Umfrage ergibt unterschiedliches Bild

Stadtgutscheine erst zum Jahresende

Gutscheine - Stadtgutscheine Kierspe - Halver
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Auch in Halver gibt es schon Gutscheine. Auf dem Foto Halveraners Bürgermeister Michael Brosch (links) , Matthias Clever und Christina Teipel. In Meinerzhagen sind Stadtgutscheine ebenfalls im Umlauf.

Kierspe soll, wie in einigen anderen Nachbarstädten auch, einen sogenannten Stadtgutschein erhalten. Zumindest hat dies die UWG-Fraktion im Rat der Stadt Kierspe vor mehr als einem Jahr beantragt. Und es wird voraussichtlich noch bis zum Ende dieses Jahres dauern, so zumindest der Vorschlag der Verwaltung, ehe das Vorhaben umgesetzt wird.

Kierspe - Grund dafür sind die Äußerungen einer Reihe von Geschäftsinhabern, die von der Verwaltung befragt wurden. Insgesamt waren mehr als 60 Geschäftsinhaber angeschrieben worden und ihnen wurden die Varianten Online- und Papier-Stadtgutschein vorgestellt. Es habe 27 Rückmeldungen gegeben, von denen 19 ihr Interesse daran bekundeten. Drei Geschäftsinhaber seien für die Online-Variante, zehn für die Papier-Variante und sechs für beide.

Aufgrund der Corona-Pandemie sprachen aber auch einige Händler von einer sehr schwierigen Situation und dass sie nicht wissen, wie es weitergeht – einige würden daher zunächst davon absehen, an dieser Aktion teilzunehmen. In ein paar Monaten könne die Stadt aber noch einmal nachfragen. Ein Stadtgutschein, das macht die Verwaltung in einer umfangreichen Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung deutlich, sei aber nun dann attraktiv, wenn so viele Geschäfte wie möglich mitmachten. Denn die Idee solch eines Gutscheins ist, dass er bei allen Geschäften eingelöst werden kann.

Online-Variante

Gleichwohl, so wird vorgeschlagen, soll das Vorhaben umgesetzt werden, wenn auch erst frühestens zum Jahresende. Dabei muss zudem noch entschieden werden, welche Variante gewählt werden soll. Vonseiten der Verwaltung spricht man sich für die Online-Variante aus: Die Geschäfte könnten sich kostenlos in einem Online-Portal wie beispielsweise Zmyle anmelden, brauchten keine zusätzliche Hard- oder Software, da das System von einem PC, Tablet oder Smartphone per App bedient werden könne. Es bestehe keine Vertragsbindung, da Käufer einen Stadtgutschein über ein Portal wie zum Beispiel www.stadtgutschein-kierspe.de erwerben, diesen per Kreditkarte, Paypal oder Sofortüberweisung bezahlen und dann per E-Mail, SMS oder Whatsapp verschicken beziehungsweise auch am PC ausdrucken könnten. Zusätzlich könnten Geschäfte Gutscheine in Kartenform verkaufen, sodass es auch ohne Internet funktioniert.

Die Abrechnung erfolge letztlich direkt zwischen dem Anbieter wie Zmyle, heißt es weiter in der Vorlage, und den teilnehmenden Kiersper Geschäften. Während für die Stadt keinerlei Kosten entständen, hätten die Geschäfte eine Bearbeitungsgebühr auf den Entwertungsbetrag zu bezahlen, der in diesem Fall 4,9 Prozent plus 19 Cent beträgt. Bei einem 20-Euro-Gutschein, so rechnet die Verwaltung vor, würden dem Geschäftsinhaber 18,83 Euro überwiesen, während die Gebühr, die bei der Abrechnung verrechnet werde, 98 plus 19 Cent betrage. Keine Kosten für die Stadt, die auch nur einen Arbeitsaufwand bei der Ansprache der Geschäfte hätte und Gutscheinkauf für die Bürger ohne Rücksicht auf Öffnungszeiten seien die großen Vorteile der Online-Variante, die kurzfristig und ohne großen Aufwand umgesetzt werden könnte.

Das Portal werde vom Anbieter auch nach den individuellen Vorstellungen der Kiersper Geschäfte gestaltet und eingerichtet. In diesem müssten sich die Geschäftsinhaber dann nur noch registrieren, während die Kunden dort den Stadtgutschein – den im Kartenformat liefere ebenfalls der Anbieter – kaufen könnten.

Papier-Variante

Ein Papier-Gutschein, wie es ihn beispielsweise auch in Halver gibt, werde über lokale Verkaufsstellen angeboten, die natürlich gefunden werden müssten. In Halver druckt und nummeriert die Gutscheine der Stadtmarketingverein, der sie durch ein Hologramm sichere. Er müsse Listen mit verkauften und eingelösten Gutscheinen führen und sie an die Verkaufsstellen verkaufen. In Halver mache das der Kassierer des Stadtmarketingvereins, der bei der Sparkasse arbeitet.

Der Halveraner Gutschein.

Wenn die Gutscheine in den Geschäften eingelöst werden, kämen die Geschäftsinhaber mit Formular und Gutscheinen zur Sparkasse, wo alles mit einer Liste abgeglichen und das Geld überwiesen werde. In Kierspe würden diese Aufgabe durch die Stadt durchgeführt und damit als freiwillige Ausgabe gelten. Das wiederum ist aufgrund des beschlossenen Haushaltssicherungskonzepts nicht möglich. Es müssten daher Unterstützer und Sponsoren gefunden werden und es stelle sich die Frage, ob der Stadtmarketingverein die Kosten für einen Papier-Gutschein übernimmt. Die Alternative: Es wird bei der Gutschein-Abrechnung eine Pauschale erhoben.

Die Papier-Variante sei deutlich aufwendiger und verursache Kosten für den Druck der Gutscheine – in Halver seien dies circa 300 Euro im Jahr. Neben mehr Verwaltungs- und auch Bürokratieaufwand für die Geschäftsinhaber müssten zudem die Verkaufsstellen in Vorkasse gehen. Da bislang auch niemand für das Angebot eines Papiergutscheins gefunden worden sei, so heißt es in der Vorlage, und aufgrund der einfacheren Umsetzbarkeit der Online-Variante werde Letztere bevorzugt.

Vortrag mit Matthias Clever fällt aus

Wegen der Corona-Pandemie will man auch auf einen Vortrag von Matthias Clever, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins Halver, verzichten. Clever habe jedoch zugesagt, eine Zusammenfassung des Halveraner Gutschein-Modells zur Verfügung stellen, die noch vor Ausschusssitzung am 28. April zur Verfügung stehen soll.

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