Festumzüge bringen den Verkehr zum Erliegen

Um auch auf Notfälle vorbereitet zu sein, begleitete in den vergangenen Jahren auch immer ein Rettungswagen den Zug.

Kierspe - Solch einen Aufwand – wie in diesem Jahr – musste der Kiersper Schützenverein bei der Sperrung der Straßen noch nie betreiben. Zwar ist es bereits seit Jahrzehnten üblich, dass die Polizei den Schützenverein bei seinen Märschen begleitet und auch, dass es den Autofahrern nicht erlaubt ist, in dieser Zeit die Straßen zu befahren.

Doch in einer Zeit, in der eine diffuse Terrorangst besteht und in der es auch immer mal wieder zu Zwischenfällen gekommen ist, sind die Vorschriften bei der Absperrung deutlich aufwendiger geworden. Dabei geht es nicht nur um die Verhinderung eines terroristischen Anschlags, sondern auch darum, Unfälle zu verhindern.

Zu deutlich ist noch die Erinnerung an einen Unfall, der sich im Herbst 2009 in Menden ereignete. Damals gab es zwei Tote und mehr als 50 Verletzte, als ein 79 Jahre alter Autofahrer in einen Fest-Umzug der Sankt-Hubertus-Schützen raste. 14 Menschen wurden schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Der Rentner fuhr den Angaben zufolge auf einer abschüssigen Straße mit seinem schwarzen A-Klasse-Mercedes ungebremst „mitten in den hinteren Teil“ des Umzugs hinein, mit dem der Verein sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Die Polizei ist für die Sicherung der Festzüge zuständig. Doch aufgrund gestiegener Sicherheitsvorschriften werden die Beamten in diesem Jahr von Bauhof, Ordnungsamt und der Schützenpolizei aus Meinerzhagen unterstützt.

Mehr als 100 Einsatzkräfte kümmerten sich damals vor Ort um die Verletzten. Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz, die Schwerverletzten wurden bis Köln, Siegen, Dortmund und Hamm gebracht.

Neben den Schwerverletzten gab es 37 Leichtverletzte, die großteils wegen Schocks Betreuung brauchten. Da aber auch die Polizei nicht das Personal bereithalten kann, um jeden Schützenumzug im Sauerland entsprechend abzusichern, bekommen die KSV-Mitglieder in diesem Jahr Unterstützung durch den Bauhof der Stadt Kierspe, das Ordnungsamt in Kierspe und die Schützenpolizei aus Meinerzhagen.

Während der gesamten Dauer des Umzugs kommt der Verkehr in weiten Teilen Kierspes zum Erliegen. Am Samstag, 26. August, startet der Zug mit dem Antreten erstmals am Alten Amtshaus. Dann geht es über die Friedrich-Ebert-Straße – mit einem Halt vor dem Ehrenmal an der Margarethenkirche – zur Schmiedestraße.

Anschließend führt die Route über Lessingstraße, Wiesenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Bachstraße (hier wird erneut gestoppt, um die Fackeln zu entzünden), Thingslindestraße, Lindenstraße, Friedrich-Ebert-Straße zum Festplatz auf dem Hedberg.

Am Sonntag, 27. August, treten die Schützen um 13.30 Uhr am Alten Amtshaus an. Von dort geht es über Friedrich-Ebert-Straße, Schmiedestraße, Lessingstraße, Wiesenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Am Krähennocken, Im Kämpken, Thingslindestraße zur Bachstraße, wo die Gruppe des ASV Kierspe eingegliedert wird.

Anschließend geht es über Friedrich-Ebert-Straße. Jahnstraße und Friedrich-Ebert-Straße zum Festplatz. Am Montag starten wieder zwei Züge. Der erste um 9 Uhr Am Krähennocken und bewegt sich dann mit Marschunterbrechungen über die Friedrich-Ebert-Straße zum Festplatz.

Der zweite Zug an diesem Tag startet um 18.30 Uhr am Festplatz, von dort geht es über Goethestraße, Schmiedestraße, Lessingstraße, Wiesenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Jahnstraße und Friedrich-Ebert-Straße zurück zum Festplatz.

Bei diesen Umzügen wird nicht nur die Marschroute selbst für den Verkehr gesperrt, es werden auch alle Einmündungen abgeriegelt. „Wir wissen, dass wir damit für einige Kiersper Unannehmlichkeiten verursachen. Doch das Wohl der Teilnehmer und der Kiersper, die sich den Zug anschauen, steht im Vordergrund. Deshalb hoffen wir auf das Verständnis der Anwohner“, formuliert der erste Vorsitzende des KSV Jörg Makowski.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare