Viele müssen sich jetzt einen neuen Hausarzt suchen

Keine Fortsetzung der Praxis Johann Günther: Erben sind sich nicht einig

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In der Günther-Praxis werden aktuell nur noch die Unterlagen und Berichte an die Patienten herausgegeben.

Kierspe - Viele Kiersper werden sich einen anderen Hausarzt suchen müssen. Zumindest die, die in der Vergangenheit von Dr. Johann Günther und – nach seinem Tod – von insgesamt acht Vertretungsärzten betreut und versorgt wurden. Denn derzeit gibt es keinen Praxisbetrieb im Haus an der Ecke Im Hofe/Haunerbusch.

Dort werden bis Ende Februar nur noch die Unterlagen und Berichte an die Patienten herausgegeben – vormittags von 9 bis 12 Uhr. Und Nikita sowie Daniel Günther, die Söhne des verstorbenen Allgemeinmediziners, sehen aktuell auch keine Möglichkeit mehr, dass in der Praxis eine ärztliche Versorgung stattfindet.

Den Grund dafür, so Nikita Günther gegenüber der Meinerzhagener Zeitung, sei in unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Erbengemeinschaft von Johann Günther zu sehen. Während Nikita und Daniel Günther die Praxis erhalten wollen, plädierten die anderen Erben für eine Schließung und würden daher die Sache „finanziell ausbluten“. Leidtragende ist dabei die Sprechstundenhilfe Nurcan Akar, die seit fünf Jahren in der Praxis arbeitet.

Sie war erste Ansprechpartnerin für die Patienten, besonders in den vergangenen eineinhalb Jahren, hat acht Vertretungsärzte angeleitet und unterstützt und hielt sozusagen die Fäden der Praxis in der Hand. Um ihre eigene Zukunft konnte sie sich in dieser Zeit nicht kümmern. Obwohl sie das durchaus schon nach dem Tod des Hausarztes hätte tun können, um mehr Sicherheit zu haben.

Aber, sagt Akar: „Ich habe es gerne gemacht, auch wenn die die letzten eineinhalb Jahre hart waren“, sagt die Sprechstundenhilfe, nicht zuletzt, weil der verstorbene Dr. Günther ihr – eine Mutter von zwei Kindern – stets entgegengekommen war. „Ich werde die Patienten vermissen“, sagt Nurcan Akar, die diese aber ein letztes Mal sehen wird, wenn sie ihre Unterlagen abholen. Akar hatte ebenfalls wie Daniel und Nikita Günther bis zuletzt darauf gehofft, dass sich doch noch eine Lösung für die Allgemeinmediziner-Praxis ergibt – vergeblich, wie sich jetzt offenbar zeigt.

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