Ärztesprecher sieht noch Probleme

Konzept hinter Schnelltests fehlt

Schnelltest - Abstrich - Corona - Antigen-Test
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Bislang dürfen nur Ärzte sowie das Personale von medizinischen und Pflege- sowie Bildungseinrichtungen einen Abstrich für einen Schnelltest durchführen. Das Bundesgesundheitsministerium möchte dies ändern und den Antigen-Test auch von allen anderen durchführen lassen können.

Durchaus positiv sieht es Jochen Reiffert, Sprecher der Kiersper Ärzte, wenn künftig auch Bürger privat Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung kaufen können. „Da muss dann aber auch ein Konzept dahinter stehen“, fügt der Allgemeinmediziner gleich an und meint damit die Frage: „Was passiert, wenn jemand positiv ist?“

Kierspe - Jochen Reiffert weiß aber auch, dass Schnelltests lediglich kurzfristige Aussagen über eine Corona-Infektion liefern, keine absoluten. Die Tests würden oft, ob positive oder negativ, zu stark interpretiert. Der Kiersper Arzt weiß natürlich, wie ein Abstrich für den Antigen-Test im Rachen oder in der Nase durchgeführt wird („Ich mache den Abstrich bei mir selber in der Nase!“) , doch ist er nicht überzeugt davon, dass dies auch alle anderen ordnungsgemäß machen können.

Kurzfristige Aussagen

Denn eine andere Möglichkeit, als Zellen aus der Nasen- oder Rachenschleimhaut zu holen, sieht er derzeit nicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hofft zwar auf einfachere Verfahren bei den geplanten Corona-Heimtests, allerdings sind solche bisher nicht verfügbar. Die Gefahr, ein falsches Ergebnis zu erhalten, besteht schon bei den Antigen-Schnelltests, wenn sie nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Die Verwendung solch eines Testgeräts dürfte keine Probleme darstellen. Dagegen kann der Abstrich im Rachen oder in der Nase nicht von jedem ordnungsgemäß durchgeführt werden, was zu falschen Ergebnissen führen kann.

Hygieneregeln

Aus diesem Grund appelliert Jochen Reiffert an alle, die Hygieneregeln einzuhalten und sich so weit es geht zu isolieren – „auch wenn das schrecklich ist“! Nur dann könne man die Zahl der Infizierten – am Dienstag wurden für Kierspe 52 gemeldet – weiter nach unten drücken.

Die Planungen des Ministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der „Medizinprodukte-Abgabeverordnung“, sodass nicht nur Ärzte sowie das Personal medizinischer oder Pflegeeinrichtungen – seit dem vergangenen Monat ebenfalls Bildungseinrichtungen – , sondern auch die Bürger Heimtests durchführen können.

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