Bahnübergang in Kierspe

Langzeit-Baustelle im MK schafft es in neue Verbraucher-Show von RTL

Bahnübergang bei Haus Rhade im Blick eines RTL-Fernsehteams
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Welches Schild gilt? Dürfen nun keine Fahrzeuge, die schwerer sind als 3,5 Tonnen, die Gemeindestraße nach Haus Rhade befahren? Oder ist für solche, die länger sind als 12 Meter, die Durchfahrt verboten? Und gelten die Verbote nicht für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge?

Die Maßnahme der Sicherung des Bahnübergangs bei Haus Rhade ist längst zu einer Posse geworden, für die sich nicht nur das WDR-Fernsehen, sondern auch der Privatsender RTL interessiert.

Kierspe - Der hat nämlich ein Fernsehteam aus München nach Kierspe geschickt, um in einem Film festzuhalten, warum für den Einbau einer Lichtzeichenanlage, von Schranken sowie Andreaskreuzen und die Verbreiterung einer Straße 14 Monate Bauzeit und mit Planung und Vorbereitung noch viel mehr Zeit benötigt wurden.

Von den letzten Bauarbeiten an der Straße mit dem Bahnübergang hat das Filmteam allerdings nichts mehr mitbekommen, denn gerade an dem Tag, an dem es zu Dreharbeiten ans Haus Rhade kam, war die Baustelle abgeschlossen und geräumt worden.

Baustelle geräumt

Filmen konnten sie daher nur noch die Pflastersteine, mit denen die Straße um 15 Zentimeter auf jeder Seite verbreitert worden war. Dies war laut Deutscher Bahn aufgrund einer internen Verordnungsänderung notwendig geworden. Diese Änderung war aber offensichtlich erst nach November 2020 vorgenommen worden – da sollte eigentlich die Sicherung des Bahnübergangs Haus Rhade und die Verbreiterung der Straße, einschließlich eines kleinen Brückenbauwerks für ausreichend Aufstellfläche, abgeschlossen sein.

Denn es war mit einer Bauzeit von Anfang August bis November des vergangenen Jahres kalkuliert worden. Aus den vier Monaten wurden letztlich 14, weil die kleine Brücke abgerissen und neu gebaut werden musste. Und für diese Zeit war die Straße von der B 54 zum Haus Rhade komplett gesperrt. Auch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge konnten den Bahnübergang nicht passieren.

So sieht die Verbreiterung der Straße um 15 Zentimeter auf jeder Seite aus.

Obendrauf kamen noch einmal einige Wochen, um die Hochwasserschäden im Juli zu beseitigen und, mit Vollsperrung und Einbahnstraßenregelung, für die 30-Zentimeter-Verbreiterung der Fahrbahn. Auf den ersten Blick scheint nun wieder alles in Ordnung zu sein: Die von der B 54 ins Kierspetal führende Gemeindestraße ist wieder befahrbar. Nur ein offensichtlich vergessenes Dixi-Toilettenhäuschen erinnert noch an die Baumaßnahme.

Doch die Gemeindestraße ist nicht für alle wieder frei und befahrbar. Vielmehr sorgen Schilder für Unsicherheit und fast schon Chaos: Wie bereits berichtet, sagen die Zusätze an den Lkw-Sperrschildern an der Landesstraße 528 (nach Halver), dass die Fahrt nur bis Haus Rhade möglich ist. An der Bundesstraße 54 ist zwar das Lkw-Verbotsschild ein wenig besser zu sehen, weil der es umhüllende Busch beziehungsweise Baum zurückgeschnitten wurde.

Welches Schild gilt?

Dies bedeutet: Verbot für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, einschließlich ihrer Anhänger, und Zugmaschinen, ausgenommen Personenkraftwagen und Kraftomnibusse. Nur wenige Meter weiter steht ein weiteres Lkw-Verbotsschild mit den Zusätzen „über 12 Meter“ sowie „Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei“ – da dürfte sich zweifellos so mancher Lastwagenfahrer fragen: „Darf ich nun hier fahren oder nicht?“

Noch kein Sendetermin

Zu sehen sein wird der Beitrag in der neuen RTL-Verbrauchershow „Echt jetzt?“ – so der Arbeitstitel – , die noch in diesem Jahr starten soll, von Ilka Bessin moderiert und im Nachmittagsprogramm laufen wird. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

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