SPD Kierspe: Keine Trump-Software im Wahlkampf

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Die SPD Kierspe verzichtet auf die Kampagnen-Software der Firma Mitmacht. Statt dessen setzen die Genossen auf persönliche Gespräche.

Kierspe - Hand in Hand mit Donald Trump. Wenn diese Aussage die SPD Lüdenscheid zurecht weit von sich weisen würde, so nutzt sie zumindest eine Software, die auch der amerikanische Präsident einsetzte, um die Massen zu mobilisieren. Die SPD Kierspe will das im anlaufenden Wahlkampf aber keinesfalls tun.

Über das Internet im Allgemeinen und die sozialen Netzwerke im Besonderen lassen sich Demos organisieren, Online-Petitionen verfassen und Missstände aufzeigen, von denen vorher noch niemand wusste, dass es sie gab. Die Versuchung für Parteien, diese Werkzeuge zu nutzen, um den Unmut der Bürger in eine bestimmte und genehme Richtung zu lenken, liegt da nahe.

Mit einer Petition möchte die Lüdenscheider SPD den Handelskonzern Peek und Cloppenburg dazu bringen, sich um ein in ihrem Besitz befindliches und leer stehender Gebäude in der Lüdenscheider Innenstadt zu kümmern (wir berichteten gestern auf der Seite „Aus der Region“).

Mittlerweile entwickelt sich dieses Vorhaben zu einem Boomerang, denn zum einen wurde auf Maßnahmen verzichtet, die sicherstellen, dass es den Teilnehmer an der Petition auch wirklich gibt, zum anderen setzen die Lüdenscheider eine Software ein, mit der bereits Donald Trump im Wahlkampf erfolgreich war. Dazu sind die Sozialdemokraten aus der Bergstadt Kunden der Firma Mitmacht GmbH geworden, die ihrerseits wiederum die Software NationBuilder nutzt, um Kampagnen für ihre Kunden zu starten. Neben der Aufmerksamkeit, die durch solche Aktionen entsteht, hoffen die Genossen sicher auch, von den vielen E-Mail-Adressen zu profitieren, die die Nutzer hinterlassen müssen.

Was bei einem leer stehenden Gebäude in Lüdenscheid funktioniert, müsste dann doch auch eigentlich bei der Ausweisung von Baugebieten oder der Forderung nach Verbesserung der Infrastruktur in Kierspe funktionieren. Die heimische SPD will das aber nicht mal prüfen. Auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung formuliert Oliver Busch, Vorstandsmitglied der Kiersper SPD, klar, dass man weder NationBuilder einsetzen werde, noch mit dem Unternehmen Mitmacht zusammenarbeiten möchte.

Stattdessen setzt man auch weiterhin vor allem auf den persönlichen Kontakt. Busch: „Wir glauben, dass wir das, was die Software kann, auch in einem persönlichen Gespräch herausfinden können, zumindest in einer Stadt mit einer Größe wie Kierspe.“

Eine Entscheidung, für die viel spricht. Denn gerade muss die Lüdenscheider SPD einräumen, dass es bislang möglich war, mit nicht existierenden Mail-Adressen an der Petition teilzunehmen. Bei einem Test der Lüdenscheider Nachrichten jedenfalls wurden Mails, die vermeintlich von Annegret Kramp-Karrenbauer, Martin Schulz oder auch von dem verstorbenen Fußballer Ernst Kuzorra abgesendet wurden, angenommen und mit einer Dank-Mail des SPD-Bürgermeisterkandidaten Sebastian Wagemeyer beantwortet.

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