Kiersper UWG blickt auf ein gutes Jahr zurück

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Der Vorstand der UWG konnte auf ein gutes Jahr zurückblicken. ▪

KIERSPE ▪ „Ich bin Stolz, einer Partei anzugehören, die sich wirklich um die Belange der Kiersper kümmert und die keine Rücksicht auf Parteifreunde in Land und Bund nehmen musste“, betonte der Fraktionsvorsitze der UWG, Dieter Grafe, auf der Jahreshauptversammlung der Unabhängigen am Montagabend im Rathaus.

Als Begründung für diese Aussage nannte Grafe unter anderem, dass die finanziellen Probleme, in denen sich die meisten Kommunen mittlerweile befänden, nicht vor Ort entständen, sondern im Bund, im Land und auch im Kreis gemacht würden: „Ich bin oft erschüttert über die Entscheidungen im Kreistag, die unter anderem auf den Fraktionszwang zurückzuführen sind.“ Und auch wenn es in der UWG solch einen Zwang nicht gäbe, so herrsche doch in der Wählergemeinschaft große Einigkeit. „Wir haben ein gutes Team und wir sind niemandem hörig“, so Grafe, der seine Rede auch dazu nutzte, mit der Bundespolitik abzurechnen: „Ich finde diese Politik derzeit unerträglich. Wird einmal ein guter Vorschlag gemacht, dann wird er vom politischen Gegner sofort kritisiert. Das ist zum Glück in Kierspe anders, hier wurden nahezu alle wichtigen Entscheidungen der vergangenen Jahre einstimmig getroffen.“

Im Laufe seiner Redezeit ging Grafe auch auf die Regionale ein, die für ihn nichts anderes sei, als ein Konjunkturprogramm: „Da werden Dinge gefördert, die sonst nicht förderungswürdig sind.“ Als „schlimmstes“ Projekt nannte er den „unterirdischen“ Aufzug, der die Stadt Altena mit der gleichnamigen Burg verbinden solle. „Da entstehen sieben Millionen Euro Baukosten und jährlich Folgekosten von rund 165 000 Euro.“

Da passte es ins Konzept, dass der Fraktionsvorsitzende als nächsten Punkt den städtischen Haushalt ansprach, der „sehr bedrückend“ aussehe. Grafe: „Doch trotz leerer Kassen muss es unser wichtigstes Ziel sein, die Infrastruktur zu erhalten. Wir brauchen auch in Zukunft ein Hallenbad und gute Sportstätten, um Kierspe interessant zu halten.“ Die Ursache für die Schieflage im Haushalt sieht Grafe in erster Linie in Kosten, die der Kommune aufgezwungen würden: „Allein Kierspe hat in den vergangenen Jahren 8,1 Millionen Euro Solidaritätsabgabe leisten müssen. Und nach der Gesetzeslage müssen wir noch bis 2020 weiterzahlen, und das, obwohl es vielen ostdeutschen Städten besser geht als den Kommunen im Westen.“

Gerade vor Ort sieht Grafe viele Projekte, die dringend in Angriff genommen werden müssten. Als ein vorrangiges Projekt in Kierspe nannte Grafe die Landstraße 528, die mittlerweile in einem derart schlechten Zustand sei, dass sie eigentlich gesperrt werden müsste. Außerdem sprach er sich für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen aus, lobte den Einkaufspark Wildenkuhlen und verteidigte das Baugebiet „Östlich Rathaus“. Darüber hinaus forderte er Beständigkeit bei dem Wunsch nach der Nordumgehung und dem Bau eines Busbahnhofes.

Der Vorsitzende der UWG, Clemens Wieland, fasste in seiner Rede das vergangene Jahr aus Sicht der Unabhängigen zusammen. Da durfte das gute Abschneiden bei der Wahl nicht unerwähnt bleiben. „Jetzt gibt es in Kierspe zwei zweitstärkste Kräfte.“ 1989 habe die UWG noch 12,2 Prozent der Stimmen bekommen, vergangenes Jahr seien es dann schon 20,7 Prozent gewesen.

Auch erinnerte Wieland an die Feier zum 40. Bestehen der Wählergemeinschaft. In Zukunft wolle man sich weiter um die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs kümmern, die Schulwege kontrollieren, das Einzelhandelskonzept prüfen und eine Veranstaltung mit dem Betreiber des zurzeit im Bau befindlichen Seniorenzentrums vorbereiten.

Der UWG-Vorsitzende bezifferte die Höhe der Spenden, die die UWG an die unterschiedlichsten Empfänger in den vergangenen Jahren ausgezahlt habe, auf rund 5000 Euro.

Nach einem Kassenbericht von Oliver Knuf, der eine Weiterführung der Arbeit auf solider finanzieller Basis versprach, wurden einige neue Vorstandsmitglieder gewählt oder wiedergewählt. Als zweiter Vorsitzender wird auch zukünftig Dieter Grafe tätig sein, die Kasse wird weiter von Knuf geführt, als zweiter Beisitzer fungiert Karl-Friedrich Bengelsträter, das Amt der Schriftführerin übernimmt Astrid Schmiedel von Jürgen Rittinghaus, von Marlen Vedder übernimmt Rüdiger Däumer den Posten des ersten Beisitzers. Als Kreisdelegierte wurden Dieter Grafe und Clemens Wieland gewählt. ▪ jobek

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