Der Mittagstisch - abseits von Pommes und Döner

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Björn Zenker, Küchenchef der Seniorenresidenz Kierspe, bietet seit vier Jahren einen Mittagstisch an. Rund 30 Besucher kommen dafür zwischen 12 und 12.45 Uhr ins Café Ebbeblick.

Kierspe - Gibt es jenseits von Döner und Mantaschale oder Pizza eine Möglichkeit, in Kierspe mittags gut und günstig zu essen? Eine Frage, auf die nur der eine befriedigende Antwort findet, der sich auskennt. Denn Aufsteller links und rechts der Straßen, die auf entsprechende Verpflegungsmöglichkeiten hinweisen, sucht der Besucher der Stadt vergebens.

Geschnetzeltes, Spätzle und Salat für 6 Euro gab es am Mittwoch bei Ackermanns Grillimbiss und gestern stand Heringsstipp mit Pellkartoffeln auf der Karte. Klassische Hausmannskost bietet der Imbiss auf dem Parkplatz des Hagebaumarktes seit mittlerweile mehr als 30 Jahren an, wenngleich auch nicht immer an dieser Stelle. Gundolf Ackermann macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Currywurst mit Pommes bei ihm immer noch die meist bestellte Mittagsverpflegung ist. Aber auf das Angebot des Mittagstisches möchte er nicht verzichten: „Da gehen schon so rund 20 Essen täglich über die Theke.“

Bei der Auswahl seiner Gerichte achtet Ackermann auch auf die Jahreszeiten, so kündigt er für die kalte Jahreszeit auch Eintöpfe und Grünkohl-Gerichte an. Mit seiner Kombination aus Imbiss und Mittagstisch stellt der Grill eine Ausnahme dar. Meist gibt es das eine oder das andere. Wer durch Kierspe fährt, sucht eine öffentliche Kantine vergebens – und auch bei klassischen Gaststätten wird es schwer, ein entsprechendes Angebot zu finden. Die beiden asiatischen Restaurants haben zwar geöffnet, aber mit Hausmannskost wird es schwierig.

Ein spezielles Mittagsangebot bietet auch Niko Kalpakis in der Gaststätte Zur Post an. Die Zahl der Gäste, die dieses wahrnehmen, schwankt sehr.


Das ist auch im Gasthof „Zur Post“ nicht anders. Dort gibt es zwar Mittagsangebote, die von der Pizza für 4,80 Euro über das Jägerschnitzel für 6,20 Euro bis zum kleinen Gyros mit Pommes und Krautsalat für 7,10 Euro reichen, doch eine wechselnde Karte sucht der Gast vergeblich. „Das würde sich auch nicht lohnen“, sagt Chef Niko Kalpakis, der seinen Gästen aber auch mittags alle anderen Gerichte, die er auf der Karte hat, anbietet. Geöffnet hat er dienstags bis sonntags von 12 bis 14 Uhr für die, die ihre Pause in der „Post“ verbringen möchten, wobei die meisten Gäste so gegen 13 Uhr kommen.

Längst kein Geheimtipp mehr ist das Café Ebbeblick in der Seniorenresidenz. Kurz nachdem Björn Zenker in der Residenz die Küchenleitung übernommen hatte, öffnete er das Angebot auch für Kunden, die nicht in der Residenz wohnen. Jeden Tag haben die Kunden die Auswahl aus zwei Gerichten, die er samt Dessert für 5 Euro anbietet – allerdings nur denen, die bis 10 Uhr vorbestellt haben. Diese bekamen am Mittwoch entweder ein Jägerschnitzel mit Pommes und Salat sowie ein Himbeerdessert und Mineralwasser oder Germknödel mit brauner Butter und Vanillesoße. „Wir orientieren uns bei der Essensauswahl am Geschmack unserer Bewohner“, erklärt er. Doch dieser Geschmack scheint deckungsgleich mit dem der vielen Besucher, die mittags zwischen 12 und 12.45 Uhr im Café Ebbeblick essen, deckungsgleich zu sein. Rund 30 Essen würden an Besucher von außerhalb abgegeben, dazu kämen dann auch noch Bestellungen zum Mitnehmen.

Mittwochs ist es in der Residenz immer besonders voll, „denn die Schnitzel sind der Renner“, wie Zenker erklärt. Und sonntags kämen ebenfalls besonders viele Gäste, schiebt er nach. Kein Wunder, denn dann steht ein Dreigangmenü auf der Karte – ebenfalls für 5 Euro. Zenker: „Das Ganze ist eine Mischkalkulation. Wichtig ist uns vor allem, dass wir immer mit frischen Zutaten kochen und den Gästen eine abwechslungsreiche Karte anbieten können.“

In den vergangenen Jahren haben sich aber Schwerpunkte gebildet. So stehen mittwochs die schon erwähnten Schnitzel auf der Karte, freitags gibt’s Fisch, samstags Eintopf und sonntags das Dreigangmenü mit Braten. Und wer montags dort einkehrt, der kann Reibekuchen essen.

Gundolf Ackermann bietet seit 30 Jahren Hausmannskost.


Etwas abseits liegt das Landhaus Varmert. Das Restaurant im Klubhaus des Golfclubs Varmert hat dienstags bis sonntags ab 12 Uhr geöffnet und bietet den Gästen ab dann durchgehend warme Küche. Eine spezielle Mittagskarte gibt es nicht, dafür aber eine große Terrasse in herrlicher Natur, die auch Gäste jenseits des Golfbetriebes anlockt. Die Küche ist italienisch, kein Wunder, haben doch dort die Betreiber ihre Wurzeln. Bis vor 18 Jahren betrieb Familie Leale die Palme. Danach kehrte sie nach Italien zurück, um dann vor vier Jahren erneut nach Kierspe zu kommen, um die Gastronomie im Klubrestaurant zu übernehmen.

Allerdings sagt Rosaria Librandi, die das Geschäft von ihren Eltern übernommen hat, dass die Auslastung zur Mittagszeit stark vom Wetter abhängig sei. Was zeigt, dass es wohl in erster Linie die Golfer sind, die sich über das Essen freuen.

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