Reinigung durch Spezialfirma

Blitzblanke Orgelpfeifen

Orgel - Reinigung - Kirche St. Josef
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Bevor die Pfeifen wieder in die Orgel kommen, werden sie vom Orgelbauer Maximilian Paroth noch gestimmt.

20 Jahre ist die Orgel in der katholischen Kirche St. Josef alt, Zeit, dass sie gereinigt wird. „Das ist ganz normal im Leben einer Orgel“, erklärte Tobias Spenke, Kirchenmusiker des Bistums Essen, der in Kierspe wohnt.

Kierspe - „So, wie ein Auto regelmäßig Inspektionen braucht, braucht eine Orgel regelmäßig eine Reinigung.“ Dass der Termin bald fällig wurde, war für Tobias Spenke hörbar. „Im Laufe der Jahre setzen sich Ruß und Weihrauch in den Kernspalt der Pfeifen ab, dadurch klingen sie immer stumpfer.“ Der Kernspalt ist die vordere Öffnung in der Pfeife, ähnlich wie bei der Blockflöte. „Wenn sich dort der Luftdruck durch Verschmutzen verändert, verändern sich auch die Töne.“

Dass mit der Orgel etwas nicht stimmte, merkte Tobias Spenke bereits 2018. „Ich wollte ein paar Pfeifen stimmen, dabei hatte ich neben der Verschmutzung auch Schimmelbefall in der Orgel entdeckt“, so Spenke. Er wandte sich an die Verantwortlichen der Pfarrei und an den Referenten für Kirchenmusik im Bistum Essen Stefan Glaser. Auf die dann erfolgte Ausschreibung meldeten sich drei Firmen, von denen die Firma Orgelbau Romanus Seifert aus Kevelaer den Zuschlag bekam. „Einen Namen hatte sich die Firma mit dem Bau der Orgel im Dom von Speyer gemacht und der Marienbasilika in Kevelaer“, so Spenke. 15 Arbeitstage waren im Angebot veranschlagt. Neben dem Gesellen Maximilian Paroth und dem Auszubildenden Martin Engbroichs kommen hier und da noch weitere Kollegen, die seit dem 11. Januar vor Ort sind und an vier Tagen die Woche von morgens früh bis abends spät in der Kirche arbeiten.

1258 Pfeifen

„Als Erstes haben wir alle 1258 Pfeifen aus der Orgel ausgebaut“, so Maximilian Paroth von der Firma Orgelbau Romanus Seifert. „Nach Registern und Tönen haben wir sie geordnet und jetzt liegen oder stehen sie im Kirchenraum. Diese Pfeifen müssen jetzt von uns gereinigt und gestimmt werden.“ Doch es bleibt nicht bei diesen Arbeiten. Es hat sich herausgestellt, dass eines der 15 Register aus der Vorgängerorgel von 1945 sich in seiner Bauart nicht bewährt hat. Die Pfeifen dieses Registers halten die Stimmung nicht.

Diese Pfeifen bestehen aus zwei Teilen, die sich mit der Zeit verschieben. Dadurch werden die einzelnen Pfeifen immer kürzer und die Töne immer höher. Dass in einer Orgel verschiedene Arten von Pfeifen verbaut sind, sieht man ihr von außen kaum an. Dabei gibt es in der Orgel von St. Josef neben den 1056 Lippenpfeifen noch 142 Zungenpfeifen und 60 Holzpfeifen. Die Lippenpfeifen sehen einer Blockflöte sehr ähnlich. Bei den Zungenpfeifen bringt der Wind zunächst ein federndes Metallplättchen, auch Zunge genannt, in Schwingung und so die Pfeife so zum Klingen. Die Holzpfeifen sind hier rechteckig.

Austausch von Verschleißteilen

Neben dem Reinigen und Stimmen der Pfeifen haben die Orgelbauer aber auch Verschleißteile, zum Beispiel aus Leder, auszutauschen. Mit dem Ende der Arbeiten rechnen sie zu Lichtmess, das ist am 2. Februar. „Wir nutzen die Orgel sehr viel, auch für virtuose Projekte“, so Tobias Spenke. „Sie ist die beste Orgel in unserer Pfarrei. Als Gemeinde wollen wir auch weiter wie bisher unterwegs sein.“

Die Orgel in St. Josef

Die Orgel wurde im Jahr 2001 erbaut von der Firma Eisenbarth aus Passau. Sie besteht aus 21 Registern und hat 1258 Pfeifen. 15 Register stammen aus der Vorgängerorgel von 1945. Die längste Pfeife misst 2,24 Meter, die kleinste Pfeife misst 9 Millimeter. Das Gesamtgewicht der Orgel beträgt 5250 Kilogramm. Den Zuschlag zur Reinigung der Orgel 2021 erhielt die Orgelbaufirma Romanus Seifert aus Kevelaer. Bei der Reinigung wurde durch diese ein altes Register durch ein neues Register ersetzt.

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