KFZ-Steuer ärgert Handwerk

Helmut Stalz und Peter Christian Schröder von den Freien Wählern hörten von Wolfgang Sikora, wo die Sorgen des Handwerks liegen.

KIERSPE - Um die spezifischen Probleme des Handwerks ging es gestern Morgen beim Besuch des Spitzenkandidaten der Freien Wähler in Nordrhein-Westfalen und stellvertretenden Vorsitzenden der Landesvereinigung, Helmut Stalz, in dem traditionsreichen Zimmereibetrieb Sikora an der Osemundstraße.

Von Rolf Haase

Die Brüder Sikora, die die Firma vor elf Jahren von ihrem Vater übernommen haben und heute leiten, hatten zum Frühstück eingeladen. Mit dabei war natürlich ebenfalls der heimische Bundestagskandidat Peter Christian Schröder.

Wolfgang Sikora erklärte, dankbar zu sein, dass sich aus dem politischen Raum einmal jemand für das Handwerk interessiere, weil sonst von den Parteien immer nur größere Industrieunternehmen in den Fokus gerückt würden. Er sprach gleich zwei Bereiche an, wo er sich Unterstützung von der Politik erhoffen würde: Das sei zum einen natürlich die Höhe der Gewerbesteuer, die bei der Unternehmensführung gerade von kleineren Handwerksbertrieben, die saisonabhängig mal mehr, mal weniger Arbeit hätten, immer ein entscheidender Faktor sei.

Zum anderen ging er auf die Kraftfahrzeugsteuer ein, wo Handwerker gerade mit den von ihnen favorisierten Pickups gegenüber der immer stark subventionierten Landwirtschaft erheblich im Nachteil seien. So seien Doppelkabinen, wie sie für den multifunktionalen Einsatz gerne bevorzugt gekauft würden, steuerlich als Personenwagen und nicht als Lastwagen eingestuft, was beträchtlich höhere Steuern bedinge, obwohl das Fahrzeug die gesamte Woche komplett für die Firma als Arbeitsgerät genutzt werde. „Vielfach fehlt in den Handwerksbetrieben das Geld für einen großen Lieferwagen“, betonte Wolfgang Sikora, der weiterhin darauf aufmerksam machte, dass für sein Gewerk die Situation gegenwärtig nicht einfach sei. So beurteilte er die Auftragslage im Zimmereibereich derzeit als eher schlecht. Sehr positiv ist da, dass das Unternehmen auch Dachdeckerarbeiten und Innenausbauten vornimmt. Größtenteils fielen heute zu den Baustellen aber immer weitere Anfahrten an.

Stalz und Schröder konnten die Schwierigkeiten gut nachvollziehen und erläuterten hierzu einige Ziele der Freien Wähler, wie das Handwerk unterstützt werden soll: So verwiesen sie auf die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen, die häufig Haushaltsicherungskonzepte oder sogar Nothaushalte hätten. Investitionsstaus seien vielerorts die Folge. Wichtig sei es aus dem Grund, die Kommunen zu entlasten durch eine finanzielle Umstrukturierung.

Eine zentrale Forderung sei so eine gerechtere Verteilung der Belastungen durch die Sozialausgaben wie Eingliederungshilfe, Unterkunft, Pflegeversicherung und Grundsicherung, denn dieser Bereich sei letztlich eine gesamtstaatliche Aufgabe. Dadurch bekämen die Städte, und Kreise wieder finanziellen Spielraum für Investitionen. Außerdem sprachen sich Stalz und Schröder für die Nutzung von Synergien zwischen Kommunen bei bestimmten Aufgaben aus. Entlastet werden soll der Mittelstand weiterhin durch die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Während des Gesprächs konnte sich jeder an frischen Brötchen, Wurst und Käse bedienen, dazu gab es ganz nach Geschmack Kaffee oder Tee.

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