Nur noch Pfarrgemeinderäte

Pfarrer wehren sich gegen Modell

Katholischer Gemeinderat St. Josef Kierspe
+
Nach den Vorstellungen des Bistums soll es bald keinen eigenen Gemeinderat für St. Josef geben, sondern nur noch einen Pfarrgemeinderat für die Gesamtpfarrei.

Das Gemeindeleben der Kiersper Katholiken ist durch die Pandemie nahezu zum Erliegen gekommen; zum ersten Mal seit September kam jetzt der Gemeinderat zusammen. Man traf sich in der Kirche, wo das Hygienekonzept für ein ansteckungsfreies Miteinander sorgte.

Kierspe - Leider erschwerte es auch die Kommunikation, weshalb zwischen den in weitem Abstand zueinander sitzenden Mitgliedern das Mikrofon die Runde machte. Uli Jatzkowski eröffnete als Vorsitzender die Sitzung mit einem geistlichen Wort und informierte anschließend ausführlich über die Entwicklungen der letzten Monate in Gesamtgemeinde und Diözese.

Der Gemeinderat selbst ist unmittelbar davon betroffen, auf Bistumsebene soll es mittelfristig nur noch Pfarrgemeinderäte geben. Teilgemeinden wie St. Josef in Kierspe oder St. Christophorus in Valbert hätten dann keinen eigenen Gemeinderat mehr. Jatzkowski, der an den Beratungen über eine neue Satzung dabei war, sieht Vor- und Nachteile für die Katholiken der Pfarrei Maria Immaculata. Einerseits wird der Pfarrgemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung damit zentralistischer, andererseits sollen die Laien auf Gemeindeebene mehr Mitspracherechte bekommen.

Uli Jatzkowski moderierte die Versammlung des Gemeinderates St. Josef in der Kirche.

Wie dieses Konzept in der flächenmäßig sehr großen Gemeinde umgesetzt werden soll, konnte Jatzkowski auch nicht sagen. „Wir haben im Sauerland andere Verhältnisse als im Ruhrgebiet.“ Beschlossen ist noch nichts, derzeit seien es vor allem die Pfarrer, die sich gegen das neue Modell wehren, informierte Jatzkowski. Eine Aussprache dazu gab es nicht, auch die Aufreger der letzten Tage blieben in St. Josef unkommentiert: Das Missbrauchsgutachten in Köln blieb unerwähnt, zum Verbot kirchlicher Segnungen der homosexuellen Ehe durch den Vatikan äußerte sich auch niemand.

Bedürfnis nach Gottesdiensten ist groß

Sehr viel näher lag den zehn anwesenden Gemeinderäten das kirchliche Leben in St. Josef. Auch während der vergangenen Monate haben Werktagsmessen stattgefunden, die jetzt allerdings kurzfristig abgesagt wurden. Dabei ist das Bedürfnis nach Gottesdiensten groß, das zeigte die Diskussion über die Gestaltung der Kar- und Ostertage. Trotz steigender Inzidenzzahlen beschloss man einhellig, den Priestern der Gemeinde Gottesdienste zu den üblichen Zeiten zu empfehlen.

Am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern soll der Gemeinde die Teilnahme an den Gottesdiensten ermöglicht werden, so der Wunsch des Gremiums, der allerdings vor der neuen Beschlusslage geäußert wurde. Prozessionen und die sonst übliche Versammlung um das Osterfeuer werde es nicht geben können. Das vorösterliche Großreinemachen wird auf den 10. April verschoben.

Beteiligung am Orgeltag

Weniger Diskussionen, weil noch lange hin, gab es um zwei Veranstaltungen, die für den Sommer angedacht sind: Am 13. Juni beteiligt sich die Gemeinde St. Josef am (evangelischen) Orgeltag Westfalen – die frisch renovierte Orgel macht es möglich. Und für das „Sommerloch“, also die Ferienzeit, ist „ein kleines, aber attraktives Programm“ geplant, ähnlich dem in der Adventszeit. Musste der Adventskalender vorzeitig abgebrochen werden, hofft man jetzt auf warme Temperaturen und damit Veranstaltungen, die auch im Freien stattfinden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare