Feuerwehr und Schornsteigernfeger zeigen laute Lebensretter

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Der Bezirksschornsteinfeger Mike Budde (links) informiert gemeinsam mit Andreas Pfaffenbach und Georg Würth (jeweils dahinter) von der Freiwilligen Feuerwehr am Freitag Kiersper Bürger über den Nutzen und die Pflicht von Rauchwarnmelder.

Kierspe - Freitag der 13. mag für viele Menschen als Pechtag verschrien sein. Für einige Kiersper aber könnte er sich seit gestern zum echten Glückstag mausern – sofern sie sich in der Kiersper Rewe-Filiale von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und den Bezirksschornsteinfegermeistern haben beraten lassen.

Der bundesweite Rauchmeldertag wird in jedem Jahr an einem Freitag, den 13. begangen. In Kierspe hat diese Informations- und Aufklärungskampagne seitens der örtlichen Feuerwehr und Schornsteinfeger nun schon eine 15-jährige Tradition. Neuen Schwung hat die Veranstaltung seit der Rauchwarnmelderpflicht NRW im April 2014 aufgenommen. Seitdem müssen alle Neubauten mit den kleinen, lebensrettenden Dosen ausgestattet sein, für Bestandsbauten ist es bis spätestens ab 31. Dezember 2016 verpflichtend, in allen Schlafräumen sowie Flucht- und Rettungswegen Rauchwarnmelder anzubringen.

„Viele Kiersper wissen das, unsere Aufklärungskampagnen haben in den vergangenen Jahren Wirkung gezeigt“, sagten Bezirksschornsteinfegermeister Mike Budde und Andreas Pfaffenbach, Löschzugführer des Löschzugs 1 in Kierspe. Trotzdem blieben viele Bürger stehen, ließen sich von den Experten auf den neuesten Stand bringen und statteten – wenn bis dato noch nicht geschehen – ihr Heim mit Rauchmeldern aus.

Oder sie machten es so, wie Bert und Gertraude Kelsch. Das Kiersper Ehepaar legte sich vier neue Exemplare zu, um auf dem aktuellsten Stand der Technik zu bleiben. Übrigens: Die Rauchmelderpflicht ist Mieterpflicht. Mit bis 25 Euro pro Stück sind Rauchwarnmelder zwar kein Schnäppchen, können aber eine im Fall der Fälle eine lebensrettende Investition sein, weiß Mike Budde: „Brandtote sind in der Regel Rauchtote.“

Gerade im Schlaf seien gewisse Sinneswahrnehmungen heruntergefahren. Eine Rauchentwicklung kann dadurch verheerende Folgen haben. „Man bemerkt den Rauch zu spät und kommt im schlimmsten Fall nicht mehr aus dem Gebäude raus. Oder man wird schon vorher ohnmächtig“, ist sich Pfaffenbach der Gefahren bewusst. Der mindestens 85 Dezibel laute Ton des Melders soll das verhindern. Eben dieser schrillende Alarm war es auch, der vor wenigen Wochen Schlimmeres am Füllenfeld verhinderte.

Ein Rauchwarnmelder hatte ausgelöst, ein Nachbar bemerkte den Alarm und verständigte die Feuerwehr, noch bevor sich Rauch und Feuer ausbreiten konnten (wir berichteten). CO-Melder: Schutz vor Kohlenmonoxid Brände, so erklärt Budde, seien heute weitaus heißer als noch vor einigen Jahren. Aufgrund der zunehmend künstlichen Materialien, mit denen Häuser und Wohnungen eingerichtet werden, entwickelten Zimmerbrände Temperaturen bis zu 1200 Grad Celsius, früher waren es bis zu 700. Oft reichten schon kleine Dinge aus, um einen Raum unter Rauch zu setzen.

Budde: „100 Gramm Schaumstoff entwickeln 270 Kubikmeter Rauch, damit sind 100 Quadratmeter Wohnfläche lebensbedrohlich verqualmt. Laut einer von Budde angeführten Statistik gibt es in Deutschland jährlich bis zu 600 Brandtote. „Und um diese Zahl zu senken, sind wir heute hier“, so Pfaffenbach.

Wehrleiter Georg Würth geht davon aus, dass die Freiwillige Feuerwehr in den vergangenen drei Jahren etwa 20 Einsätze hatte, bei denen Rauchmelder Schlimmeres verhinderten. Neben den Rauchmeldern hatten die Experten am Freitag auch noch CO-Melder im Gepäck. Die sind zwar keine Pflicht, „sind aber gerade in Häusern mit Gastherme oder Kaminofen sehr zu empfehlen“, betonte Budde. Bis zum späten Freitagabend standen die beiden Schornsteinfegermeister und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an ihrem Infostand.

Wer keine Gelegenheit zum Vorbeischauen hatte, aber trotzdem noch Fragen bezüglich vorschriftsmäßiger Rauchmelderanbringung hat, kann die Experten anrufen und einen Termin zur Beratung ausmachen.

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