Internet-Ausbau in Kierspe kritisch beobachten

+
Zu einer flächendeckenden Versorgung mit leistungsstarken Breitbandanschlüssen sehen die UWG-Politiker Dieter Grafe und Rüdiger Däumer (rechts) keine Alternative. ▪

KIERSPE ▪ Im Februar dieses Jahres präsentierte sich die UWG mit einem Antrag zur Breitbandversorgung in der MZ unter der Überschrift „Schneller DSL-Anschluss so wichtig wie Strom und Wasser“.

Heute freuen sich die Politiker der UWG, dass sie sich mit ihren Wünschen weitestgehend durchsetzen konnten. In dem Verlegen von Leerrohren bei Baumaßnahmen, die später für die Verkabelung mit Glasfaserkabeln genutzt werden können und in dem Beitritt des Kreises zur Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen sehen die Unabhängigen die Stadt und die Region auf dem richtigen Weg.

Doch gleichzeitig warnen Dieter Grafe und Rüdiger Däumer davor, sich jetzt beruhigt zurückzulehnen. Däumer: „Im Jahr 2014 sollen 75 Prozent der Haushalte in Deutschland Anschlüsse mit Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel der Bundesregierung.“ Aber auch der UWG-Politiker sieht eine Notwendigkeit in diesem Ziel, „denn nur mit solchen Durchsatzzahlen kann man in der digitalen Welt in Zukunft noch eine Rolle spielen.“

Und Grafe ergänzt: „Die Absicht der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, diese Nachteile auszugleichen, sind beachtlich und findet die volle Unterstützung der UWG. Das angestrebte Ziel jedoch, lediglich Übertragungsraten von zwei Megabit pro Sekunde erreichen zu wollen, ist sehr ernüchternd. Für diejenigen, die bislang keinen Breitbandanschluss hatten, ist der erstmalige Zugang zum Internet ohne Zweifel ein Fortschritt. Mittelfristig wird sich aber zeigen, welche Programme und Anwendungen mit solchen Übertragungsraten überhaupt genutzt werden können.“

Funktechnik sehen die beiden UWGler zwar als sinnvolle Ergänzungstechnik, „an einem möglichst weiträumigen Ausbau des Glasfasernetzes geht jedoch mittelfristig kein Weg vorbei.“

„Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass Breitband nicht gleich Breitband ist, und dass die Verpackung über den Inhalt hinwegtäuscht. Die UWG wird die Entwicklung der neuen, richtungsweisenden Technik weiter kritisch beobachten und unterstützt alle Anstrengungen, die zu einer höheren Qualität der Internetversorgung führen“, so Däumer abschließend. ▪ Johannes Becker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare