Gute Vorsätze: „Im nächsten Jahr wird alles anders“

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Rauchentwöhnung ist ein Klassiker unter den guten Vorsätzen.

Kierspe - Gänsebraten, Plätzchen, süßer Glühwein – während der Weihnachtszeit die „schlanke Linie“ zu bewahren, fällt oft schwer. Jetzt, in der Zeit nach dem Fest, plagt manchen das schlechte Gewissen.

So nehmen sich in Kierspe, wie wahrscheinlich überall im Land, zahlreiche Menschen vor: „Nächstes Jahr wird alles anders.“ Ein Eldorado der guten Vorsätze sind dabei die Fitnessstudios. Dort steigen pünktlich zum Jahreswechsel die Anmeldezahlen rapide. Das ist auch in Kierspe der Fall. „Der Januar und der Februar sind meist mit guten Vorsätzen gepflastert“, sagt Derek Schulze, Geschäftsführer des Studios Sportshouse4U an der Kölner Straße. „Auch wir kennen dieses Phänomen.“ Doppelt so viele Anmeldungen verzeichnet Schulze durchschnittlich in diesen Monaten, manchmal sogar noch mehr.

Doch längst nicht alle bleiben in ihrem sportlichen Ehrgeiz auch konsequent: „Karteileichen“, so nennt der Volksmund flapsig die Menschen, die sich in Fitnessstudios anmelden, nach wenigen Sitzungen aber Lust und Motivation verlieren. Was kann man dagegen tun?

Um dauerhaft sportlich aktiv zu werden, muss der „innere Schweinhund“ immer aufs Neue überwunden werden. Das zeigen die Fitness-Trainer Tanja Klemm und Alexander Weinmüller.

Derek Schulze hat zwei Tipps, die helfen sollen, „am Ball zu bleiben“. Der Erste: „Veränderung schaffen“. Im Sport brauche es, wie überall, Abwechslung. „Wir ändern den Trainingsplan unserer Mitglieder alle zwei Monate. So wird es nicht langweilig, Stillstand kann gar nicht entstehen“, erklärt er. Sein zweiter Rat: Nicht allein trainieren. „Schnappen Sie sich einen Freund, eine Freundin, Ihren Partner - ganz egal. Vor einem Trainingspartner gibt man sich nicht die Blöße, das Training vorschnell wieder abzubrechen.“

Ein paar Kilos verlieren, gesünder leben – solche Vorsätze kennt auch die Kiersperin Sabine Schmidt. Sie ist seit zehn Jahren „Coach“ bei den „Weight Watchers“, einer Organisation, die Menschen beim Abnehmen begleitet und unterstützt. In der Weihnachtszeit, berichtet sie, melden sich einige ihrer Teilnehmer sogar ab. Doch pünktlich zum Januar melden sie sich, gemeinsam mit zahlreichen Neukunden, wieder an. „Weight Watchers“ hat diesen „Neujahrstrend“ erkannt und bietet zum Jahreswechsel spezielle Rabatte an: 50 Prozent Rabatt locken da, außerdem ein Verzicht auf die Anmeldegebühr.

Tanja Klemm vom Fitness-Studio „Sportshouse4U“ macht vor, wie Muskeltraining funktioniert.

Damit die Teilnehmer dabei und ihren guten Vorsätzen treu bleiben, rät Sabine Schmidt zu „smarten Zielen“: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sollen die sein. Je konkreter, umso besser also. Daneben ist es auch bei „Weight Watchers“ die Gruppe, die den Menschen hilft, dabei zu bleiben. „Wir belügen uns gerne selber“, erklärt sie, „ich als Coach achte darauf, dass das nicht so schnell passiert.“

Neben dem Sport gibt es einen anderen Klassiker unter den guten Vorsätzen – die Rauchentwöhnung. Wer sich von der Zigarette ein für allemal verabschieden möchte, hat viele Möglichkeiten. Nikotinpflaster, -kaugummis und -spray sind frei verkäuflich in Apotheken, auch der Hausarzt kann beraten.

Menschen, die all das schon erfolglos probiert haben, wenden sich oft an Friedhelm Benning. Mit Hypnose versucht er seit mehr als zwölf Jahren Rauchern in Kierspe und Umland ihr Laster abzugewöhnen. Auch für ihn ist der Jahreswechsel eine besondere Zeit.

„Im Januar und Februar gibt es für mich sehr viel zu tun“, sagt Benning. Ungefähr zwanzig Prozent mehr Anfragen erhalte er in dieser Zeit. „ Zum neuen Jahr möchten viele Menschen schlechte Angewohnheiten ablegen, ich finde das gut.“ Nur unrealistisch dürfe es nicht werden, da ist sich Benning mit Fitnesstrainer Schulze und Coach Schmidt einig. Seine Warnung: „Neben der Rauchentwöhnung auch noch mehr Sport machen und abnehmen zu wollen – das kann überfordernd sein und ganz schnell schiefgehen.“ - Julia Beil

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