62 Einsätze mit 120 Feuerwehrleuten

Unwetter in Kierspe: „Noch glimpflich davongekommen“

Hochwasser - Einsätze Feuerwehr - Bauhof - Schäden
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Die Randbereiche der Fußgängerbrücke über den Rönsahl-Bach wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Doch das Betonbauwerk auf Betonfundamenten nahe des Calisthenicsparks hält.

„So etwas haben wir noch nicht mitgemacht“, zieht Christian Schwanke, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, ein Fazit über insgesamt 62 Einsätze am Mittwoch und am Donnerstag. Insbesondere im Volmetal sei das Wasser in Keller, Garagen, Innenhöfe und Erdgeschosse nahezu jeden Hauses gelaufen.

Kierspe - Besonders schlimm erwischt habe es auch die Firmen Cawi und Karnebogen. Den größten Schaden hätte jedoch ein Haus in Bollwerk genommen, durch das ein Bach geflossen sei. Birgit Eschrich, stellvertretende Leiterin des Bauhofs, weiß ebenfalls, dass der Bach plötzlich durch die großen Wassermassen rechtwinklig „abgebogen“ und sich einen neuen Weg, eben durch das Haus, gesucht habe.

Bach fließt durchs Haus

Die Bewohner mussten evakuiert werden und konnten selbst eine andere Unterbringung finden. Schlimm erwischt hatte es auch einen Bauernhof in Vollme. Wo neben den großen Wassermengen auch noch das kontrollierte Ablassen der Jubach kam. Gleiches gilt für die Häuser Am Stade in Rönsahl, wo die Feuerwehrleute mehrfach im Einsatz gewesen sind. Natürlich waren alle Kiersper Löschzüge im Einsatz, rund 120 Männer und Frauen kämpften gegen die Wassermassen und dies vielfach über 33 Stunden. In der Nacht zum Donnerstag, so berichtet Christian Schwanke, sei es gegen 23 Uhr etwas ruhiger geworden.

120 Feuerwehrleute im Einsatz

Nicht so für etwa 16 Frauen und Männer von den Löschzügen Stadtmitte und Rönsahl, die zusammen mit Wehrleuten aus Halver zur Unterstützung nach Werdohl fuhren. Dort drohten in einer Firma Chemikalien ins Wasser zu geraten, wie der Pressesprecher erklärt, was zu Explosionen hätte führen können. Gegen 2 Uhr nachts seien die beiden Kiersper Fahrzeuge wieder zurückgekehrt.

Volmetal ohne Strom

Hilfe mussten die Feuerwehr auch dem heimischen Energieversorger leisten. Zwei Trafohäuschen im Bereich Fernhagen waren voll Wasser gelaufen. Natürlich wurde dort der Strom vorsorglich abgeschaltet. Das bedeutete aber, dass Teile des Volmetals von Bollwerk bis in der Grüne in der Nacht ohne Strom waren. Am Donnerstag, so erläutert der Feuerwehrpressesprecher, seien dann vornehmlich auch die Einsatzorte abgefahren und abgearbeitet worden, bei denen man am Mittwoch vor den Wassermassen kapitulieren musste.

Da kam man als Fußgänger kaum noch durch, so hoch stand das Wasser auf den Plätzen wie hier in Rönsahl.

So waren auch am Donnerstag die Pumpen das wichtigste Einsatzmittel. Das Saubermachen und Schlamm beseitigen hatten dann entweder die Haus- und Grundbesitzer oder, auf den Straßen, Unternehmen zu übernehmen. Während die Bahn den Betrieb auf der Strecke der RB 25 von Köln bis Lüdenscheid bis auf Weiteres komplett eingestellt hat, waren und sind die Mitarbeiter des Bauhofs im unermüdlichen Einsatz. „Da werden wir noch genug in den nächsten Wochen zu tun haben“, meinte Birgit Eschrich. Eine Kolonne sei in Rönsahl unterwegs, zwei weitere entlang der Bundesstraße 54, erklärte die stellvertretende Leiterin des Bauhofs weiter.

Bauhof kümmert sich um Straßenschäden

Insbesondere gehe es auch darum, Asphaltschollen, die durch den Regen herausgebrochen sind, von der Straße zu räumen und mit Hilfe eines Radladers für den Abtransport auf Lastwagen zu schaffen. Allerdings werde das Reparieren des Asphalts noch ein wenig Zeit brauchen, lediglich die tiefsten Löcher werden verfüllt. Doch bei den schwerwiegenden Schäden müsse man Unternehmen beauftragen. So wird die Straße durchs Kierspetal bei Hemecke vorerst gesperrt bleiben, weil dort Teile des Damms eines alten Mühlenteichs abgebrochen sind und für eine Überschwemmung und damit für Schäden gesorgt haben. Eine Leitplanke hänge dort in der Luft, erzählt Eschrich.

Aufräumarbeiten

In der Straße Auf der Gathe müssten neue Basaltsteine gesetzt werden, die Brücke nahe des Calisthenicsparks sei unterspült worden. Doch sie sei aus Beton und stehe auf Betonwiderlagern, halte also. Gleichwohl muss sie wieder hergerichtet werden. Ebenso das Geröll, dass sich in den Gullis in der Senke der Friedrich-Ebert-Straße gesammelt und diese verstopft hatte und für eine riesengroße, tiefe Pfütze sorgte. Das Aufräumen bei den Hausbesitzern, in den Firmen und beim Bauhof läuft. Es wird Zeit und viel auch Geld erfordern, um die Schäden zu beseitigen. Dennoch meinte der Feuerwehrpressesprecher mit Blick auf die dramatischen Ereignisse in anderen Städten und Gemeinden, dass „Kierspe noch ganz glimpflich davongekommen ist“.

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