Neue Schutzkleidung: Abschied von Blauröcken

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Die Schnitte der neuen Schutzanzüge – die vorläufigen Modelle waren beigefarben – wurden individuell an jeden Feuerwehrmann angepasst. Peter Meffert von der Firma Lion war am Donnerstag vor Ort, um alle Feuerwehrleute zu vermessen.

Kierspe - Retten in rot statt befreien in blau: Kiersper Feuerwehrleute kamen am Donnerstag im Gerätehaus an der Friedrich-Ebert-Straße zusammen, um sich für ihre neue Schutzbekleidung vermessen zu lassen. In etwa zehn Wochen wird dann die erste Garnitur der Schutzanzüge den Wehrleuten auf der Wache zur Verfügung stehen. Sie soll sie künftig bei ihren Einsätzen vor den dort lauernden Gefahren besser schützen.

Zunächst bestellte die Feuerwehr bei der Firma Lion 48 Anzüge, im Laufe der nächsten zwei Jahre wird der Bestand dann auf eine Stückzahl von 150 Aufgestockt werden. Die Gesamtkosten für alle Exemplare betragen dann 180 000 Euro, das entspricht 1200 Euro pro Anzug. 

Neben optischen Veränderungen zur vorherigen Kleidung bietet die neue Kluft auch einige praktische Besonderheiten. Statt dunkelblauer Farbelemente gibt es nun rote. Dadurch sollen die Wehrleute in Zukunft besser erkennbar sein, denn rot sei etwa bei Dunkelheit besser sichtbar. 

Die neuen Schutzanzüge sind außerdem etwas leichter, verfügen über eine Polsterung an den Armen, Schultern und Knien, um bei Einsätzen für genügend Komfort zu sorgen. Zudem schützen sie vor thermischen Belastungen. In den meisten Fällen betreten die Männer und Frauen bei Einsätzen das in Brand stehende Gebäude nicht aufrecht gehend, sondern in einer Art Kriechgang. 

Bei Einsätzen sind sie oft gezwungen, sich in einem Kriechgang fortzubewegen. Bei der Vermessung musste auch das berücksichtigt werden.

Der Schnitt sowie die Größen sind vom Hersteller individuell angepasst und werden im Regelfall nicht verstellt. 

Die neue Ausstattung wird erwartungsgemäß für ungefähr zehn weitere Jahre halten, zumindest wenn sie vorher nicht allzu stark beschädigt wurde. Nach jedem Brand, spätestens aber nach einem Jahr, wird sie auf ihre Sicherheit geprüft. Hierzu werden die Gerätewarte der Feuerwehr noch an einer eintägigen Schulung teilnehmen. Zusätzlich ist die Kleidung mit einer weißen Membran ausgestattet, die sich im Innenfutter befindet und an der man den Grad der Beschädigung durch Flammen prüfen kann. 

„Wir haben ein Anforderungsprofil erstellt, bei dem wir nach verschiedenen Kriterien, unter anderem qualitativen und preislichen, das für uns beste Produkt ermittelt haben“, beschrieb Georg Würth, Chef der Kiersper Feuerwehr, das Vorgehen zur Entscheidungsfindung. Kurzum sei die neue Schutzbekleidung farblich besser, praktischer und effektiver. 

Einige Wehrleute hatten im Vorfeld sieben verschiedene Produkte von sechs verschiedenen Firmen anprobiert und im Anschluss ihre Meinung zur jeweiligen Schutzhose oder -jacke abgegeben. So konnte man auch teilweise die Wünsche der Feuerwehrbasis berücksichtigen. 

So sehen die neuen Anzüge farblich aus, wenn sie in etwa zehn Wochen geliefert werden.

„Da etwa zu 40 Prozent Frauen hier arbeiten, war es natürlich auch wichtig, sowohl die männliche als auch die weibliche Anatomie bei der Auswahl der Kleidung zu berücksichtigen“, stellte Würth klar. Die Meinung jedes einzelnen Brandmeisters sei wichtig, weil es um ihre Sicherheit bei den Einsätzen gehe. Wenngleich man, so gab Würth zu, nicht alle Interessen und Wünsche unter einen Hut bringen konnte. 

Beim Vermessen der beigefarbenen Musteranzüge jedenfalls wirkten die Feuerbekämpfer mit ihrer neuen Kluft zufrieden.

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