Kerspetalsperre vier Stunden auf Tauglichkeit geprüft

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Uwe Steinhauer und Friederike Mürkens begutachten den Grundablass am unteren Ende der Staumauer.

Rönsahl - Es dauert nur Sekunden, ehe aus dem zuvor ruhig fließenden Wasser im Becken unterhalb der Staumauer ein reißender Strom wird. Bei der Routinekontrolle der Kerspetalsperre bei Rönsahl wird jedes Element auf seine Tauglichkeit geprüft. Mit Erfolg, wie Talsperrenmeister Uwe Steinhauer berichtet.

Beim sogenannten Grundablass wird getestet, ob eine gewisse Menge Wasser im Notfall durch die Röhre abgelassen werden kann. Bis zu 28 000 Kubikmeter Wasser können pro Stunde ausströmen.

Abschluss eines Arbeitsjahres

Vier Stunden dauert zuvor die gesamte Prüfung der zuständigen Aufsicht der Bezirksregierung Köln. Einmal jährlich wird diese Funktionsprüfung durchgeführt, „für uns ist das immer der Abschluss eines Arbeitsjahres, bei dem die Kommission dann die Freigabe für das nächste Jahr erteilt“, sagt Steinhauer.

Messungen werden überwacht

Alle Messungen, die während eines Jahres stattfinden, werden überwacht. Stellt die Kommission beispielsweise fest, dass Messwerte an einer Stelle von der Norm abweichen, muss dargelegt werden, woran es gelegen hat. Dazu dient ein Plausibilitätsbericht, der vorab angefertigt wird. Die Talsperrenbetreiber, die Wuppertaler Stadtwerke, arbeiten mit einem unabhängigen Ingenieurbüro zusammen, das den Bericht vorgelegt bekommt, bevor dieser der Kommission präsentiert wird. „Es ist immer besser, wenn ein unabhängiger Dritter vorher vielleicht Unklarheiten erkennt, die wir dann noch beseitigen können“, so Steinhauer.

800 Messwerte werden geprüft

„Insgesamt werden 700 bis 800 Einzelmesswerte geprüft und in dem Sicherheitsbericht vermerkt“, erläutert er. „Grafiken und Kurven werden ausgewertet.“ Auch wenn der Talsperrenmeister vorher weiß, dass alles funktioniert, sei die Nervosität vor der Prüfung immer noch groß. „So ruhig schläft man dann doch nicht. Es ist vergleichbar mit einem Auto, das zum Tüv muss. Eigentlich weiß man, dass alles intakt ist. Aber während der Kontrolle ist man doch angespannt“, sagt Steinhauer.

Wasserversorgung hängt an Prüfung

Die Kerspetalsperre bei Rönsahl wurde der jährlichen Funktionsprüfung unterzogen.

Die Nervosität ist durchaus berechtigt, hängt an der Tauglichkeit der Talsperre doch einiges, unter anderem die Wasserversorgung der Stadt Wuppertal. Auch wenn die Aufsicht bei ihrer Kontrolle keine Mängel feststellt, gibt es dennoch Auflagen zu erfüllen.

Zusammenarbeit "ein gutes Miteinander"

Steinhauer dazu: „Regeln und Normen verändern sich. Dementsprechend wird man als Betreiber auch aufgefordert, sich diesen Änderungen anzupassen.“ Die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung sei dabei kein Gegeneinander, sondern ein gutes Miteinander. „Wir wollen nichts verstecken und arbeiten gut zusammen. Bei Versagensfällen kann es sonst zu Kollateralschäden kommen“, so Steinhauer. Diese möchten beide Seiten natürlich verhindern.

„Alles ist in Ordnung“

Ob bei der Prüfung – so wie in diesem Jahr – alles passt, merke man schon beim Rundgang durch die Mauer. „Alles ist in Ordnung“, sagt der Talsperrenmeister, dem jetzt wieder ruhigere Nächte bevorstehen.

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