Politiker sehen Probleme in Sachen Barrierefreiheit rund ums Rathaus

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Bei einer Begehung des Rathaus-Umfeldes machten sich die Mitglieder des Ausschusses für Demografie, Soziales und Familie ein Bild von den Schwierigkeiten, mit denen Behinderte etwa am Zugang zum Verwaltungsgebäude konfrontiert werden.

Kierspe - Die Kiersper Politiker auf die Probleme für Menschen mit Einschränkungen, die sich im Stadtgebiet zu Fuß, mit einem Rollator oder einem Rollstuhl fortbewegen wollen, aufmerksam zu machen, das ist das Ziel der Initiative für ein barrierefreies Kierspe. Ganz fremd ist dieses Thema in der Volmestadt aber nicht.

Bereits vor zehn Jahren habe sich der Seniorenbeirat der Stadt mehrfach mit der Barrierefreiheit im Stadtgebiet beschäftigt, sagte Clemens Wieland, Vorsitzende des Ausschusses für Demografie, Soziales und Familie, bei einer Begehung des Rathaus-Umfeldes am Dienstagnachmittag. Den Antrag für die Inaugenscheinnahme der Flächen und Wege rund um das Verwaltungsgebäude hatten Peter Christian Schröder (FWG), Ralf Ullrich (SPD) und die beiden Beiratsmitglieder des Awo-Seniorenzentrums Doris Fittig und Jürgen Grzelka gestellt.

Bereits sei einigen Jahren werde bei Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in Kierspe darauf geachtet, dass auch man den Bedürfnissen von Behinderten gerecht werde, erklärte Wieland, der als Beispiel die taktilen Bodeneinlassungen für Blinde im Bereich Östlich Rathaus anführte. Doch Barrierefreiheit bleibe ein Dauerthema. „Es ist wichtig, dass wir uns dafür sensibilisieren und aufmerksam durch Kierspe gehen“, appellierte der Vorsitzende an die Mitglieder des Ausschusses und an die Bürger.

Mit Hilfe eines zur Verfügung gestellten Rollstuhls konnten die Politiker am eigenen Leib erfahren, welche Schwierigkeiten Menschen mit Einschränkungen in Kierspe haben.

Der Rundgang der Politiker führte vom Rathausvorplatz über den Glockenweg, an der katholischen Kirche und am Kindergarten vorbei und zurück. Dabei fielen einige Stellen ins Auge, an denen der Handlungsbedarf in Sachen Barrierefreiheit deutlich wird. Unebenes Kopfsteinpflaster, zu hohe Bordsteine und steile Rampen – mit Hilfe eines zur Verfügung gestellten Rollstuhls konnten die Ausschussmitglieder am eigen Leib erfahren, vor welche Schwierigkeiten Menschen mit Einschränkungen in diesen Bereichen gestellt werden. „Es gibt viele vorbildliche Stellen, etwa den Glockenweg zur Katholischen Kirche, aber auch einige, an denen viel zu tun ist“, betonte Wieland und spricht dabei Schröder, Ullrich, Fittig und Grzelka aus dem Herzen.

Ein großer Dorn im Auge ist den Initiatoren der Bodenbelag rund ums Rathaus, den auch Wieland bei der Begehung als „abenteuerliche Rallye-Strecke“ bezeichnete und die Rampe zum Haupteingang. „Das ganze Umfeld sehe ich grundsätzlich kritisch. Wenn hier zukünftig saniert werden sollte, dann muss auf die Barrierefreiheit geachtet werden.“

Zustimmung bei Politik, Bürgern und auch Verwaltung

Zustimmung fanden die Initiatoren und der Vorsitzende nicht nur bei den Ausschussmitgliedern und Bürgern, die während des Rundgangs rege das Thema diskutierten, sondern auch bei der Verwaltung. So wies der Erste Beigeordnete der Stadt Olaf Stelse zwar daraufhin, dass nicht überall flache Bordsteinkanten oder Fußgängerüberwege möglich seien. „Witterungsbedingt brauchen wir auch Abläufe für das Regenwasser.“ Bereits vor einigen Jahren habe die Stadt aber beispielsweise den Zugang zum Rathaus umgestaltet.

Rathaustreppe soll saniert werden

Das es aber weiterhin problematische Ecken im Stadtgebiet gibt, das sieht auch der Beigeordnete ein. „Die Situation ist uns bewusst. Die Verwaltung ist sensibilisiert“, sagte Stelse und wies daraufhin , dass sich der Ausschuss für Umwelt und Bauen, der auch für behindertengerechte bauliche Maßnahmen zuständig ist, mit der Sanierung der Rathaustreppe beschäftigen werde. Das Geld dafür sei bereits im Haushalt eingeplant.

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