Sitzbänke wegen Lärm und Müll entfernt

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Gerhard Hüttemann hat beim Wandern an der Thingslindestraße stets einen Hocker dabei, um sich zwischendurch auszuruhen. Sitzbänke wären dem 75-Jährigen zwar lieber, die Stellen, wo sie einst standen, bleiben aber vermutlich weiterhin leer.

Kierspe - Wer an der Thingslindestraße in Richtung Fritz-Linde-Stein wandern und bei einer Pause den Ausblick über die Felder genießen möchte, der sucht vergeblich nach Sitzgelegenheiten. Drei Wanderbänke musste der SGV am Fritz-Linde-Stein vor etwa einem Jahr entfernen.

Gerhard Hüttemann bezeichnet bei seiner Wanderroute über die Thingslindestraße zum Fritz-Linde-Stein einige Orte durchaus als Lieblingsplätze. Die Thingslindestraße nennt er, wegen des rundherum schönen Ausblicks, Panoramastraße. Er wandert drei- oder viermal in der Woche diese Strecke entlang, ist aber körperlich nicht mehr so fit wie früher. Was dem 75-jährigen Kiersper bei seinen Spaziergängen also fehlt, sind Sitzbänke zum Ausruhen. 

Deshalb hat sich Gerhard Hüttemann bei seinen Wanderungen eine Lösung ausgedacht: „Ich habe seit einiger Zeit einen Hocker dabei, wenn ich losgehe. Der ist nicht allzu schwer zu tragen“, erklärt der ehemalige Lehrer von der Gesamtschule Kierspe. Wenn er eine Pause brauche und den Ausblick genießen wolle, dann platziere er ihn meist dort, wo früher die Bänke standen, und setze sich für einen Moment. „Das ist für mich sicherlich nicht die angenehmste und langfristig beste Lösung“, bedauert Hüttemann die Situation. 

Zuständig für die Sitzbänke an heimischen Wanderwegen ist der Sauerländische Gebirgsverein (SGV). Beim Entfernen der Sitzbänke am Fritz-Linde-Stein seien dem Verein allerdings die Hände gebunden gewesen: „Die drei Bänke am Fritz-Linde-Stein befanden sich auf einem Privatgrundstück. 

Der Eigentümer beschwerte sich häufig über Lärmbelästigungen durch Jugendliche und Müll, den sie an den Bänken zurückließen“, stellt Olaf Stelse, Vorsitzender des SGV Kierspe klar. Der Eigentümer hielt den SGV an, die Bänke zu entfernen. 

Diesen Ausblick konnte man vor etwa zwei Jahren noch von einer Sitzbank aus bestaunen. Wegen Lärm und Müll ließ der Eigentümer des Grundstücks dort sämtliche Bänke entfernen.

Für Hüttemann ist das zwar verständlich, denn auch er dulde keinen Lärm und Unrat auf seinem Grundstück, jedoch hielte er einen anderen Ansatz für angemessen. Er stamme aus dem Ruhrgebiet und habe dort über mehrere Jahre Offene-Tür-Arbeit in einem Jugendzentrum gemacht. 

Es wäre laut Hüttemann ein Lösungsansatz, auf die Jugendlichen zuzugehen und mit ihnen zu sprechen, sie entweder in ein Jugendzentrum zu integrieren oder sich mit ihnen darauf zu einigen, dass die Bänke sauber hinterlassen werden. Dies sei natürlich weder Aufgabe des SGV noch des Grundstückseigentümers, wäre aber eine mögliche Lösung des Problems. 

Ansonsten bleibt Hüttemann vorläufig nur sein Hocker als Sitzgelegenheit für seine Wanderpausen.

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