Neuer Kalender erschienen

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Stellten den neuen Kalender vor: Melanie Stumpe (Stadtwerke), Rita Kimmel (Sparkasse), Ortsheimatpfleger Ulrich Finke, Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Heinz-Hermann Diekmann und Christopher Kuppig von der Enervie-Gruppe (von links). ▪

KIERSPE ▪ Die Talsperren spielen keine unerhebliche Rolle beim neuen Stadtwerke-Kalender, der wieder mit Unterstützung der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen erscheint. Ortsheimatpfleger Ulrich Finke hat dazu im reichen Schatz alter Fotografien des Heimatvereins gesucht und Raritäten zu Tage gefördert, die ein Abbild längst vergangener Tage sind.

Während das Titelbild – schon allein wegen der Wiedererkennung – mit dem Alten Amtshaus geschmückt ist, zeigt das Januar-Blatt die alte Schule in Mühlenschmidthausen. Generationen von Schülern aus Teilen von Halver, Kierspe und Rönsahl besuchten das Gebäude, das bis zu seinem Abriss nahe der Kerspetalsperre stand. Ersetzt wurde die Schule dann um 1960 durch einen Neubau oberhalb des Ortes, der aber bereits 1968 mangels Schüler wieder geschlossen wurde.

Der Februar führt sogar auf den Grund der Sperre, wo nahe der heutigen Mauer das Gehöft Hersbach stand. Die Fischteiche gehörten der Familie Voswinkel. Die Familie siedelte dann später nach Rönsahl um, wo sie die Fischzucht nahe der Ölmühle betrieb.

Auf dem Kalenderblatt im März ist dann die Sperrmauer selbst zu sehen. Im Dezember vor 100 Jahren begann das Aufstauen des Wassers und bereits im darauffolgenden Jahr – also 1913 – war der Höchststand erreicht. Damals waren noch zwei Gebäude auf der Mauer zu erkennen, diese wurden im zweiten Weltkrieg demontiert, um die Sperre für angreifende Flugzeuge schwerer erkennbar zu machen.

April: Die Gruppe eines Motivwagens des Handwerkerumzuges von 1936 nimmt dort Aufstellung fürs Foto, wo sich heute der Zentrale Omnibusbahnhof befindet.

Ein ganz besonderes Stück Regionalgeschichte ist auf dem Mai-Blatt zu sehen. In dem Text zu dem alten Haus, das sich neben der heutigen Metzgerei Hoffmann befand, heißt es: „Mitten in Kierspe Dorf konnte man dieses ganz besondere Haus finden: das Geburtshaus von Peter Wilhelm Eberhard Steinmüller, Firmengründer der einst weltbekannten Firma Steinmüller in Gummersbach. Schon in jungen Jahren verdiente er sich an den Wochenenden Geld durch Musizieren in einer Gummersbacher Wirtschaft. Dort heiratete er die Tochter des Wirtes. Als Musikalienhändler und Musiklehrer entwickelte er, wegen des schlechten Wetters, wasserdichtes Papier. Beim Transport der Rohwaren fiel öfter seine englische Dampfzugmaschine auf der Straße von Wuppertal aus. So kam es, dass er sich auch mit der Dampftechnik beschäftigte.“

Im Juni sind Arbeiter der Gabelfabrik an der Wehestraße zu sehen. Bekannt ist lediglich ein Arbeiter auf dem Bild. Hinweise auf die anderen Abgebildeten nimmt Finke gerne entgegen.

Dass die Landwirtschaft früher von Handarbeit geprägt war, zeigt das Juli-Bild. Dort sind Frauen beim Heuwenden im Kerspetal – nahe der Ortschaft Bruch – zu sehen.

Mit Begeisterung zum Militär, das hatte Tradition in Deutschland. So war es kein Wunder, dass sich die jungen Männer auch zum Gruppenbild am Gasthof „Neue Brücke“ versammelten, um dann gemeinsam zur Musterung zu gehen. Auch bei dieser Aufnahme konnten die Abgebildeten noch nicht identifiziert werden.

Ganz entspannt sitzt Sparkassenchef Fritz Gogarten Anfang der 1950er Jahre mit seinem Mitarbeiterinnen auf dem September-Blatt vor der Rönsahler Sparkasse.

Im Oktober geht es wieder mit harter Arbeit weiter. Dort ist eine Dampfwalze samt Arbeiter zu sehen. Eingesetzt wurde der Trupp beim Bau der Straße von Wilbringhausen nach Höhlen.

Ein neu erstellter Weg ziert auch das Bild im November. Neben der Straße zur Jubachtalsperre ist dort auch das alte Bauernhaus der Familie Voswinkel zu sehen. Das Gebäude liegt heute im Freilichtmuseum Detmold und wartet auf seinen Wiederaufbau.

Wie reich beschenkt in wohlhabenden Familien auch früher schon Kinder wurden, zeigt das Kalenderblatt für den Dezember.

Zu bekommen ist der Kalender „Kiersper Erinnerungen“, der in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen ist und kostenlos abgegeben wird, in den Räumen der Stadtwerke und den Kiersper Filialen der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. ▪ Johannes Becker

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