Verordnung regelt das Abbrennen von Osterfeuern

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Im vergangenen Jahr wurden 44 Osterfeuer in Kierspe entzündet. Die Stadtverwaltung rechnet in diesem Jahr mit einer ähnlichen Zahl.

Kierspe - Es gab Zeiten, da wurden in Kierspe weit mehr als 100 Osterfeuer entzündet - In den vergangenen Jahren waren es meist 70 bis 8. Doch seit dem vergangenen Jahr hat sich diese Zahl stark reduziert – aufgrund einer Verordnung der Stadt Kierspe.

„Im vergangenen Jahr wurden genau 44 Osterfeuer in Kierspe genehmigt und auch abgebrannt“, sagt Oliver Knuf, der als Leiter des Sachgebiets Ordnung und Umwelt letztlich zuständig ist. Er ist damit auch dafür verantwortlich, dass an dem Ostersamstag alle Plätze, an denen abends dann ein Feuer entzündet wurde, auch abgefahren wurden. Vor allem die Abstandsflächen wurden dabei kontrolliert. 

Doch die Ordnungsamtsmitarbeiter haben auch darauf geachtet, dass die Holzstapel zum Wohl der Tiere vor dem Verbrennen noch einmal umgeschichtet wurden. Knuf: „Wir mussten kein einziges Feuer an diesem Tag untersagen, da alle der Verordnung entsprachen.“ Der Sachgebietsleiter hofft, dass das auch in diesem Jahr wieder der Fall sein wird. Noch bis einschließlich Freitag, 16. März, haben die Kiersper Zeit, ihr Feuer anzumelden. Möglich ist das über die Homepage der Stadt oder schriftlich. Mit dieser Anmeldung wird dann auch eine Gebühr in Höhe von 25 Euro fällig. „Das ist die niedrigste Gebühr, die die Stadt erheben darf“, betont Knuf. 

Nach dem Eingang der Anmeldung überprüfen die Ordnungsamtsmitarbeiter anhand der Angaben des Antragstellers, ob das Feuer aufgrund der Abstandsflächen (siehe Kasten) genehmigungsfähig ist. Aber auch die öffentliche Zugänglichkeit des sogenannten Brauchtumsfeuers ist ein wichtiges Kriterium. Ist diese nicht gewährleistet, dann gibt es auch kein behördliches „okay“. Am Karsamstag wird dann vor Ort überprüft, ob alle Angaben auch mit der Realität übereinstimmen. 

Es wird wohl in erster Linie Marco Sordi sein, der an diesem Tag als Außendienstmitarbeiter des Sachgebiets die Plätze, an denen die Feuer abgebrannt werden sollen, anfährt. Einen ersten Überblick über die Anmeldungen in diesem Jahr hat sich Sordi bereits gemacht: „Bislang haben wir 18 Meldungen, darunter ausschließlich solche, die auch bereits im vergangenen Jahr dabei waren.“ Da aber noch rund eine Woche Zeit ist, ein Feuer anzumelden, rechnen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in etwa mit der gleichen Anzahl an Osterfeuern wie im vergangenen Jahr. 

Für die Genehmigung der Brauchtumsfeuer ist das Sachgebiet Ordnung und Umwelt zuständig. Am Ostersamstag werden alle beantragten Feuerplätze von Sachgebietsleiter Oliver Knuf (rechts) und Außendienstmitarbeiter Marco Sordi kontrolliert.

Die lange Vorlaufzeit von zwei Wochen zwischen Anmeldung und Feuer wird nicht nur mit der Bearbeitung begründet, sondern auch damit, dass alle Daten an die Kreisleitstelle übermittelt werden, um dort echte von Fehlalarmen unterscheiden zu können. „Wir hatten im vergangenen Jahr nicht einen einzigen Fehlalarm aufgrund der Osterfeuer in Kierspe“, freut sich Knuf – und ergänzt: „Wir haben eine sehr positive Entwicklung, nicht nur bei den Osterfeuern, sondern bei allen Feuern.“ Damit bezieht er sich auf sogenannte Strauchfeuer und das Abbrennen von Feuern in Schalen, Tonnen, Körben und Außenkaminen (siehe Kasten). Doch der Sachgebietsleiter verschweigt auch nicht, dass die Stadt mit der Verordnung im vergangenen Jahr nicht nur Freude ausgelöst hat: „Es hat schon unerfreuliche Reaktionen gegeben, wenn wir aufgrund der Abstandsflächen im vergangenen Jahr das Abbrennen einiger Osterfeuer untersagen mussten.“

Brauchtumsfeuer

In der offiziellen Verordnung der Stadt Kierspe ist zu Brauchtumsfeuern zu lesen, dass es sich um „offene Feuer, deren Zweck nicht darauf gerichtet ist, pflanzliche Abfälle durch schlichtes Verbrennen zu beseitigen“ handelt. Weiter steht in der Verordnung, dass das „Feuer unter dem Gesichtspunkt der Brauchtumspflege ausgerichtet und diese Veranstaltung für jedermann öffentlich zugänglich ist“. Genau geregelt ist auch, dass das Feuer ständig von zwei Personen, von denen mindestens eine älter als 18 Jahre ist, beaufsichtigt werden muss. 

Bei den Abstandsflächen gilt eine Entfernung von 50 Metern zu Wohngebäuden, Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen, auf denen sich ein entzündlicher Bewuchs befindet. Zu sonstigen „baulichen Anlagen“ gilt ein Abstand von 25 Metern, gleicher gilt auch zu öffentlichen Verkehrsflächen – und zu befestigten Wirtschaftswegen muss immerhin noch ein Abstand von mindestens zehn Metern eingehalten werden.


Genehmigungspflicht

In Kierspe dürfen Feuer auch außerhalb der Zeiträume für Brauchtumsfeuer entzündet werden. Doch auch diese unterliegen der Genehmigungspflicht, ihre Beantragung kostet ebenfalls 25 Euro. Allerdings reicht es, wenn diese zwei Werktage vor dem Entzünden beantragt werden. Diese sogenannten Strauchfeuer müssen, da sie kleiner als Brauchtumsfeuer sind, nicht den strengen Abstandsregeln unterworfen werden. Verbrannt werden dürfen dort ausschließlich „trockene pflanzliche Rückstände wie Hecken- und Baumschnitt, Schnittholz und unbehandeltes Holz“. Der Stapel darf eine Höhe von zwei Metern nicht überschreiten und der Durchmesser nicht größer sein als zwei Meter. Außerdem sind die Feuer „so zu platzieren und der Verbrennungsvorgang so zu steuern, dass Gefahren für Leib, Leben und Sachen oder erhebliche Belästigungen durch Luftverunreinigungen oder durch Funkenflug, auch unter Beachtung der Windstärke, nicht eintreten können“. Eingeschränkt ist auch der Zeitrum, an denen diese Feuer brennen dürfen – zwischen Oktober und April von 9 bis 18 Uhr, zwischen Mai und September von 7 bis 21 Uhr. Genehmigungs- und damit auch gebührenfrei sind Feuer, die in Außenkaminen, Feuerkörben, Feuerschalen und Feuertonnen (bis zu einem Fassungsvermögen von maximal 200 Litern) entzündet werden. Gleiches gilt auch für eingefasste Feuerstellen mit einem maximalen Durchmesse von einem Meter (Lagerfeuer).

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