Werkstattfest öffnet die Türen zum Dialog

Eine Fahrt in der Bimmelbahn genossen diese Kinder mit ihrem Opa im Rahmen des Werkstattfestes in Kiersperhagen.

Kierspe - Das traditionelle Sommerfest der Märkischen Werkstätten fand diesmal nicht wie in all den Jahren zuvor rund um das ehemals genutzte Areal in Rönsahl statt, sondern stattdessen erstmals am neuen Standort der Werkstätten in Kiersperhagen.

Das Werkstattfest als solches ging auch am neuen Standort in gewohnter Weise über die Bühne, zumal sich an der Grundausrichtung der Veranstaltung nichts geändert hatte. Eher im Gegenteil: Bot sich doch an diesem Tag die willkommene Gelegenheit, der interessierten Öffentlichkeit einen umfassenden Einblick in die Arbeitswelt der hier beschäftigen Menschen zu ermöglichen.

Viele Besucher nutzten auch aus diesem Grund die Möglichkeit, einmal „hinter die Kulissen“ zu schauen und den großzügig gestalteten Hallenkomplex und damit die Arbeitsstätten der hier derzeit 80 Beschäftigten näher in Augenschein zu nehmen.

Werkstattleiter Wolfgang Lill und die Mitarbeiter, aber auch die Beschäftigten selbst, waren sichtlich zufrieden. Die zahlreichen Interessierten bekamen helle Räume und moderne Maschinen präsentiert. Das Besondere: Jeder Arbeitsplatz ist auf die speziellen Bedürfnisse des Behinderten eingerichtet, der sie bedient. In dem Werk werden Montagearbeiten vorgenommen. Das Hauptgeschäft seien jedoch Verpackungen. In jedem Standort der Behinderteneinrichtung im Märkischen Kreis werden andere Schwerpunkte in der Arbeit gesetzt. Dabei sei entscheidend, dass es sich um gewöhnliche Dienstleistungen handele, die nicht anders zu bewerten sein, wie bei anderen Zuliefererbetrieben ohne Behinderte. So sind die Werkstätte beispielsweise auch zertifiziert.

Denn Hauptbestandteil des Werkstättenkonzepts sei es, die Behinderten in die Arbeitswelt zu integrieren. Ihnen eine Arbeit zu geben, mit der sie etwas schaffen, das auch wirklich gebraucht werde. Es gehe also keinesfalls darum, die Behinderten einfach nur zu beschäftigen. Jeder Beschäftigte könne seine Fähigkeiten einbringen. Daher sind die Arbeitsplätze so hergerichtet, dass beispielsweise jemand, der nur einen Arm nutzen kann, die Arbeit so ausführen kann, dass sie die hohen Qualitätsansprüchen des Marktes voll erfüllt.

Vor oder nach der Betriebsbesichtigung bestand für die zahlreichen Besucher dann ausreichend Gelegenheit, sich in der kleinen Budenstadt vor dem Werkstattgebäude umzusehen und sich dort an einem der Erfrischungsstände zu stärken oder auch Kaffee und Kuchen, in der in den Freizeitbereich der Werkstätten integrierten Cafeteria, zu genießen.

Die Vorbereitungen für das Fest hatten einige Zeit in Anspruch genommen. So wurden beispielsweise bereits einen Tag vor dem Fest die ganzen Stände aufgebaut und das Gelände auf Hochglanz gebracht.– natürlich mit Hilfe der Behinderten.

Zudem bekamen die Besucher einiges geboten. So gab es verschiedene Vorführungen und Musik. Die Behinderten freuten sich über das große Interesse an ihrer Arbeit und erklärten gerne, was sie genau machen und wie die Maschinen funktionieren. Der Dialog war für die Verantwortlichen eines der Hauptziele des Sommerfestes.

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