Schüler lieben Angebot des Jugendzentrums Kierspe

Kickern jeden Mittag im Pausencafé des Jugendzentrums Kierspe: Andreas und Ömer.

KIERSPE ▪ Jungen laufen draußen am Fenster vorbei, einer nach dem anderen, teilweise haben sie ein Getränk in der Hand. Offensichtlich will jeder der erste beim Pausencafé des Jugendzentrums sein und hat’s eilig.

Das liegt auch daran, dass bestimmte Spiele besonders gefragt sind sowie auch einige Essensangebote – und natürlich gilt, dass wer zuerst kommt, auch als erstes zum Zuge kommt. Das Angebot, das es so jetzt seit dem vergangenen Jahr gibt, boomt zurzeit geradezu. Während der Mittagspause in der Gesamtschule ist der Ansturm riesig und die Räume der Einrichtung voll.

Praktikantin Michelle Niklas aus Lüdenscheid, die momentan ein paar Wochen im Jugendzentrum verbringt, unterstützt gestern Jugendarbeiter Christian Schwanke und kommt bei der Zubereitung von Baguettes mit verschiedenen Belägen im Backofen kaum hinterher. Da muss schon mal geraume Zeit in der Warteschlange angestanden werden, um eines zu kaufen. Schneller geht es bei den Getränken oder auch den derzeit besonders beliebten Yum Yums. Nichts anderes als asiatische Tütensuppengerichte, die die Jugendlichen entweder warm als Suppe konsumieren oder aber zweckentfremdet als Knabberei. Auch Tatjana (13) und Lena (12) lassen sich eine solche Suppe in ihrer Mittagspause schmecken. Erst wollen sie gemeinsam eine löffeln, dann jedoch bestellt sich jedes der beiden Mädchen eine. „Wir kommen gerne, fast sogar immer“, berichten sie.

Mit der Schulleitung der Gesamtschule gibt es eine Vereinbarung, dass die Schüler die Angebote des Jugendzentrums und montags auch des evangelischen Jugendcafés da capo, die konzeptionell die rein schulischen Freizeitangebote während der Mittagspausen ergänzen, aufsuchen dürfen. „Wir sind sogar vom Landesjugendamt gehalten, die Schulen zu unterstützen. Andernorts gehen Jugendzentren zu dem Zweck sogar an die Schulen. In Kierspe bietet es sich wegen der räumlichen Nähe an, dass wir die Angebote in der Einrichtung unterbreiten“, sagt gestern Schwanke.

Alle Tische sind gleich bereits in der ersten der beiden Pausenstunden voll belegt. An einem sitzt eine Gruppe Jugendlicher, die vor sich ein Fußballbuch liegen hat und darin blättert. „Wir kommen zum Quatschen“, meint Elisa (13) und Alina (15) ergänzt lachend: „...weit weg von den Lehrern.“ Dass die Mädchen und Jungen dem stressigen Schulalltag und Schulgebäude gerne für einen Moment entfliehen, weiß auch der JZ-Mitarbeiter. Deshalb komme das Pausencafé der Einrichtung prima an bei den Schülern und schließe vielleicht sogar eine wichtige Lücke.

Belegt ist ebenfalls der Kickerautomat, an dem Andreas und Ömer (beide 14), stehen und spielen. „Wir sindfast jeden Mittag zum Kickern hier“, erzählen sie, lassen sich aber nur ungerne von ihrem Spiel ablenken und haben ständig die Stangen mit den Figuren und den Ball im Blick. Sie sind froh, als sie nichts mehr gefragt werden und sich wieder ganz und gar dem Automaten widmen können.

Geöffnet ist immer von 11.30 bis 13.30 Uhr, meist sogar noch eine Viertelstunde länger, so dass die zwei Mittagspausen der Gesamtschule abgedeckt werden. Während montags das da capo geöffnet hat, ist das Jugendzentrum dienstags, mittwochs und donnerstags die Anlaufstelle für die Schüler. „Eigentlich existiert das Angebot schon seit Jahrzehnten, doch fand es früher immer nur mittwochs statt. Damals gab es aber noch eine Pausendisco an der Schule auch auch das evangelische Jugendcafé hatte mehr geöffnet“, erinnert sich Christian Schwanke.

Inzwischen hat sich das JZ-Pausencafé zu einem absoluten Renner gemausert. Bei den Jugendlichen, die teilweise in halber Klassenstärke kommen, gilt es als Geheimtipp. Die Schüler nutzen die verschiedenen Spielgeräte, auch den Computer. Besonders die Playstation und Wi sind beliebt, jedoch auch die einfachen Gerichte zu günstigen Preisen. „Mitgebracht werden kann aber auch eigenes Essen von Zuhause oder auch mal Pommes frites“, macht Schwanke aufmerksam

Angeboten zum Kauf werden als warme Speisen noch Toasts mit verschiedenem Geschmack, zudem Müsli und Obst. Zwar dürfen die Schüler eigenverantwortlich entscheiden, was sie essen, doch versucht die Einrichtung trotzdem dies etwas in eine gesunde Richtung zu steuern: „Das passiert über den Preis. So kostet bei den Getränken beispielsweise ein Mineralwasser bei uns 35 Cent und eine Cola 85 Cent. Außerdem gibt es noch Apfelschorle, Limonade und Eistee“, gibt Schwanke an.

Die Kinder können mit Freunden reden und toben. Ebenfalls gegen Handys wird nichts gesagt. Die meisten Besucher in dieser Zeit sind im fünften bis achten Jahrgang, danach wird die Nachfrage geringer. Sogar einige Lehrer lassen sich zwischendurch immer mal wieder blicken und kickern mit. ▪ Rolf Haase

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