Schlimme Tatvorwürfe auch aus Portugal

Junge Mädchen im MK belästigt: Irre Geheimdienst-Geschichte als "Erklärung"

Am Landgericht Hagen wird heute der Prozess gegen einen 37-Jährigen fortgesetzt, der in Kierspe zwei neunjährige Mädchen belästigt haben soll. Der psychisch auffällige Mann hat die Vorwürfe eingeräumt und eine abstruse Geheimdienst-Geschichte als "Erklärung" für sein Verhalten aufgetischt (Symbolbild).
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Am Landgericht Hagen wird heute der Prozess gegen einen 37-Jährigen fortgesetzt, der in Kierspe zwei neunjährige Mädchen belästigt haben soll. Der psychisch auffällige Mann hat die Vorwürfe eingeräumt und eine abstruse Geheimdienst-Geschichte als "Erklärung" für sein Verhalten aufgetischt (Symbolbild).

In Hagen wird wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen einen psychisch auffälligen Mann verhandelt, der in Kierspe, aber wohl auch in Portugal sein Unwesen getrieben hat.

  • Am Landgericht Hagen wird ein Missbrauchs-Vorfall aus Kierspe verhandelt.
  • Ein Mann (37) soll dort 2019 zwei neunjährige Mädchen unsittlich berührt haben.
  • Noch schwerwiegendere Tatvorwürfe kommen parallel offenbar aus Portugal.

Märkischer Kreis - Mit ihren Fahrrädern fuhren zwei neunjährige Mädchen am 25. Mai 2019 zum Skaterpark in Kierspe. Dort näherte sich ihnen ein Mann. 

Laut Anklage zeigte er sich den Mädchen anschließend in schamverletzender Weise und verwickelte sie in ein kurzes Gespräch über Geschlechtsteile. Zudem soll er die Mädchen unsittlich berührt haben. Er muss sich vor dem Landgericht Hagen nun wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten.

Mädchen in Kierspe belästigt: Kinder können flüchten

Eines der Mädchen erinnerte sich am ersten Verhandlungstag, dass der Angeklagte sie aufgefordert habe: "Guckt nicht hin. Macht die Augen zu!" Das hätten sie dann auch getan, erinnerte sich eine der beiden Zeuginnen: "Wir haben die Augen abgewandt."

Die Zeuginnen bestätigten auch, dass der Mann sich zwischen sie gesetzt und einer von ihnen über der Hose in den Schambereich gefasst hatte. Die Mädchen flüchteten. Die Tat wurde angezeigt, der 37-jährige Tatverdächtige wurde in die psychiatrische Klinik in Lippstadt-Eickelborn eingewiesen.

Mädchen in Kierspe belästigt: 

Vor Gericht gab er die Tat zu: "Ich habe die dann unsittlich berührt." Zu Begründung tischte er dem Gericht eine abenteuerliche Geschichte auf. So behauptete er, in globale Tätigkeiten von Geheimdiensten verwickelt gewesen zu sein. die ihn ferngesteuert hätten: Es sei eine Stimme mit chinesischem Akzent, die ihm in jenem Moment eingegeben habe, was er sagen soll.

Ein "Megarechner für die Gehirnströme", dessen Signale über einen Satelliten verbreitet werden, sei verantwortlich für diese fremde "Sprachübernahmesteuerung" seines Ichs.

Mädchen in Kierspe belästigt: Geheimdienste im Spiel...

Und es wurde noch kruder: Seit zwei bis drei Jahren befinde er sich normalerweise unter dem Schutz eines amerikanischen Geheimdienstes, denn in Kierspe gebe es aufgrund der Zuwanderung von Russlanddeutschen zahlreiche russische Agenten.

Doch am Tattag habe dieser Schutzmechanismus versagt: "Unsere Regierung war auch bestürzt, dass die Amerikaner vorübergehend nicht auf mich aufgepasst hatten."

Mädchen in Kierspe belästigt: "Amerikaner wieder da"

Dieser Zustand sei aber nach zehn Minuten vorbei gewesen: "Die Mädchen haben gesagt: 'Wir gehen jetzt' – dann waren die Amerikaner wieder da und haben mich befreit. Ich konnte mich lösen."

Der 37-Jährige bestritt, dass er ein Problem mit seiner Sexualität habe: "Ich hatte so etwas nicht vor. Ich hatte keine Kinderpornografie bei mir."

Mädchen in Kierspe belästigt: Missbrauchs-Vorwürfe aus Portugal

Das abstruse Weltbild des Beschuldigten deutet auf psychische Probleme hin. Dass er möglicherweise eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, machte ein Hinweis des Vorsitzenden Richters Jörg Weber-Schmitz deutlich:

Er fragte den Angeklagten nach zwei Vorfällen sexuellen Missbrauchs von Kindern, die die portugiesische Polizei ihm vorwirft: Eine dieser Taten soll erheblich intensiver gewesen sein, als die Tat in Kierspe. Allerdings sind die Vorgänge in Portugal nicht Teil der Anklage.

Die Strafkammer hat sich einen weiteren Verhandlungstag gegeben. Die mögliche Unterbringung in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus setzt eine "erhebliche rechtswidrige Tat" und eine Gefährlichkeit des Beschuldigten für die Allgemeinheit voraus.

Der Prozess wird am Montag (27. Juli) fortgesetzt.

Missbrauchs-Fälle im Märkischen Kreis

Ebenfalls am Landgericht Hagen war der Fall gegen zwei Eheleute aus Meinerzhagen verhandelt worden, die gemeinsam ihre kleine Tochter sexuell missbraucht und dabei fotografiert und gefilmt hatten.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist im Märkischen Kreis keine Seltenheit. 574 Fälle wurden seit 2010 aktenkundig. Hinter jedem Fall steht das Schicksal eines Kindes. Die Dunkelziffer ist nicht bekannt.

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