Ausschuss spricht sich geschlossen für neue Stadtgutscheine aus

Lieber Papier- als Onlinevariante

Im Februar 2020 präsentierten die UWG-Mitglieder Sophia Beste, Steffen Wieland und Christian Teschner (von links) ihre Idee eines Stadtgutscheins im Blumengeschäft von Petra Schürmann (2. von rechts). Nun haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung für den Gutschein ausgesprochen.
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Im Februar 2020 präsentierten die UWG-Mitglieder Sophia Beste, Steffen Wieland und Christian Teschner (von links) ihre Idee eines Stadtgutscheins im Blumengeschäft von Petra Schürmann (2. von rechts). Nun haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung für den Gutschein ausgesprochen.

Die Freude, dass auch die Stadtverwaltung sich für einen Stadtgutschein ausgesprochen hat, war bei Christian Teschner, UWG, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung groß.

Kierspe - Teschner nutzte die Gelegenheit, auch noch einmal auf einige Dinge hinzuweisen, die seiner Meinung nach bei der Einführung der Gutscheine wichtig sind: „Uns ist es wichtig, dass nicht nur Geschäfte in das Gutschein-System einbezogen werden, sondern auch Dienstleiter und Restaurants. Außerdem haben wir Bedenken, wenn nur die Online-Variante umgesetzt würde, da wir befürchten, dass dann weniger Unternehmen mitmachen, da höhere Kosten für den Aussteller entstehen.“

Die genauen Kosten, die für die Teilnehmer entstehen würden, hatte die Stadt in der Beschlussvorlage aufgeführt. Demnach entstünden zwar weder für die Käufer noch für die Verkäufer der Online-Gutscheine Kosten für das Programm, mit dem der Gutschein abgewickelt wird, da eine bestehende App genutzt würde. Allerdings müssen die Geschäftsinhaber eine Bearbeitungsgebühr tragen. Diese beträgt 4,9 Prozent des Werts und zusätzlich eine Gebühr von 19 Cent. Bei einem 20-Euro-Gutschein, so hat es die Stadt ausgerechnet, würde eine Bearbeitungsgebühr von 1,17 Euro entstehen. In der Konsequenz bekäme das ausstellende Geschäft also nicht 20 Euro, sondern nur 18,83 Euro überwiesen.

Uns ist es wichtig, dass nicht nur Geschäfte in das Gutschein-System einbezogen werden, sondern auch Dienstleiter und Restaurants.

Christian Teschner, UWG

Bei der gedruckten Gutscheinvariante, wie sie derzeit auch in Halver verwendet wird, erfolgt der Verkauf über lokale Verkaufsstellen, die dann erst einmal gefunden werden müssten. Außerdem müssten die Gutscheine gedruckt, nummeriert und mit einem Hologramm versehen werden. Zudem würden Listen mit den verkauften und eingelösten Gutscheinen geführt. Für die Druckkosten müssten, so die Kiersper Verwaltung, rund 300 Euro im Jahr aufgewendet werden.

Allerdings, darauf wies wiederum Teschner hin, mache Halver auch mit den Gutscheinen einen Umsatz von rund 40 000 Euro im Jahr. Darüber hinaus, so die UWG, zeigten Umfragen, dass die Unternehmen die Papiervariante vorziehen würden.

Ab einem gewissen Alter bevorzugt man Papier.

Horst Becker, CDU

Unterstützung bekamen die Unabhängigen im Ausschuss auch von anderen Fraktionen. So sagte Oliver Busch (SPD): „Es ist wünschenswert, die Gewerbetreibenden in Kierspe zu unterstützen. Aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Situation sollten wir jetzt den Booster einschalten. Auch sollten wir gerade am Anfang die Online- und Papiervariante anbieten.“

Nach den Worten seines Parteifreundes Christian Reppel könnte man sogar auf die Online-Variante ganz verzichten. „Die Bürgerinnen und Bürger sollten im Vordergrund stehen, deshalb sind auch wir für die Papierform“, merkte auch Armin Jung (FDP) an. Eine Sicht, die auch Horst Becker (CDU) teilte: „Ab einem gewissen Alter bevorzugt man Papier.“

Ich denke, für die Druckkosten lassen sich Sponsoren finden. Ich bin da auch zu einer Spende bereit.

Carsten Gregor, Grüne

Detlef Jungmann (Grüne) verwies darauf, dass sich ein Papiergutschein auch besser und ansprechender gestalten lasse. Sein Parteifreund Carsten Gregor hielt die App-Lösung für zu kompliziert. „Ich denke, für die Druckkosten lassen sich Sponsoren finden. Ich bin da auch zu einer Spende bereit.“

Letztlich sprachen sich bei der Abstimmung alle Ausschuss-Mitglieder für die Einführung des neuen Stadtgutscheins aus.

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