Aus für Pro Kierspe und Start frei für Freie Wähler

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Es gab bei der Versammlung ein klares Votum für die Umbenennung von Pro Kierspe in Freie Wähler Kierspe, so der vom Vorstand vorgeschlagene neue Name der Wählergemeinschaft. ▪

KIERSPE ▪ Es gibt viele Gründe, dass für den Namen Pro Kierspe per Beschluss auf der außerordentlichen Mitgliederversammung der Wählergemeinschaft am Montagabend im Rathaus das Aus besiegelt wurde.

Die Umbenennung in Freie Wähler Kierspe geschah zwar auch, um sich von rechtsextremen Gruppierungen wie Pro NRW abzugrenzen – aber nicht nur. „Sondern Ziel war vor allem, eine Vernetzung nach oben zu erhalten“, bezog seitens des Vorstandes Peter Christian Schröder Stellung. So seien Kontakte zur Landespartei der Freien Wähler schon geküpft worden. Die kann sich natürlich freuen, weil sie bislang noch keine Ortsgliederungen hat.

Die Politik von Pro Kierspe, die auf Transparenz, Klarheit und Bürgernähe setzt, habe sich ebenfalls auf Bundes- und Landesebene bewährt, ergänzte Martin Schüchting und sichere diesen Gruppierungen wie den Freien Wählern Interesse und Zustimmung. Er verweist auf den Erfolg der Freien Wähler in Bayern, die seit der Wahl 2008 drittstärkste Kraft im Landtag sind. Und auch in vielen anderen Bundesländern seien sie in Kreistagen und einer Fülle von Kommunen aktiv.

Die somit existierende inhaltliche Verbundenheit mit der übergeordneten Partei drücke sich nun in der Umbenennung aus. Schlüchting und Schröder versprechen sich davon, dass der Wählergemeinschaft vor Ort auf diese Weise wichtiges Know-how und Kompetenz gesichert werden kann.

Seit der Kommunalwahl 2009 war Pro Kierspe mit drei Sitzen im Rat vertreten, jetzt sind es die Freien Wähler. „Wir waren recht erfolgreich: Die Allparteien-Koalition aus früheren Zeiten wurde aufgebrochen und politische Entscheidungen von Rat und Verwaltung gründlich durchleuchtet und zur Diskussion gestellt. Ein Abnicken findet mit uns nicht statt“, fasste Schröder am Montagabend zusammen. Auf Anträge von Pro Kierspe sei so die Einwohnerfragestunde wiedereingeführt, ein Ratsinformationssystem installiert und der Bürgerhaushalt eingerichtet worden, nannte er konkrete Beispiele. „Gegen den Widerstand der Mehrheitsparteien haben wir mit Hilfe der Kiersper Bürger eine Spielhalle am Wildenkuhlen verhindert. Wir haben dafür gesorgt, dass die Kanaldichtheitsprüfung, die zu hohen Kosten für Hauseigentümer und Mieter geführt hätte, Thema im Rat und nicht einfach durchgewunken wurde. Und immer wieder setzen wir uns für den Umweltschutz ein – im Falle der Kastanienallee leider ohne Erfolg“, bilanzierte er weiter.

Gerade in jüngster Zeit sei es immer wieder zu Missverständnissen aufgrund der rechten Pro-Gruppierungen gekommen, was durch die Umbenennung nun ein Ende finde und ebenfalls nach außen deutlich gemacht werden solle. Ziel der politischen Arbeit der Freien Wähler Kierspe sei die Stärkung von Basisdemokratie und Transparenz. „Daher distanzieren wir uns von allen antidemokratischen Tendenzen“, so Schröder. „Sachbezogen, unabhängig, bürgernah“, diese Schlagworte habe sich nicht nur die Bundesvereinigung der Freie Wähler auf ihre Fahnen geschrieben, sondern auch die neue Kiersper Ortsgliederung.

Gestern schon wurde auch die Homepage umgestellt von Pro Kierspe nach Freie Wähler Kierspe.

Rolf Haase

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