Hiphop-Workshop im Jugendzentrum zum Thema Sucht 

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René Sadowski (links) und Evelin Schöffer unterstützten die Jungen beim Aufschreiben ihrer eigenen Liedzeilen. Hier und da gaben sie einen Hinweis, wie sich das Thema Sucht mit anderen Aspekten verknüpfen lässt.

Kierspe - Drogen, Liebeskummer, Gegenwart und Zukunft, Wut und Aggression, Kriminalität und die Macht der Gefühle sind beliebte Themen in Rap-Songs. Die berücksichtigen auch die Jungen, die seit Dienstag beim Hiphop-Workshop im Jugendzentrum mitmachen. Der findet im Rahmen der Aids-Aktionswoche statt

Jeder Teilnehmer produziert ein ganz eigenes Hiphop-Werk. Doch bevor überhaupt etwas gerappt, aufgezeichnet und mit professionellen Beats unterlegt werden kann, braucht es Texte – und die sollen in diesem Fall einen Bezug zum Thema Drogen, Abhängigkeit und Suchtprävention haben.

Vincenzo Scimeca (16) und Söner Özen (17) vor den Ergebnissen eines Brainstormings

Am Dienstagabend ging es darum, einige Liedzeilen zu Papier zu bringen. Susanne Sattler, Leiterin des Jungendzentrums, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass man sich entschieden habe, den Workshop auch im Rahmen der Aids-Woche „Kierspe zeigt Schleife“ laufen zu lassen, da Drogen und Sucht ebenso wie HIV Themen mit hohem Aufklärungs- und Präventionsbedarf seien.

Den Teilnehmern war es ganz recht: Nach dem Brainstorming zur Themenfindung an einer Tafel fing der 18-jährige Egzon Bajrami direkt mit dem Notieren seiner Ideen an, und der Bleistift rauschte nur so über das Papier. „Ich habe schon ganz gute Gedanken, die ich jetzt einfach aufschreibe“, erklärte er. „Es geht um Gegenwart und Vergangenheit. Um Krieg und Kriminalität – halt darum, was jetzt nicht mehr so gut ist wie früher.“

Kooperation der Drogenberatung mit Jugendämtern und Jugendzentren

René Sadowski, Suchtpräventionskraft von der anonymen Drogenberatung im Märkischen Kreis, erinnerte die Jungen – und so auch Egzon – daran, dass das Thema Sucht Beachtung finden soll. „Aber da finden wir schon noch eine Verbindung zu deinem Text“. Die Drogenberatung kooperiert für die Workshops in verschiedenen Jugendzentren mit den Jugendämtern.

Deshalb war am Dienstag auch Evelin Schöffer vom erzieherischen Kinder- und Jugendschutz des Jugendamtes mit von der Partie. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte sie: „Wir behandeln mit den Jugendlichen zielgruppengerecht Themen, die Gefährdundungspunkte für sie beinhalten.“ Sadowski erklärte weiterhin, dass es sich um eine mit Landesmitteln geförderte Initiative der Ginko-Stiftung für Suchtprävention (1979 als Gesprächs-, Informations- und Kontaktzentrum gegründet) handle.

Den eigenen Text rappen und mit Beats unterlegen

„Es gibt verschiedene Rapper, die die Hiphop-Projekte betreuen. Und Musik ist schon ein geniales Medium, mit dem man Themen auf einem anderen Weg angehen kann“, so Sadowski. Die Jungen – zwei sind auch aus dem Jugendzentrum Schalksmühle zu Gast – freuen sich vor allem auf heute Abend, wenn der Rapper Keith Roughhouse ins Jugendzentrum kommt, um mit ihnen die Texte zu rappen. Jeder kann seinen Song dann in Ruhe aufzeichnen lassen und gemeinsam wird nach Beats gesucht, die die kreativen Zeilen passend begleiten.

Die Vorerfahrung mit Hiphop, Rap und Songtext-Schreiben war durchaus unterschiedlich. Doch ob allein oder in der Gruppe – am Ende hatte jeder etwas, auf das sich bei der heutigen Einheit zurückgreifen lässt. Der Workshop kam jedenfalls gut an. Der 16-Jährige Caner Günes sagte: „Ich habe gelegentlich schon mal alleine was geschrieben – deshalb finde ich den Workshop dazu jetzt echt interessant.“

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