UWG und SPD: Protest bei Planung von Wohngebiet

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„Vor dem Isern“ soll das Neubaugebiet in Rönsahl heißen. Über die zu planende Fläche herrschte Uneinigkeit im Ausschuss.

Kierspe - Mit deutlicher Verärgerung reagierte Dieter Grafe im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung auf den Vorschlag der Verwaltung, einen Bebauungsplan für das Gebiet „Vor dem Isern“ aufzustellen. Hatte man doch gemeinsam mit der SPD vor rund zweieinhalb Jahren einen Antrag gestellt, für das Gebiet zwischen Kerspeweg und der Straße Vor dem Isern einen Bebauungsplan zu erstellen und die Flächen für Wohnbebauung auszuweisen.

Von Johannes Becker

Verärgert war der UWG-Politiker nicht nur über die lange Bearbeitungszeit, bis der Antrag beraten wurde, sondern auch über die massiven Änderungen durch die Verwaltung. Denn die Verwaltung hatte das zu planende Gelände im Westen um rund 50 Prozent verkleinert und zusätzlich die Fläche der jetzigen Märkischen Werkstätten in die Planung einbezogen.

Begründet wurde dies von dem Vorsitzenden des Ausschusses Horst Becker damit, dass die Flächen der Märkischen Werkstätten bald leer stehen würden und im jetzigen Flächennutzungsplan als „Fläche für den Gemeinbedarf“ ausgewiesen seien – und damit einer Nutzung für Wohnzwecke nicht zur Verfügung ständen. Zum anderen sei die Fläche, die von UWG und SPD in dem Antrag genannt worden sei, völlig überdimensioniert für Rönsahl und widerspräche dem Dorfentwicklungsplan. Dieser Argumentation wollten die Politiker gestern aber nicht folgen.

Schließlich verständigte man sich auf den Antrag von Martin Schlüchting (Freie Wähler), dass die Verwaltung in der nächsten Sitzung des Fachausschusses einen Plan vorlege, der sowohl die Flächen berücksichtige, die von UWG und SPD im Antrag formuliert wurden, als auch die Fläche, auf der jetzt noch die Märkischen Werkstätten ihren Platz finden.

Die Einbeziehung der Werkstätten stieß dabei auch bei UWG und SPD auf Verständnis, denn nach den Ausführungen des Stadtplaners Rainer Schürmann hätten sich die Verantwortlichen des Johanneswerkes, in dessen Trägerschaft sich die Werkstätten befinden, bislang noch nicht geäußert, was sie mit Grundstück und Immobilie planten. Schürmann: „Eine Verwertung wird bei dem Alter des Gebäudes nicht einfach sein. Außerdem muss die neue Nutzung ortsverträglich sein.“

Einigkeit herrschte bei den Ausschussmitgliedern, als es um die Änderung des Flächennutzungsplanes zwischen Meienbornstraße und Hauptstraße in Rönsahl ging. Dieses Gebiet ist derzeit als Wohn- und Mischgebiet ausgewiesen. Durch eine Änderung des Planes soll dort die Ansiedlung eines Gewerbebetriebes möglich werden, der derzeit noch in Kierspe beheimatet ist und nun in der Volmestadt eine Fläche sucht, um neu zu bauen.

Ursprünglich war die Fläche bereits für die Nutzung durch Gewerbebetriebe vorgesehen. Um sich an dem interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald beteiligen zu können, hatte man die Fläche aber in ein Wohn- und Mischgebiet umgewandelt. Nachdem nun gewerbliche Flächen an der Stelle wegfallen, an der der Volme-Freizeitpark entstehen soll, stehen diese nun wieder als Gewerbeflächen zur Verfügung, die in Rönsahl genutzt werden könnten. Verbunden mit der Änderung des Nutzungsplanes war auch die Aufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Hauptstraße/Meienbornstraße“. Verbunden mit der Zustimmung zu diesem Vorhaben war auch der Beschluss, die Einwohner intensiv zu beteiligen.

Eine intensive Bürgerbeteiligung ist aber nicht nur an dieser Stelle vorgesehen, sondern auch bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für das Wohngebiet „Vor dem Isern“, wobei die Politik nun ja erst noch einmal entscheiden muss, welche Fläche dort in die Bauplanung einbezogen werden kann.

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