Lesung im Sozialen Bürgerzentrum in Kierspe

Blick zurück in den Schmiedeeisensommer

Ursula Schröder Lesung
+
Ursula Schröder stellte im Sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand ihr neues Buch vor.

Umfassende Einblicke in ihren neuen Roman „Schmiedeeisensommer“, der vor einigen Wochen im SCM Hänssler Verlag erschienen ist, gab die Kiersper Schriftstellerin Ursula Schröder am Mittwochabend bei einer Lesung im Sozialen Bürgerzentrum „Hand in Hand“.

Kierspe –Als Veranstalter fungierte der Förderverein der Stadtbibliothek. Dessen Vorsitzender Hermann Reyher konnte knapp 20 Gäste begrüßen, die das Bürgerzentrum natürlich unter Einhaltung aller aktuellen Corona-Regelungen besuchten. Neben einem Dank an „Hand und Hand“, wohin die Lesung kurzfristig anstelle der Stadtbibliothek verlegt worden war, verlieh Hermann Reyher seiner Freude Ausdruck, dass sich unter den Besuchern auch Vertreter des Heimatvereins und Ortsheimatpfleger Ulrich Finke befanden, ehe er das Wort an Ursula Schröder übergab.

Historischer Gesellschaftsroman

Erfolgreiche Romane hat die Kiersper Autorin schon viele verfasst, mit ihrem kürzlich veröffentlichten Buch „Schmiedeeisensommer“ betritt sie allerdings neues Terrain: Es handelt sich um einen Historischen Gesellschaftsroman. Angelegt ist die Handlung im Kierspe des Jahres 1860. „Die Geschichte hat als Grundidee die Frage: Was passiert eigentlich, wenn zwei Menschen eine Ehe eingehen, die aus völlig unterschiedlichen Lebensbereichen kommen?“, erklärte Ursula Schröder.

Pauline, genannt Nini, ist eine junge Frau Anfang 20 aus westfälischem Adel. Der Vater ist plötzlich verstorben, mit dem familiären Gutshof gibt es große wirtschaftliche Probleme. Ninis Mutter und Bruder bitten sie daher, die Ehe mit dem Finanzier Jakob einzugehen. Der ist ein wohlhabender Mann Anfang 30, unehelicher Sohn einer Dienstmagd, aufgewachsen in einem jüdischen Villenhaushalt in Düsseldorf.

Nach der Heirat beziehen sie in Kierspe das Gut Möllenbeck, für das Haus Isenburg als Vorbild diente. Kennenlernen und Annäherung vorab gestalten sich kompliziert. Eine der insgesamt fünf von Ursula Schröder für ihre Lesung ausgewählten Passagen machte besonders deutlich, wie erheblich die Differenzen in puncto Religion sind. Pauline ist streng gläubig, Jakob hingegen „fällt es schwer, an einen Gott zu glauben, der so viel Böses zulässt“.

So verzichtet Pauline dann auch lieber darauf, Jakob zu fragen, ob er sie zum Gottesdienst in der Margarethenkirche begleitet. Dort knüpft Pauline, neu in Kierspe, erste Kontakte zur Kiersper Gesellschaft. Sie lernt die Geschäftsfrau Cäcilie kennen. Auf deren Einladung erhalten Jakob und Pauline einen Einblick in die Welt der Reidemeister. Hier wird nun der Bezug auf den Romantitel deutlich: Die Eheleute besuchen einen Schmiedehammer, als Vorbild diente Ursula Schröder hierfür der Schleiper Hammer. Eine Szene, die Heimatfreunden ganz besonders gut gefallen dürfte, erzählt die Autorin doch mit viel Liebe zum Detail.

Auf dem Heimweg wird deutlich, dass es bei Jakob und Pauline auch an Offenheit in der Kommunikation mangelt, sie aneinander vorbei reden. So geht Jakob, für den der Besuch im Schmiedehammer besonders in wirtschaftlicher Hinsicht interessant war, davon aus, dass es seiner Ehefrau dort nicht gefallen habe - eine klare Fehleinschätzung. Denn vielmehr fand es Pauline dort „faszinierend“, wie sie später Cäcilie bei deren Besuch auf Gut Möllenbeck erzählt.

Historische Genauigkeit

Deutlich wurde bei der Lesung zudem, welch hohes Maß an historischer Akkuratesse und Genauigkeit Ursula Schröder beim Schreiben und Recherchieren an den Tag gelegt hat. Dieses beruht sowohl auf ihrer eigenen als auch auf externer Expertise: Bei historischen Fragen stand Ortsheimatpfleger Ulrich Finke der Autorin helfend zur Seite.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare