Neues Gerätehaus wirkt bereits vor dem Bau

Bei einem Unfall auf der Volmestraße hat es am 19. Dezember zwei Schwerverletzte gegeben. Ein Fahrzeugführer hat den Zusammenstoß nur knapp überlebt. - Archivfoto: Becker

Kierspe - Der Beschluss ein neues Gerätehaus zu bauen und die Entscheidung für einen Standort wurden im vergangenen Jahr gefällt. Und bereits jetzt beeinflussen diese die Planungen der Wehr. Vieles wird sich durch das neue Gebäude ändern, da ist sich Wehrleiter Georg Würth sicher.

Von Johannes Becker

„Für das laufende Jahr haben wir die Pläne zur Neubeschaffung von Fahrzeugen in Absprache mit der Stadt erst einmal zurückgestellt. Es soll nun zuerst Gespräche mit den Zügen geben, welche Fahrzeuge mit welcher Ausstattung notwendig und wünschenswert sind, wenn das neue Gebäude beiden Zügen Platz bietet“, erklärt Georg Würth.

Bei Weitem nicht die einzige Auswirkung des Plans ein neues Gerätehaus für die beiden Innenstadtzüge an der Dr.-Hans-Wernscheid-Straße zu errichten. Bereits in der jetzigen Planung sei ein Fahrzeug gestrichen worden und zwei weitere seien in ihrer bisherigen Funktion nicht ersetzt worden. Der Wehrleiter freut sich aber auch, dass durch das neue Gebäude Probleme mit den alten wegfallen. „Wir müssten vor allem in das Gerätehaus Stadtmitte viel Geld investieren. So gibt es dort nur eine Toilette für 42 Wehrleute, außerdem reicht die Größe der bestehenden Tore für die nächste Fahrzeuggeneration nicht mehr aus.“

Durch das neue Gerätehaus erhofft sich der Wehrleiter aber auch Erleichterungen im Alltag. Dann sei eine Zusammenlegung von Gerätschaften möglich, die derzeit über das gesamte Stadtgebiet verteilt seien. So soll an dem neuen Standort auch die Atemschutzwerkstatt ihren Platz finden, genau wie die „Schlauchreserve“ und der Bindemittelvorrat.

Würth: „In der Ausbildung ist es dann sicher möglich, zwei Lehrgänge parallel stattfinden zu lassen, dann muss nur noch an einer Stelle für die Verpflegung gesorgt werden.“ Derzeit sind es eben auch viele Kleinigkeiten, die das Arbeiten der Wehrleute erschweren. So kann die Jugendfeuerwehr keine Fahrzeugkunde am Standort Stadtmitte unterrichten, da dort in regelmäßigen Abständen der Linienbus auf dem Vorplatz des Gerätehauses wendet und dann ein Feuerwehrfahrzeug an dieser Stelle stört.

Doch vor allem hofft der Wehrleiter, dass sich die Zahl der Alarmierungen für die einzelnen Wehrleute reduzieren lässt, denn nach wie vor stellt die Tagesverfügbarkeit die größte Herausforderung dar. Da ist es für die Wehr erfreulich, dass es im vergangenen Jahr etliche Quereinsteiger gab. „Das sind Leute, die bislang nichts mit der Wehr zu tun hatten. Schön ist auch, dass die Altersspanne von 20 bis 40 Jahre reicht. Außerdem wechseln etliche Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die Züge“, so Würth.

Gebraucht werde der Nachwuchs dringend, denn nach wie vor stiegen die Einsatzzahlen bei Tragehilfen und Türöffnungen für den Rettungsdienst. Würth bedauert, dass es auch wieder eine Zunahme bei den Bränden gebe, die auf einen allzu sorglosen Umgang mit Feuer zurückzuführen sei.“ „Da können wir gut auf Fahrzeuge, die mitten in der Nacht in Flammen stehen, verzichten“, bleibt Würth absichtlich unscharf in seinen Äußerungen.

Echte Freude ist ihm dagegen anzusehen, wenn er berichtet, dass es keine Toten bei Unfällen oder Bränden gegeben habe. Wobei bei dem schweren Verkehrsunfall auf der Volmestraße vor Weihnachten der Ausgang auch ein anderer hätte sein können. Freude auch darüber, dass die Kiersper Wehr seit dem vergangenen Jahr ausschließlich digital funkt. Normalerweise verzichtet der Wehrleiter bei solchen Gesprächen mit der MZ darauf, einzelne Wehrleute hervorzuheben, doch im Zusammenhang mit dem Funk ist es ihm ein Anliegen: „Um die Umstellung beim Funk hinzubekommen, hat Hendrik Baukloh Hunderte Stunden investiert. Und da werden für die Schulungen noch etliche hinzukommen.“ Eine weitere Personalie bleibt auch nicht unerwähnt: Seit 2014 ist Mike Budde stellvertretender Wehrleiter.

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