Kierspe und der Anschluss an die Zukunft

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Kierspe - Lange Leitung sorgt für lahmen Verkehr: Die schlechte Internetanbindung in Kierspe war Mittwochmorgen Thema beim Unternehmerfrühstück des Stadtmarketingvereins. Rund 50 Unternehmer, Einzelhändler und Dienstleister kamen zur Veranstaltung ins Kreativzentrum an der Kölner Straße. Dabei stellte ein Telekom-Vertreter Pläne vor, wie in Kierspe moderne Netz-Zugänge für alle geschaffen werden sollen.

Von Matthias Clever

Im Internet mit hoher Geschwindigkeit surfen, Filme und Serien anschauen und mit besserer Qualität telefonieren – das alles soll es künftig über einen Anschluss geben. „Bisher haben wir ein Telefon- und ein Datennetz –bald wird es nur noch ein Netz geben“, kündigte Reinhard Rohleder an. Der Key Account Manager und Infrastrukturvertriebler für die Region West bei der Telekom sagte, dass Ende 2016 ISDN komplett abgeschaltet werde. Alle Haushalte, die bisher nur über eine ISDN-Leitung oder einen analogen Anschluss verfügen, sollen auf mindestens 1-Mbit-Leitungen angehoben werden. Dabei handele es sich um die Grundversorgung. Allerdings sei geplant, generell die Geschwindigkeit deutlich zu verbessern. Rohleder: „Die Zukunft heißt Glasfaser.“

Schnelles Internet kommt langsam voran

Obwohl diese Technik im Vergleich zu LTE teurer ist, habe sie viele Vorteile. Als Beispiel nannte der Referent die Datensicherheit. Die Telekom werde zwölf Milliarden Euro in den Ausbau des schnelleren Internets investieren. Hunderte Haushalte profitierten von diesem Programm in Kierpse. Allerdings sei es nicht möglich, jeden Außenbereich in Kierspe und der gesamten Republik komplett mit Glasfaser zu versorgen.

„Einen Kilometer Glasfaser zu verlegen kostet 70 000 Euro. Um die gesamte Bundesrepublik auf den Stand der Technik zu setzen, wären 80 Milliarden Euro nötig. Das ist eine Summe, die ein Unternehmen nicht schultern kann“, sagte Reinhard Rohleder. Hier sieht er den Bund in der Pflicht. Privatpersonen, aber vor allem Unternehmen seien auf schnelle Verbindungen angewiesen. Das belege auch die deutliche Zunahme des Internetverkehrs – pro Jahr seien das derzeit 33 Prozent. Da es bisher nicht ausreichend Mittel vom Bund gebe, gehe der Ausbau nur langsam voran. Das Ziel von Kanzlerin Angela Merkel – nämlich jeden Haushalt mit 30 Mbit-Leitungen zu versorgen – sei auch nicht mehr zeitgemäß.

Vielmehr müsse es Ziel sein, flächendeckend Glasfaser zu verlegen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein. Anders als bei DSL nehme auch die Geschwindigkeit nicht mit längeren Leitungen ab. Während bei Kupferkabeln nach maximal 4,5 Kilometern Schluss ist und kein Signal mehr ankommt, überträgt Glasfaser auf Längen von 300 Kilometern ohne Geschwindigkeitsverlust.

Im Gesamthaushalt der Bundesrepublik sei eine Investition von 80 Milliarden Euro realisierbar. Während Privatpersonen warten müssten, hätten Unternehmen die Möglichkeit, den Prozess zu beschleunigen. „Jede Firma kann einen Glasfaseranschluss bekommen“, betonte Rohleder. Allerdings koste der Business-Tarif monatlich mehr als für Privatpersonen. Falls für das Telekommunikationsunternehmen die Investition zu hoch sei, da die Firma zu weit weg ist, könne das Unternehmen einen Zuschuss leisten. Dann gebe es schnelles Internet. Und das schon jetzt.

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