Daten liegen nicht mehr frei herum

Die Erfindung der Corona-Kiste

+
Mit den persönlichen Daten der Besucher muss verantwortungsvoll umgegangen werden. Dabei soll die Corona-Kiste helfen.

Seit sich Corona auch in Deutschland rasant verbreitet hat, ist fast alles anders: Abstand, Gesichtsmasken, Datenerfassung – woran Ende 2019 noch niemand gedacht hat, ist längst Realität. Und in der Phase der Pandemie zeigt sich wieder einmal, dass Deutschland nicht nur das Land der Dichter und Denker ist, sondern auch das der Innovationen.

Kierspe - Ein Beispiel dafür liefert der Kiersper Kim Marius Gräfe. Der Ingenieur für Arbeitssicherheit war es schlicht und einfach leid, dass in Restaurants oder Geschäften die Listen mit den Adressdaten der Kunden oder Gäste zum Teil frei herumlagen. Und so kam ihm die Idee der „Corona Kiste“. Dort werden die Daten erstens sicher aufbewahrt und dem Ladenbesitzer wird zweitens das temporäre Speichern und anschließende Entsorgen der Daten erleichtert.

Simple und effektive Idee

In den von Kim Marius Gräfe betreuten Firmen habe das Produkt schon großes Interesse geweckt. Man sei sich sicher, dass diese „recht simple aber doch ungemein effektive Möglichkeit der analogen Datenspeicherung“ großen Anklang finden werde, heißt es. „Kisten-Erfinder“ Kim Marius Gräfe ist selbstständiger Sicherheitsingenieur aus Kierspe und er berät Firmen aus unterschiedlichen Branchen im Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Kim Marius Gräfe, Ingenieur für Arbeitssicherheit, ist Erfinder der Corona-Kiste.

Klar, dass dabei auch das Thema „Corona-Virus“ eine große Rolle spielt. „Betriebliche Schutzmaßnahmen werden in einer Gefährdungsbeurteilung dokumentiert. Eine der zahlreichen Maßnahmen darin ist auch die Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit von Besuchern und Gästen, die ein Unternehmen empfängt“, erklärt er und fügt hinzu: „In vielen Industrie-, Verwaltungs- oder Handwerks-Unternehmen fällt jedoch auf, dass die Erfassung von Kontaktdaten von externen Personen nicht immer konsequent genug umgesetzt und dabei vor allem der Datenschutz vergessen wird.“

Die Erfahrung aus der Praxis führte dann zur Idee der sogenannten „Corona-Kiste“. Dabei handelt es sich um einen kompakten Einwurfkarton, der samt Blöcken zur Kontaktdatenerhebung bereitgestellt wird. Durch den Einwurf von ausgefüllten Kontaktzetteln in die Corona-Kiste werden die Daten professionell abgelegt und gleichzeitig vor unberechtigten Blicken geschützt.

„Bei uns sehen nur die Corona-Kiste und der Aktenvernichter ihre persönlichen Daten“, wird versprochen.

„Der Clou ist die Einhaltung der Aufbewahrungspflichten und -fristen anhand von mitgelieferten Umschlägen: Diese werden mit dem Zeitraum der Datenerhebung und dem Datum der Vernichtung beschriftet und beispielsweise wochenweise mit den Kontaktzetteln gefüllt. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist können die Umschläge dann datenschutzkonform vernichtet werden“, wird erläutert.

Respekt vor den Besuchern

„Nicht zuletzt aus Respekt gegenüber den Besuchern sollten die Regelungen zum Datenschutz beachtet werden. Man sollte den Gästen zeigen, dass verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgegangen wird – das schafft Vertrauen und sorgt für ein Wiedersehen“, sagt Kim Marius Gräfe. Interessierte Unternehmen können die „Corona-Kiste“ als Set im Internet unter www.corona-kiste.de bestellen. Darüber hinaus stehe das Ingenieurbüro Gräfe aus Kierspe auch beratend zur Verfügung, heißt es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare