Kiersper Feuerwehr: 220 Einsätze im vergangenen Jahr

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Der Brand eines Wohnhauses mit angeschlossenen Stallungen forderte den Einsatz aller vier Löschzüge. Verstärkung gab es darüber hinaus aus Meinerzhagen, Marienheide und Wipperfürth.

Kierspe - Rund 220 Einsätze hatte die Kiersper Feuerwehr im vergangenen Jahr zu absolvieren. Darunter einen Großbrand in Dörscheln, der neben dem Einsatz der Kiersper Wehrleute auch das Anrücken von Einheiten aus den Nachbarstädten notwendig machte.

Zwei Brände konnten frühzeitig bekämpft werden, weil Rauchmelder Alarm schlugen – es mussten aber auch wieder Wehrleute zu etlichen „Fehlalarmen“ ausrücken.

Rund 230 000 Liter Wasser mussten die Wehrleute aus Kierspe, Meinerzhagen, Marienheide und Wipperfürth einsetzen, um den Brand eines Wohnhauses mit angeschlossenen Stallungen in Dörscheln zu löschen. Durch einen technischen Defekt hatte zuerst das Dachgeschoss Feuer gefangen, später brannte trotz des massiven Einsatzes der Wehr das gesamte Gebäude ab. „Das war sicher das größte Schadensereignis im vergangenen Jahr“, erinnert sich Wehrleiter Georg Würth.

Viele Einsätze, zu denen die Wehr im vergangenen Jahr ausrückte, hatten vollkommen andere Ursachen als Brand oder Unfall. Allein 46 Mal wurden die Wehrleute alarmiert, weil Rauchmelder bemerkt wurden oder Brandmeldeanlagen auslösten. Allerdings rückten die Ehrenamtlichen 42 Mal vergebens aus. Lediglich zwei Brände waren durch eine Meldeanlage korrekt gemeldet worden. Allerdings lösten auch zwei Rauchmelder aus und verhinderten so ein Ausbreiten des Feuers. „Zunehmend werden wir auch durch Türöffnungen für den Rettungsdienst und in selten Fällen für den Pflegedienst in Anspruch genommen. Allein im vergangenen Jahr mussten wir statistisch nahezu jede Woche aus diesem Grund ausrücken“, so Würth. Genau 51 Mal mussten die Wehrleute Türen zu Privatwohnungen oder -häusern öffnen. Würth: „Wobei das immer schwieriger wird, da die Eingangstüren immer stärker gesichert sind.“

Der Wehrleiter verschweigt auch nicht, dass diese Einsätze um so mehr belasten, je weniger Personal zur Verfügung steht. Derzeit verfügt die Wehr über 135 Aktive. „180 wären wünschenswert“, so Würth, der aber auch sagt, dass es ohne den Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr noch schlechter aussehen würde. Allein aus der Nachwuchsabteilung rückten im vergangenen Jahr acht junge Wehrleute in die Züge nach, in diesem Jahr rechnet der Wehrleiter mit einer Verstärkung von acht jungen Helfern. Dem gegenüber stehen aber auch etliche Austritte aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund des Alters der Aktiven. Würth: „Allein im vergangenen Jahr haben fünf Wehrleute im Alter zwischen 25 und 35 Jahren die Wehr verlassen, weil sie aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln mussten.“

Um so wichtiger sind dem Wehrleiter eine starke Jugend- und Kinderfeuerwehr. In beiden „Einheiten“ zusammen versehen derzeit mehr als 80 junge Menschen ihren Dienst. Durch den Nachwuchs aus den eigenen Reihen ändert sich auch immer stärker die Struktur der Wehr. Bereits jetzt sind mehr als ein Drittel der Wehrleute im aktiven Dienst Frauen. „Schaue ich mir die Zusammensetzung in der Jugend- und Kinderfeuerwehr an, dann kann dieser Anteil weiter steigen“, so Würth. Mit den Jahren würden dann auch immer mehr Wehrleute mit Migrationshintergrund in die Züge kommen – zumindest dann, wenn es gelinge, den Eifer, mit dem die jungen Freiwilligen dabei sind, zu erhalten.

Strukturelle Veränderungen kündigen sich aber auch ganz aktuell an. Da aus den beiden Innenstadtlöschzügen einer werden soll – spätestens dann, wenn das neue Gerätehaus am Wildenkuhlen steht – arbeiten die Züge bereits an der Veränderung. So seien im vergangenen Jahr schon einige Wehrleute des Löschzuges Stadtmitte auf Fortbildungen entsandt worden, um deren Wissen in der technischen Hilfeleistung auszubauen. Bislang war dieses nahezu ein Alleinstellungsmerkmal des Löschzuges 2. Würth: „In diesem Jahr werden auch die meisten Dienste der beiden Züge gemeinsam absolviert und es soll bereits in Kürze die ersten Gespräche über die neue Führungsstruktur geben.“

Mit dem Beginn der Bauarbeiten für das neue Domizil am Wildenkuhlen rechnet der Wehrleiter in der zweiten Hälfte dieses Jahres – mit der Fertigstellung spätestens im Jahr 2018.

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