kann auf Wunsch vermerkt werden.

„Dass wir uns dem Thema Kohlenmonoxid so stark annehmen, hängt natürlich mit den schrecklichen Unfällen der vergangenen Monate zusammen, aber auch mit dem Wunsch der Kiersper, die nach dem Umgang mit dem tödlichen Gas auf dem Notruftag gefragt haben“, erläutert Wehrleiter Georg Würth. Rauch- und CO-Melder werden dann an diesem Tag auch zu einem Sonderpreis verkauft.

Kierspern, denen all dies noch nicht genügend Sicherheit bietet, können auch eine Gefahrenmeldeanlage in Aktion sehen. Diese warnt – je nach Ausbaustufe – vor Rauch, Einbruch, Gas, Kohlenmonoxid und Wassereinbruch. Allerdings hat soviel Sicherheit auch ihren Preis. Weit mehr als Tausend Euro müssen dafür ausgegeben werden. Welche Auswirkungen Brände haben können, wird den Besuchern des Rauchmeldertages ebenfalls vor Augen geführt. Eine Firma, die von der Kiersper Wehr engagiert wurde, installiert auch in diesem Jahr wieder eine Brandsimulationsanlage auf dem Rewe-Parkplatz. Dort wird dann nicht nur gezeigt, welch verheerende Folgen ein Fettbrand oder eine explodierende Farbdose haben können, sondern auch, wie diese Brände fachgerecht gelöscht werden. Wasser ist dabei nämlich oft die schlechteste Wahl.

Aktiv sind an dem Tag am Rewe auch die jüngsten Wehrleute der Stadt – die Löschzwerge. Diese werden für die Besucher Waffeln backen und über die Arbeit der Nachwuchsfeuerwehrleute informieren. Natürlich dürfen auch an der normalen Wehrarbeit Interessierte vorbeischauen und eventuelle Fragen klären.

Der Rauchmeldertag findet am Freitag, 13. April, von 9 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz des Rewe an der Thingslindestraße statt. ▪ Johannes Becker

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