Ein Hauch Peru in Vornholt

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Alpakas mögen die Kamera, bereitwillig ließen sie sich fotografieren.

Kierspe - Maxi ist ein bisschen schüchtern. „Kinder mag er deshalb besonders gern, er kann auf sie herabblicken“, erklärte Nina Cornelius die Gemütslage und Verhaltensweisen des Alpaka-Wallachs. Stute Maia hatte da weit weniger Hemmungen.

Neugierig kam sie näher, die Kamera interessierte sie – und Jerry, mit seinen fünf Monaten der Jüngste, hat ohnehin einen Sonderstatus in der Herde, die einen Hauch Südamerika nach Vornholt bringt.

Zahlreiche Informationen rund um die südamerikanischen Tiere erhalten die Teilnehmer einer Alpaka-Wanderung in der Ortschaft vor Rönsahl – unter anderem auch, dass das Hengstfohlen Jerry noch bei den Stuten bleibt und erst mit gut zwei Jahren ausgewachsen ist.

Wanderungen nicht nur bei Kleinen beliebt

Im Vordergrund steht aber immer der Kontakt zu diesen besonderen Tieren. Am Neujahrstag hatten die Inhaber Nina Cornelis und Christiane Väthen erstmals eine Wanderung angeboten.

Die kuscheligen Tiere sind vergleichsweise klein und auch deshalb bei Kindern beliebt.

Weil die Nachfrage alle Erwartungen übertraf, gab es am Wochenende einen weiteren Nachmittag mit den Alpakas – und auch der war mit 17 Gästen ebenfalls gut besucht. In Zukunft soll er einmal im Monat stattfinden.

Zwar sind Familien mit Kindern willkommen, doch die Erwachsenen waren zumindest am Sonntag klar in der Überzahl. Sie streichelten die Tiere, fütterten sie und führten sie über die Wiese. Spätestens jetzt zeigte sich, dass die freundlichen Alpakas auch eigene Interessen hatten: Wo immer ein Grasbüschel aus dem Schnee hervorlugte, blieben sie stehen und fraßen erst einmal.

Alpakas gehören zur Familie der Neuwelt-Kamele. Ausgewachsen haben sie ungefähr die Größe von Kälbern und wirken auf Menschen mit ihren großen Augen und dem kuscheligen Fell auf Anhieb vertrauenserweckend.

Umgekehrt haben auch die Alpakas keine Berührungsängste. Die ursprünglich in Südamerika beheimateten Tiere werden deshalb zunehmend zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Regelmäßig besuchen Menschen mit Betreuungs- und Förderbedarf die Alpaka Farm Inti in Vornholt. Nina Cornelius arbeitet im gerontopsychiatrischen Bereich und ergänzt ihre Berufstätigkeit durch tiergestützte Entspannungsübungen.

Vor allem Kinder und Jugendliche würden im Zusammensein mit den Tieren ruhiger, sagt sie. „Die mögen keinen Stress.“ Von aufgeregten Kindern hielten sie sich deshalb fern. Solche Mädchen und Jungen müssten also zunächst ruhiger werden, wenn sie wollen, dass die Alpakas zu ihnen kommen. 

Die Herde soll bunt werden

Christiane Väthen ist dagegen für die Zucht auf der Farm zuständig. Zurzeit haben ihre Alpakas überwiegend ein einfarbiges Fell, langfristig soll die Herde bunt sein.

Menschen und Tiere genossen gemeinsam die Wanderung im verschneiten Sauerland.

In ihrem Hofladen verkauft sie das Vlies der Tiere und Produkte aus Alpakawolle – diese stammen allerdings aus Südamerika. „Die Verarbeitung der Wolle ist in Deutschland zurzeit noch sehr teuer,“ bedauerte sie.

Aber Alpakazucht sei ohnehin ein Langzeit-Projekt. Die Stuten sind zwölf Monate lang trächtig, in Gefangenschaft werden die Tiere bis zu 20 Jahre alt. In freier Wildbahn werden sie im Durchschnitt lediglich fünf Jahre alt – in Vornholt natürlich weitaus länger. Und so werden Maxi, Maia und Jerry in ihrem Alpaka-Leben sicher noch viele Gäste begrüßen können.

Das Alpaka

Das Alpaka (Vicugna pacos), auch Pako, ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird. Der Bestand an Alpakas in Peru liegt bei etwa 3,5 Millionen Tieren, was ca. 80 Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht. In Europa wird Alpakawolle bisher eher wenig genutzt. Alpakas werden in Europa aufgrund ihres ruhigen und friedlichen Charakters auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Es gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser und einige Grannenhaare (Deckhaare), die möglichst fein sein sollten. Das Suri-Alpaka hingegen hat keine Kräuselung in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade Strähnen, die am Tier herabhängen. Dadurch wirken Suris oft schmaler als Huacayas.

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