Pro Kierspe: „Bei der Wehr brennt‘s“

Peter Christian Schröder (l.) und Martin Schlüchting von der Wählergemeinschaft Pro Kierspe.

KIERSPE ▪ Der Fraktion Pro Kierspe reicht es: Schon seit mehr als einem Jahr sei der Stadtverwaltung bekannt, dass es bei der Kiersper Wehr sprichwörtlich brenne. Nicht nur, dass der stellvertretende Wehrleiter Tobias Krömer sein Amt durch seine neue Arbeitsstelle bei Kassel nur noch bedingt ausüben könne, sondern auch, weil Wehrleiter Georg Würth zurzeit arbeitslos ist und für den Fall eines neuen Arbeitsstellenangebots deutlich erklärt habe, dass der Tag vor seinem ersten Arbeitstag sein letzter als Wehrleiter sei.

Somit stünde Würth als Wehrleiter nicht mehr zur Verfügung, wodurch die Kiersper Wehr nicht mehr einsatzfähig wäre. „Das wäre ein Super-Gau“, erklärt die Fraktion in einer offiziellen Stellungnahme, die sich seit gestern auch auf der Internetseite der Wählergemeinschaft findet. Hinzu komme, dass Würth der Stadt Kierspe durch sein umfangreiches Wissen im Bereich des Brandschutzes und vielfältige Beziehungen mehrere hunderttausend Euro gespart hätte.

Aus der Sorge um die Sicherheit der Einwohner der Stadt und die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Wehr stellte die Fraktion gestern für die kommende Ratssitzung am Dienstag, 28. September, einen Dringlichkeitsantrag, um dieses Thema im nichtöffentlichen Teil auf die Tagesordnung zu bringen. Die Dringlichkeit sieht die Fraktion als gegeben, weil es sich hierbei um eine Angelegenheit handele, die keinen Aufschub dulde.

Weiterhin heißt es in der Pressemitteilung, dass die Feuerwehr bereits deutlich gemacht hätte, dass sich kein Kandidat für den Posten des Wehrleiters mehr finde, der diesen ehrenamtlich übernehme. Das liege nicht zuletzt daran, dass Arbeitgeber diese Doppelbelastung heute nicht mehr duldeten oder gar begrüßten. „Es dürfte damit allen Fraktionen und wohl auch unserem Bürgermeister klar sein, dass wir um eine zusätzliche Stelle nicht umhinkommen“, so Pro Kierspe. Einzig bei dem Zeitpunkt der Einstellung herrsche im politischen Raum Unklarheit.

Pro Kierspe möchte durch den Antrag erreichen, dass der Rat am kommenden Dienstag Bürgermeister Frank Emde – dem die Personalhoheit obliegt – beauftragt, Georg Würth als Wehrleiter zum 1. November bei der Stadtverwaltung anzustellen.

Das Gegenargument, dass sich die Stadt Kierspe zurzeit im Haushaltssicherungskonzept befinde, lässt die Fraktion nicht gelten. Denn dadurch, dass die Stadt gesetzlich dazu verpflichtet ist, für eine funktionierende Feuerwehr vor Ort zu sorgen, dürfte die Kommunalaufsicht dieser Neueinstellung trotz des derzeitigen Nothaushaltes zustimmen, so die Meinung von Pro Kierspe. Jetzt komme es auf die übrigen Ratsfraktionen an, sie müssten am Dienstag Farbe bekennen.

Dieses Thema steht auch auf der öffentlichen Fraktionssitzung am Montag, 27. September, auf der Tagesordnung, die ab 19 Uhr im Mehrzweckraum A des Rathauses stattfindet. Alle interessierten Bürger sind hier zur Teilnahme eingeladen, um mitzudiskutieren. Außerdem soll es dann aber auch um das Vergnügungsstättenkonzept gehen, bei dem mehrere Gebiete in Kierspe daraufhin überprüft werden sollen, ob sie für Spielhallen geeignet sind. ▪ isas

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