Handy am Ohr beim Fahren kostet höheres Bußgeld

+
Nachdem der Bundesrat zugestimmt hat, wird die Strafe für das Telefonieren am Lenkrad ohne Freisprecheinrichtung auf mindestens 100 Euro angehoben.

Kierspe - Die Zeiten, in denen erwischte Autofahrer mit dem Smartphone am Ohr oder Tablet in Hand nur vergleichsweise geringe Geldstrafen zu zahlen hatten, sind vorbei.

Nachdem der Bundestag bereits im Sommer teilweise erhebliche Erhöhungen der Geldstrafen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung auf den Weg gebracht hatte, stimmte nun auch der Bundesrat zu. Was bedeutet, dass Autofahrer, die während des Fahrens ohne Freisprecheinrichtung telefonieren oder ihr Handy oder Tablet in anderer Weise benutzen und dabei erwischt werden, ab sofort deutlich tiefer ins Portmonee greifen müssen. 

Bislang kostet es noch 60 Euro, wer mit dem Smartphone am Ohr erwischt wird. Sobald die Änderungen greifen, sind 100 Euro fällig und es gibt einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Höchstens die Hälfte würde eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung kosten, weiß Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizeibehörde im Märkischen Kreis. 

Wer dabei noch einen Verkehrsunfall baut, der kann mit einem Bußgeld von 200 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten belegt werden. Selbst Radfahrer, die am Lenker telefonieren und dabei ertappt werden, zahlen dann nicht mehr 25 Euro, sondern werden mit 55 Euro zur Kasse gebeten. „Auffällig sind dabei“, zeigt Dietmar Boronowski Verständnislosigkeit, „die, die sich teure Autos kaufen, die dann schon über eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung verfügen, aber dennoch das Handy ans Ohr nehmen.“ 

Im Verdachtsfall werden Handydaten ausgewertet

Es werden zwar keine Zahlen von Verstößen in diesem Bereich geführt, dennoch weiß der Pressesprecher aus Erfahrung, dass die Zahlen der Smartphones am Ohr wieder ansteigen, wenn das Thema gerade nicht so im Interesse der Öffentlichkeit steht. Und Verkehrsunfälle, bei denen das Handy eine Rolle spielt, gab es in der jüngeren Vergangenheit weder in Kierspe noch in Meinerzhagen – lautet die Bilanz in der Polizeiwache in Meinerzhagen. Gleichwohl können Polizeibeamte im Verdachtsfall das Mobiltelefon sicherstellen, den Staatsanwalt informieren, der wiederum das Auslesen der Daten eines Handys anordnet. 

Drastisch teurer wird es auch, wer (auf der Autobahn) keine Rettungsgasse freilässt oder Rettungsfahrzeuge im Einsatz behindert. Wurde bislang gerade einmal ein Verwarngeld von 20 Euro erhoben, so wird dies nun in den Ordnungswidrigkeiten gehoben. Mindestens 200 Euro sind beim Verstoß gegen das Gebot fällig, und es kann auf bis zu 320 Euro ansteigen und einen Monat Fahrverbot nach sich ziehen. Ähnliches gilt für illegale Straßenrennen, deren Teilnehmer bislang ein Knöllchen von 35 Euro erhielten. Künftig sind 400 Euro fällig und ebenfalls ein Monat Fahrverbot.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.