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Kierspe wird zur Schnee-Falle: B 237 ist immer noch dicht

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Von: Frank Zacharias

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Auf der B237 in Höhe Varmerter Holz rutschte ein Lkw zunächst seitlich gegen einen Pkw, ehe er frontal mit einem weiteren kollidierte. Der Fahrer des Mini musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Auf der B237 in Höhe Varmerter Holz rutschte ein Lkw zunächst seitlich gegen einen Pkw, ehe er frontal mit einem weiteren kollidierte. Der Fahrer des Mini musste ins Krankenhaus gebracht werden. © Feuerwehr Kierspe

Im gesamten Märkischen Kreis kam es am Donnerstagvormittag zu einer Vielzahl von Unfällen - eine besonders lange Sperrung gibt es für Auto- und Lkw-Fahrer aber in Kierspe.

Kierspe – Schnee im Winter? Im Sauerland ist das trotz Klimawandel eigentlich kein Grund für ein Verkehrschaos. Wenn Pkw oder Lkw auf glatten Straßen aber ins Rutschen kommen, kann es dann doch zu kilometerlangen Staus und stundenlangen Wartezeiten kommen. So wie am Donnerstag gleich zweimal auf Kiersper Stadtgebiet.

Kreisweit 77 Unfälle

Insgesamt vermeldete die Polizei im Märkischen Kreis bis Donnerstagmittag 77 witterungsbedingte Unfälle. Zwar wurden bei nur vier Kollisionen auch Personen verletzt, und gleich zwei davon ereigneten sich in Kierspe. Den Auftakt machte ein polnischer Lastwagen, der gegen 7.05 Uhr auf der Bundesstraße 237 in Höhe Varmerter Holz frontal gegen einen Pkw stieß und während seiner Rutschpartie auch noch ein anderes Auto touchierte. Der Fahrer des frontal getroffenen Wagens wurde im Fußraum eingeklemmt, verletzte sich nach Angaben der Polizei aber nur leicht. Zur weiteren Untersuchung wurde er dennoch ins Krankenhaus gebracht.

Lkw-Bergung auf Bundesstraße 237 schwerer als gedacht

Die Bergung des Lkw gestaltete sich in der Folge allerdings schwieriger als gedacht. Zunächst war – wohl aufgrund der kreisweit angespannten Verkehrslage – kein Abschleppdienst verfügbar, sodass das zunächst das Technische Hilfswerk angefordert wurde. Am Nachmittag erreichte gegen 15 Uhr dann aber ein „normaler“ Lkw-Abschlepper die Unfallstelle, um mit der Bergung des Lastwagens zu beginnen.

Der polnische Lkw verlor auf der B237 viel Diesel. Die Untere Wasserbehörde wurde informiert.
Der polnische Lkw verlor auf der B237 viel Diesel. Die Untere Wasserbehörde wurde informiert. © Feuerwehr Kierspe

Bis dahin hatte sich bereits eine lange Schlange vor allem solcher Lkw gebildet, für die ein Wendemanöver auf der Bundesstraße unmöglich war und die teils seit 7 Uhr auf der gesperrten Strecke ausharrten. Dass etwa im Bereich Wildenkuhlen nicht frühzeitig auf die Sperrung hingewiesen wurde, sorgte immer wieder für nachrückende Pkw, die sich andere Weg in Richtung Rönsahl oder Wipperfürth suchen mussten, meist also über die Kreisstraße 2 auswichen.

Diesel läuft aus: Ölsperre im Bach errichtet

Noch folgenschwerer könnten die Hinterlassenschaften des Lastwagens sein, denn bei der Kollision wurde dessen Tank aufgerissen, sodass Diesel in großen Mengen auf die Fahrbahn lief. Da auch eine Kontaminierung des Erdreichs nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde nicht nur eine Fachfirma mit der Beseitigung des Kraftstoffs beauftragt, sondern auch die Untere Wasserbehörde informiert. Die veranlasste am späten Vormittag die Errichtung einer Ölsperre im Bach Wienhagenerbecke.

Und ein Ende der Sperrung war auch am Freitagmorgen nicht in Sicht.

Kurzzeitige Verkehrsprobleme löste auch ein Unfall auf der B54 aus, zu dem der Löschzug 4 (Neuenhaus/Vollme) nach Erlen ausrücken musste. Zwei Pkw waren zusammengestoßen, eine Person musste mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Für den morgendlichen Berufsverkehr bedeutete das: Chaos. Denn die Bundesstraße musste für etwa eine Stunde komplett gesperrt werden.

Plötzlich ging im Volmetal nichts mehr: Bei Erlen musste die Bundesstraße 54 während der Bergung der Fahrzeuge komplett gesperrt werden.
Plötzlich ging im Volmetal nichts mehr: Bei Erlen musste die Bundesstraße 54 während der Bergung der Fahrzeuge komplett gesperrt werden. © Feuerwehr Kierspe

Der städtische Bauhof war unterdessen seit dem frühen Morgen in voller Besetzung unterwegs, um den Schneemassen Herr zu werden. „Der Schneefall begann aber erst um 6.15 Uhr, ausgerechnet im Berufsverkehr“, sagt Birgit Eschrich, stellvertretende Leiterin des Bauhofs. 22 Mitarbeiter waren den Tag über damit beschäftigt, die Straßen und Wege zu räumen. Problematisch war dabei die Fahrt nach Rönsahl, die aufgrund des Unfalls auf der B237 nur über Umwege möglich war.

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